Nach WM-Absage

Irina Mikitenko läuft den Chicago-Marathon

Mikitenko startet in Chicago (11.10). Es ist ihr erstes Rennen nach dem WM-Startverzicht wegen des Todes ihres Vaters.

Irina Mikitenko

Irina Mikitenko wird beim Chicago-Marathon starten.

Bild: photorun.net

Irina Mikitenko wird am 11. Oktober beim Chicago-Marathon an den Start gehen. Es wird ihr erstes Rennen sein seit dem Sieg beim London-Marathon am 26. April. Die 37-jährige Läuferin des TV Wattenscheid hatte aufgrund des Todes ihres Vaters im Sommer auf den Start beim WM-Marathon in Berlin verzichtet, bei dem sie zu den Favoritinnen gehört hätte. Jetzt fühlt sich Irina Mikitenko wieder bereit für einen Marathon. Erstmals wird sie in ihrer Karriere bei einem US-amerikanischen Straßenlauf teilnehmen.

„Ich habe kurz vor der WM wieder angefangen richtig zu trainieren und habe ohne Druck geschaut, wie ich in Form komme. Dann bin ich am 30. August ins Höhentraining nach St. Moritz gefahren“, erzählt Irina Mikitenko, die noch mindestens bis Montag in der Schweiz bleiben möchte. „Möglichst will ich länger bleiben, aber das wird vom Wetter abhängen, denn morgens ist es jetzt schon ziemlich kalt hier. Es läuft von Woche zu Woche besser und ich hoffe, dass es in den nächsten drei Wochen so weitergeht.“

In Chicago wird Irina Mikitenko auf hochkarätige Konkurrenz treffen. Bei dem Rennen, das zu den World Marathon Majors (WMM) gehört, startet auch eine Läuferin, deren Bestzeit nur 17 Sekunden langsamer ist als ihr deutscher Rekord von 2:19:19. Es ist die US-Rekordlerin Deena Kastor (Bestzeit: 2:19:36), die beim olympischen Marathon 2004 eine Bronzemedaille gewann und in Chicago bereits vor vier Jahren einmal siegte. Unter vier weiteren Läuferinnen, die Bestzeiten von unter 2:26 Stunden aufweisen, ist auch die Russin Liliya Shobukhova. Sie lief beim London-Marathon im April ein ausgezeichnetes Debüt in 2:24:24 Stunden und belegte damit Rang drei.

„Das starke Feld ist sicherlich eine Motivation für mich. Aber es ist aufgrund der etwas anderen Vorbereitung, die in Zusammenhang mit dem Tod meines Vaters steht, schwer vorherzusehen, was möglich sein wird. Ich werde ohne vorherigen Testwettkampf in diesen Marathon gehen. Aber wenn ich laufe, gebe ich immer mein Bestes“, erklärte Irina Mikitenko, die zurzeit rund 200 Trainingskilometer pro Woche absolviert.

Erst einmal ist Irina Mikitenko in ihrer Karriere überhaupt in den USA gestartet: 1996 lief sie bei den Olympischen Spielen in Atlanta 5.000 m. Damals, kurz vor ihrer Ausreise nach Deutschland, startete sie noch für Kasachstan, stand am Anfang ihrer internationalen Karriere und verpasste das Finale. In Chicago ist sie nach drei Marathonsiegen in Folge (London und Berlin 2008 sowie London 2009) eine Favoritin.

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