Tod von Grete Waitz

Ihr Verdienst für den Frauen-Langstreckenlauf

Grete Waitz

Grete Waitz mit IAAF-Präsident Lamine Diack, Paula Radcliffe und New York-Marathon-Chefin Mary Wittenberg (von links).

Bild: photorun.net

Es war sicher auch ein Verdienst von Grete Waitz, dass der Frauen-Langstreckenlauf zukünftig wesentlich mehr beachtet wurde. Den letzten ihrer vier Marathon-Weltrekorde lief sie 1983 in London mit 2:25:29 Stunden. Damit hatte Grete Waitz, die in ihrer Karriere nationale Rekorde von 800 m bis zum Marathon aufgestellt hatte, die Bestmarke binnen fünf Jahren um über neun Minuten gesteigert. Ebenfalls 1983 wurde sie in Helsinki zur ersten Marathon-Weltmeisterin, ein Jahr später gewann sie bei der Olympia-Premiere des Frauen-Marathons Silber. Einmalig und so bald nicht zu übertreffen, ist die Zahl ihrer New York-Siege: Neunmal triumphierte Grete Waitz bei dem Spektakel. Keiner kommt da auch nur annähernd heran. Paula Radcliffe (Großbritannien) siegte bisher dreimal in New York, Bill Rodgers gewann in den 70er Jahren viermal.

Zum zehnten Sieg, den Fred Lebow ihr wünschte, kam es nicht. 1990 versuchte es Grete Waitz noch einmal und wurde Vierte. 1992 startete sie wieder in New York, dieses Mal allerdings unter anderen Vorzeichen: Sie lief gemeinsam mit dem schwer erkrankten Organisator nach 5:32:34 Stunden ins Ziel. Fred Lebow erlag 1994 einem Gehirntumor. Acht Jahre später starb auch Grete Waitz an Krebs.

Bereits zu Zeiten ihrer größten Erfolge begann Grete Waitz mit der Förderung des breitensportlichen Frauen-Laufsports. Als 1984 in Oslo vor dem Bislett-Stadion eine Statue von ihr enthüllt wurde, startete sie dort den ersten ,Grete Waitz Lopet’. Damals rannten 6.000 Norwegerinnen, heute sind es rund 45.000. „Früher haben sie Kaffee getrunken, heute laufen sie“, hat Grete Waitz einmal erzählt. Daran hat sie einen nicht unerheblichen Anteil. „Ich weiß nicht, ob ich das Laufen wirklich populär gemacht habe. Aber ich habe es zumindest akzeptabel gemacht für Leute, die nicht danach aussehen.“ In Kooperation mit ihrem Sportsponsor Adidas unterstützte Grete Waitz später auch die erfolgreiche Entwicklung von Frauenläufen in Dublin oder Berlin.

„Früher fanden es die Leute noch interessant, nur vom Start zum Ziel zu rennen. Heute wollen sie alleine dafür nicht mehr bezahlen. Es muss ein Programm geben. Beim Frauenlauf in Oslo stehen Spaß und Drumherum im Vordergrund, nicht der Wettkampf“, erzählte Grete Waitz über ihre Erfahrungen. Nach ihrer spitzensportlichen Karriere arbeitete sie nicht nur als Lauf-Organisatorin sondern auch als Trainerin, Laufbuch-Autorin und Kommentatorin. Die Norwegerin reiste als Ehrengast zu vielen Veranstaltungen. Nach ihrer Krebserkrankung 2005 engagierte sie sich zudem für Trainingsprogramme in Vorbeugung dieser Krankheit.

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