Das Interview

Irina Mikitenko: “Gespannt auf Chicago“

Irina Mikitenko mit ihrer Familie

Irina Mikitenko mit ihrer Familie

Bild: Photorun

Wie ist Ihre Form, können Sie Trainingsleistungen vergleichen mit denen vor ihrem Start beim Berlin-Marathon 2008, als sie mit 2:19:19 Stunden einen deutschen Rekord aufstellten?

Irina Mikitenko: Ich konnte insgesamt in St. Moritz gut trainieren und die Form ist in Ordnung. Auch wenn verglichen zu anderen Marathon-Vorbereitungen etwas Zeit fehlte, hoffe ich, dass es ausreicht. Vergleiche sind allerdings nicht möglich, da der Trainingsaufbau aufgrund der kürzeren Vorbereitungszeit ganz anders aussah.

Wie lang war Ihr längster Trainingslauf jetzt verglichen zu früher und wie viele Kilometer sind Sie maximal pro Woche gelaufen?

Irina Mikitenko: Ich bin jetzt maximal 32 Kilometer am Stück gelaufen, früher waren es auch schon einige Male 35. Eine kürzere Zeit bin ich auch jetzt 200 Kilometer pro Woche gelaufen, so wie früher. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Vorbereitungen habe ich dann jedoch in der letzten Phase wieder mehr Wert auf Qualität gelegt. Das heißt, ich bin schneller gelaufen, dafür aber nicht ganz so viele Kilometerumfänge. So waren es dann nur noch 180 km pro Woche.

Was ist Ihr Ziel in Chicago?

Irina Mikitenko: Es ist schwer vorherzusagen, was möglich ist. Aber wenn ich am Start eines großen Rennens stehe, möchte ich immer gewinnen und gebe alles, um das zu schaffen. Es sind einige sehr starke Läuferinnen am Start. Ich kann aber nicht so sehr nach den anderen schauen sondern muss mich auf mich selbst konzentrieren.

Wen schätzen Sie am stärksten ein?

Irina Mikitenko: Ich erwarte, dass die Russinnen sehr stark sein werden. Besonders gilt dies glaube ich für Liliya Shobukhova, die bereits in London im April im Rennen war und bei ihrem Debüt gleich Dritte wurde. Sie hat damals bei ihrem ersten Marathon sicherlich noch nicht ihr volles Leistungsvermögen zeigen können. Rechnen muss ich auch mit Teyba Erkesso, wobei die Äthiopierinnen immer schwer einzuschätzen sind. Und dann ist da auch noch die US-Rekordlerin Deena Kastor, deren Bestzeit von 2:19:36 nur unwesentlich langsamer ist als meine eigene. Für sie ist es natürlich eine Art Heimspiel.

Egal was passiert, die WMM-Serie 2008-2009 haben Sie praktisch schon gewonnen.

Irina Mikitenko: In der Serie gibt es noch zwei Rennen in diesem Jahr. Für mich steht jetzt erst mal der Lauf in Chicago an erster Stelle, um alles andere kümmere ich mich vorher nicht. Danach schaue ich dann auf die Punktewertung.

Sabrina Mockenhaupt erklärte in einem Interview mit ,Leichtathletik’, dass sie zukünftig bei internationalen Saisonhöhepunkten nicht mehr im Marathon an den Start gehen wird – wie sieht es bei Ihnen aus?

Irina Mikitenko: Der olympische Marathon 2012 in London bleibt ein ganz großes Ziel. Bei Olympia über die klassische Distanz zu laufen, ist etwas einmaliges. Auf den Marathon bei den Weltmeisterschaften in Daegu 2011 würde ich angesichts der extremen Hitze und Feuchtigkeit eher verzichten. Und auch ein Marathon-Start bei der EM im nächsten Jahr wird kein Thema sein. Denkbar ist aber, dass ich in Barcelona über 10.000 Meter antrete.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net

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Irina Mikitenko will gewinnen