Kein Team-Wettbewerb in Moskau

IAAF bestätigt Aus für Marathon-Weltcup

Die IAAF hat das Aus des Marathon-Weltcups verkündet. Bei der WM im Moskau gibt es also nur eine Einzelwertung im Marathon - ein herber Dämpfer für Fitschen, Kah und Krebs, die die Team-Norm bereits unterboten hatten.

IAAF bestätigt Aus für Marathon-Weltcup Mikitenko

Lediglich Irina Mikitenko (2:24:53 Stunden), Deutschlands einzige Marathon-Weltklasseläuferin, hat die Einzelnorm des DLV für die WM bereits erfüllt, wird aber sicher nicht in Moskau starten.

Bild: photorun.net

Der Marathon-Weltcup ist endgültig Geschichte: Bei einem Council-Meeting des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF), der in Barcelona zurzeit sein 100-jähriges Bestehen feiert, gab es kein Zurück mehr zugunsten des Wettbewerbes. Der Marathon-Weltcup, der 1985 seine Premiere hatte und ab 1997 im Rahmen der Leichtathletik-Weltmeisterschaften stattfand, wird nicht mehr gestartet. Damit kann auch kein deutsches Marathon-Team bei den Titelkämpfen im kommenden Jahr in Moskau laufen.

Dies ist ein herber Dämpfer für die deutschen Läufer Jan Fitschen (TV Wattenscheid), Sören Kah (LG Lahn Aar-Esterau) und Robert Krebs (SCC Berlin), die die nationale Team-WM-Norm von 6:45:00 Stunden bereits unterboten hatten. Bei den Frauen hatten Anna und Lisa Hahner (Run2Sky.com) auf einen WM-Team-Start gehofft. Hier allerdings fehlte noch eine dritte Läuferin, denn Irina Mikitenko (SC Gelnhausen) und Susanne Hahn (schlau.com Saarbrücken) hatten kein Interesse an einem WM-Start in Moskau. Die deutschen Läufer müssen nun die deutlich anspruchsvollere, nationale Einzelnorm erfüllen, um bei den Weltmeisterschaften starten zu können.

Der sportliche Wert des Weltcups, der seit der WM-Einbindung 1997 nur noch als Team-Wettbewerb ausgetragen wurde, war allerdings ohnehin fraglich. Für viele der besten Marathonläufer der Welt sind die Weltmeisterschaftsrennen im Hochsommer nicht interessant. Etliche der Weltklasseläufer, die in der Regel nur zweimal im Jahr über die 42,195 km antreten können, starten lieber bei den hochkarätigen und lukrativeren Frühjahrs- und Herbstrennen. Das Weltcup-Teamrennen, bei dem für die Wertung die Zeiten der schnellsten drei Läufer eines Landes zusammengezählt wurden, spielte bei der WM nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings bot der Weltcup eine Gelegenheit für jüngere Läufer oder Athleten aus der zweiten Reihe, bei einem WM-Rennen Erfahrungen zu sammeln.

Als der Weltcup noch separat stattfand, hatte er zunächst einen höheren Stellenwert. Dabei gab es in den 80er Jahren in der Einzelwertung auch drei deutsche Medaillen: Katrin Dörre-Heinig gewann die Weltcup-Premiere 1985 und lief dann zwei Jahre später auf Rang drei bevor Uta Pippig 1989 Bronze gewann.

Der sinkende Stellenwert der Veranstaltung aber sicher auch die finanzielle Seite dürften die IAAF dazu bewogen haben, den Weltcup zu stoppen. Die Siegerteams erhielten zuletzt 20.000 US-Dollar, für Rang sechs gab es noch 6.000 Dollar. Insgesamt spart die IAAF ohne Weltcup bei der WM 2013 nun 142.000 US-Dollar an Prämien.

Damit die Marathon-WM-Starterfelder 2013 in Moskau nicht zu sehr zusammenschrumpfen, lässt die IAAF weiterhin fünf Läufer pro Nation zu. Zudem sind die internationalen Normen mit 2:17:00 Stunden (Männer) beziehungsweise 2:43:00 (Frauen) ausgesprochen „weich“.

Für die deutschen Läufer gelten allerdings die nationalen Normen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Diese stehen bei 2:12:45 beziehungsweise 2:29:00 Stunden. Erfüllt hat diese Norm lediglich Irina Mikitenko (2:24:53 Stunden). Deutschlands einzige Marathon-Weltklasseläuferin wird aber in Moskau sicherlich nicht starten.