Frankfurt-Marathon 2015

Hohe Qualität auch ohne Titelsponsor

Der bisherige Titelsponsor ist weg, aber Jo Schindler sieht den Erfolg des Frankfurt-Marathons am 25. Oktober 2015 nicht in Gefahr.

Frankfurt-Marathon 2014 - Die Fotos
Jo Schindler

Jo Schindler

Bild: photorun.net

Obwohl der Frankfurt-Marathon am 25. Oktober voraussichtlich keinen Titelsponsor haben wird, versichert Race-Direktor Jo Schindler, dass für die Breitensportler der gewohnte Frankfurter Service unverändert bestehen bleibt. Nachdem das bayerische Autohaus BMW entschieden hatte, ausgerechnet jenen Straßenlauf nicht mehr als Titelsponsor zu unterstützen, der in den letzten zehn Jahren international aufgestiegen ist wie kein anderes deutsches Rennen, soll es trotzdem am 25. Oktober auch ein erstklassiges Eliterennen geben. Im Interview nimmt Jo Schindler Stellung zur Situation, die übrigens ähnlich ist wie beim Berlin-Marathon Mitte der 90er Jahre. Damals hatten auch die Berliner keinen echten Titelsponsor.

Eine Fotogalerie aus dem Jahr 2014 finden Sie oberhalb dieses Artikels, weitere unter dem Artikel. Hier können Sie sich auf den diesjährigen Frankfurt-Marathon einstimmen.

Es sind noch fünf Monate bis zum Frankfurt-Marathon: Wie laufen die Vorbereitungen?

Jo Schindler: Wir sind ein über die Jahre eingespieltes Team, das toll harmoniert. Auch in diesem Jahr, in dem wir nicht aus dem Vollen schöpfen können. Denn nach dem Vertragsende mit unserem Titelsponsor BMW im vergangenen Jahr, ist es uns erstmals nicht gelungen, einen direkten Anschlussvertrag zu erreichen. Die Austragung des 34. Frankfurt-Marathons ist aber zu keiner Zeit in Gefahr gewesen. Alle Sponsorenpartner sind an Bord geblieben, einige haben ihr Engagement in dieser nicht ganz einfachen Zeit sogar verstärkt.

Müssen die Teilnehmer nun fürchten, dass in ihrem Bereich Abstriche gemacht werden müssen?

Jo Schindler: Der Frankfurt-Marathon hat dank seines sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnisses und seiner tollen Organisation einen ausgezeichneten Ruf in der Laufszene. Den wollen und werden wir nicht aufs Spiel setzen. Wir werden jedenfalls an nichts sparen, was den gewohnten Komfort für Läufer und Zuschauer gefährden könnte. Dafür müssen wir auch unsere Rücklagen in Anspruch nehmen. Die schnelle Strecke bleibt ein gutes Pflaster für Bestzeiten für die Elite- und die Breitensportler. Der rote Teppich in der Festhalle bleibt das stimmungsvolle Ziel. Auch auf die Vorzüge der kurzen Wege am Veranstaltungstag, die Nudelparty und die kostenlose Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs werden die Teilnehmer nicht verzichten müssen.

Woran wird man das geringere Budget am 25. Oktober merken?

Jo Schindler: Im Spitzensport werden wir auch in diesem Jahr ein internationales Feld haben, das aber nicht in weltrekordverdächtige Sphären vordringen wird. Zusätzlich veranstalten wir im Rahmen des ältesten deutschen City-Marathons die Deutschen Marathon-Meisterschaften. Wir setzen im Eliterennen neben internationalen Topathleten auch auf die deutsche Karte und versuchen, ein Feld mit vielen der stärksten deutschen Läuferinnen und Läufern zusammenzustellen. Wir wollen den Titel wieder deutlich aufwerten.

Ist das Gold Label des internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF, das den Laufklassiker am Main als Teil der 28 führenden Marathonrennen in der Welt ausweist, in Gefahr?

Jo Schindler: Nein. Wir werden auch in diesem Jahr versuchen, alle Bedingungen zu erfüllen, um das Gold Label des Leichtathletik-Weltverbandes zu behalten. Da bin ich guten Mutes, dass uns dies gelingen wird. Die Teilnehmer und Zuschauer dürfen sich auf einen wunderbaren Tag bei Frankfurts größtem Straßenfest freuen.

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