Runner's World Interview

Ihr Mann als Trainer und die Kinder

Irina Mikitenko

„Ich glaube, ohne Kinder könnte ich nicht so hart trainieren. An Tagen, an denen ich müde bin und es regnet, rettet mich der Gedanke, dass die Familie schon viel mitgemacht hat“

Bild: Gabi Gerster

Ihr Mann ist nicht nur Ihr Trainer – er ist zeitweise im Schichtdienst berufstätig. Sie haben zwei Kinder im Alter von 4 und 15 Jahren. Wie kann man ­einen ­solchen Familienalltag meistern?
Ich kenne das nicht anders. Ich habe meinen Sohn sehr früh bekommen. Die Kinder sind gleichzeitig eine große Motivation für mich. Das darf man nicht nur als zusätzlichen Zeitfaktor sehen. Frauen mit Kindern sind immer mehr motiviert. Wenn ich vom Training nach Hause komme oder von einem Wettkampf, und ich sehe, wie sich meine Kinder freuen, dann gibt mir das neue Kraft.

Man sieht auch an den vielen Zeichnun­gen in Ihrer Wohnung, dass Ihre Kinder regen Anteil an Ihrem Sport nehmen. Akzeptieren sie auch, wenn die Mutti mal müde und geschafft vom Sport ist?
Alexander, der Ältere, schon. Vanessa bringt mir dann ein Glas Wasser und sagt nach spätestens zwei Minuten: „So, jetzt bist du nicht mehr müde, jetzt gehen wir spielen.“

Sie selbst sind mit 13 zum Langstreckenlauf gekommen. War das eine Herzensentscheidung oder mehr Zufall?
Angefangen habe ich ja mit Eiskunstlaufen. Aber in Kasachstan gab es da nicht viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Andererseits wollten meine Eltern, dass ich in der Nähe bleibe. Und so kam ich zur Leichtathletik – das kann man schließlich überall machen. Mit 800 Metern habe ich begonnen und mich dann weiterent­wickelt. Laufen hat mir immer viel Spaß gemacht. Mit jedem Erfolg bekam ich noch mehr Lust darauf.

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