London-Marathon

Irina Mikitenko bleibt auf der Strecke

Deutschlands Marathonstar und Kenias Olympiasieger Sammy Wanjiru erreichten das Ziel beim London-Marathon nicht.

Tsegaye Kebede triumphierte beim London-Marathon.

Tsegaye Kebede triumphierte beim London-Marathon.

Marathon Nummer sechs entpuppte sich als Stolperstein für die beiden Läufer, die in den vergangenen zwei Jahren die Nummer eins waren über die 42,195 km: Die beiden Titelverteidiger Sammy Wanjiru (Kenia) und Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) blieben beim Virgin London-Marathon auf der Strecke. Beide liefen zum sechsten Mal in ihrer Karriere über die 42,195 km, beide kamen erstmals nicht ins Ziel. Stattdessen triumphierten Tsegaye Kebede (Äthiopien) und Liliya Shobukhova (Russland) am Sonntag in der britischen Metropole. Beim hochklassigsten Marathon des Jahres ging die Rekordzahl von 36.946 Läufern an den Start – 162.000 Athleten hatten sich ursprünglich um eine Startnummer beworben!

Tsegaye Kebede lief mit 2:05:19 Stunden die viertschnellste Zeit des Jahres und war deutlich vor dem Kenianer Emmanuel Mutai (2:06:23) und Jaouad Gharib (Marokko/2:06:55) im Ziel. Liliya Shobukhova verbesserte in London die Jahresweltbestzeit der Äthiopierin Atsede Bayisa (2:22:04 Stunden in Paris) um vier Sekunden und gewann vor ihrer Landsfrau Inga Abitova (2:22:19) und Aselefech Mergia (Äthiopien/2:22:38). Während Kebede insgesamt 130.000 US-Dollar an Sieg- und Zeitprämien verdiente, erhielt Shobukhova 80.000 Dollar.

Bereits bei Kilometer 18 war dagegen für Irina Mikitenko der Virgin London-Marathon 2010 beendet. Die 37-Jährige, die an der Themse einen Hattrick anstrebte, was in der Geschichte des Rennens zuvor lediglich zwei Athleten gelungen war (Dionicio Ceron und Katrin Dörre-Heinig), gab das Rennen aufgrund muskulärer Probleme auf. „Ich bin sehr enttäuscht, aber so etwas kann in einem Marathon passieren“, sagte Irina Mikitenko, die frühzeitig Muskelschmerzen im unteren Bereich des Schienbeins und des Sprunggelenks bekam. Die im anfänglichen Regen rutschigen Straßen verschlimmerten das Problem noch und bei Kilometer 15 blieb Irina Mikitenko kurzzeitig stehen. „Ich habe dann versucht, in einem etwas langsameren Tempo weiterzulaufen, aber es ging nicht“, sagte die Titelverteidigerin, die bei den englischen Buchmachern vor dem Start die Topfavoritin war.

„Das tut jetzt psychisch mehr weh als physisch“, sagte Irina Mikitenko nach dem vorzeitigen Ausstieg in London. In ihren fünf Marathonläufen zuvor war sie nie schlechter als Rang zwei platziert. 2008 und 2009 war Irina Mikitenko jeweils die schnellste Läuferin der Welt über die 42,195 km. Sie hatte zuletzt zweimal in London sowie 2008 mit einem deutschen Rekord in Berlin gewonnen (2:19:19 Stunden).

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