Chicago-Marathon 2013

Jagd auf den Streckenrekord in Chicago

Am 13. Oktober starten in Chicago vier Läufer mit einer Bestzeit unter 2:05 Stunden und versprechen ein spannendes Marathon-Rennen mit Angriff auf den Strecken- und vielleicht sogar Weltrekord.

Chicago-Marathon Schnelles Männer-Rennen Highlight Foto

Dennis Kimetto gewann in diesem Jahr bereits den Tokio-Marathon. Er gehört am Sonntag in Chicago zu den ganz großen Favoriten.

Bild: photorun.net

Zwei Wochen nach dem Berliner Weltrekord-Marathon kündigt sich das nächste sehr schnelle Rennen über die 42,195 km an: Der Chicago-Marathon, der wie Berlin zur World Marathon Majors (WMM)-Serie gehört, findet am Sonntag statt. Dass die Strecke schnell ist, beweisen vier Weltrekorde, die in der Geschichte des Chicago-Marathons aufgestellt wurden. Bei dem Rennen wird aller Voraussicht nach der Wettbewerb der Männer im Mittelpunkt stehen. Hier sind gleich vier Läufer mit Bestzeiten von unter 2:05 Stunden verpflichtet worden. Chicago hat in den letzten Jahren auch breitensportlich deutlich zugelegt. 2012 war das Rennen mit der Rekordzahl von 37.455 Läufern im Ziel sogar der größte Marathon der Welt. Dies lag allerdings daran, dass der New York-Marathon aufgrund eines Hurrikans nicht stattfinden konnte.

Die Chicagoer Weltrekorde liegen aber schon einige Jahre zurück. Paula Radcliffe war die letzte Läuferin, die in der US-Stadt eine globale Bestmarke aufstellte. Vor elf Jahren gewann sie das Rennen mit 2:17:18 Stunden. Das ist bis heute die zweitschnellste Zeit aller Zeiten. Nur ein Jahr zuvor war die Kenianerin Catherine Ndereba als zweite Frau unter 2:20 Stunden gelaufen (2:18:47). Die anderen beiden globalen Bestmarken fielen im Männerrennen mit großem zeitlichen Abstand: 1984 war Steve Jones (Großbritannien) in Chicago 2:08:05 Stunden gelaufen, 15 Jahre später erreichte der Marokkaner Khalid Khannouchi, der später für die USA startete, 2.05:42 Stunden.

Chicago ist auch bekannt als „Windy City“. Doch die Wettervorhersagen sind gut, und so könnte es am Sonntag sehr schnelle Zeiten geben, die im Idealfall vielleicht sogar in den Bereich des Weltrekordes kommen. Moses Mosop (2:03:06 in Boston auf einer nicht rekordtauglichen Strecke beim Debüt), Dennis Kimetto (beide Kenia/2:04:16 beim Debüt in Berlin), Ayele Abshero (Äthiopien/2:04:23) und Emmanuel Mutai (Kenia/2:04:40) sind die vier Athleten mit Bestzeiten unter 2:05 Stunden.

Moses Mosop hatte seit über einem Jahr immer wieder Verletzungsprobleme und ist seit seinem dritten Platz beim Rotterdam-Marathon 2012 (2:05:03) kein Rennen mehr gelaufen. Ist er fit und stimmen alle Rahmenbedingungen kann man ihm ebenso wie Dennis Kimetto zutrauen, sehr schnell zu laufen. Die Chicagoer Veranstalter planen zumindest einen Angriff auf den Streckenrekord von 2:04:38. Tilahun Regassa (Äthiopien/2:05:27) und Sammy Kitwara (Kenia/2:05:54) können dabei ebenso eine Rolle spielen. Außerdem ist der Halbmarathon-Weltrekordler (58:23 Minuten) und Serien-Halbmarathon-Weltmeister Zersenay Tadese am Start. Der Läufer aus Eritrea konnte sein Vermögen bisher nicht auf die Marathondistanz umsetzen. Seine Bestzeit steht bei 2:10:41 (London 2012).

Bei den Frauen kommt es in Chicago zu einer neuen Auflage des Duells zwischen Atsede Baysa (Äthiopien) und Rita Jeptoo (Kenia). Im vergangenen Jahr lieferten sich diese beiden einen mitreißenden Kampf um den Sieg. Am Ende gewann Baysa in 2:22:03 mit nur einer Sekunde Vorsprung auf Jeptoo. Vier weitere Athletinnen mit Bestzeiten von unter 2:24 Stunden stehen auf der Chicagoer Startliste: Jemima Sumgong (Kenia/2:23:27), Ehitu Kiros (Äthiopien/2:23:38), Maria Konovalova (Russland/2:23:50) und Abebech Afework (Äthiopien/2:23:59).

Die schnellsten Zeiten in Chicago

Männer:

Zeit Name Land Jahr
2:04:38 Tsegay Kebede ETH 2012
2:04:52 Feyisa Lelisa ETH 2012
2:05:27 Tilahun Regassa ETH 2012
2:05:37 Moses Mosop KEN 2011
2:05:41 Sammy Wanjiru KEN 2009
2:05:42 Khalid Khannouchi MAR 1999
2:05:50 Evans Rutto KEN 2003
2:05:54 Sammy Kitwara KEN 2012
2:05:56 Khalid Khannouchi USA 2002
2:06:04 Abderrahim Goumri MAR 2009


Frauen:

Zeit Name Land Jahr
2:17:18 Paula Radcliffe GBR 2002
2:18:20 Liliya Shobukhova RUS 2011
2:18:47 Catherine Ndereba KEN 2001
2:19:26 Catherine Ndereba KEN 2002
2:20:25 Liliya Shobukhova RUS 2010
2:20:42 Berhane Adere ETH 2006
2:20:47 Galina Bogomolova RUS 2006
2:21:21 Joan Benoit USA 1985
2:21:22 Yoko Shibui JPN 2002
2:21:25 Deena Kastor USA 2005

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