Sky Running World Championships 2014

Hochkarätige WM in Chamonix

Mit einer hochkarätigen Besetzung von Läufern aus 38 Nationen fanden vom 27. bis 29. Juni 2014 die Sky Running World Championships in Chamonix statt. Mit zwei Bildergalerien!

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Sky Running World Championships

Die Teilnehmer des Mont-Blanc-Ultramarathon mussten 83 km mit insgesamt 6.000 Höhenmetern bewältigen.

Bild: Gaetan Haugeard

Mont-Blanc-Ultramarathon: 83 km mit 6.000 Höhenmetern

Philipp Reiters Augen leuchten als in Chamonix auf dem Place de Triangle de l'Amitie die Siegerehrung der 83 Kilometer langen Sky Running Ultramarathon World Championships über die Bühne geht. Starker Fünfter ist er geworden, bei diesem hochkarätig besetzten Rennen, das bei recht warmen Temperaturen rund um Chamonix nur 51 Prozent der 1.119 Teilnehmer finishen konnten. Wie schwierig und technisch anspruchsvoll die mit jeweils 6.000 Höhenmetern in Auf- und Abstieg gespickte Strecke war, kann man schon an den Siegerzeiten ablesen.

Philipp Reiter benötigte 11:09 Stunden für die von langen Schneepassagen und steinigen Downhills sowie seilversicherten Abschnitten geprägte Runde, die so schwierig wie schön war und teilweise durch eine nahezu unberührte Bergwelt führte. Exakt genauso lang war er für seinen Sieg beim Zugspitz Ultratrail 2013 über 100 Kilometer unterwegs gewesen. "Mir gefällt das, wenn es im alpine Gelände schwierig ist und man ständig aufpassen muss. Aber mit den vielen Höhenmetern war das Ganze schon ziemlich hart und anspruchsvoll. Auf dem großen Schneefeld hatten wir aus der Führungsgruppe natürlich Glück, dass noch nichts platt getreten war und wir noch ausreichend Grip hatten. Meine Platzierung bei dieser WM ist mir viel wert, weil viel starke Konkurrenz am Start war."

Die Sky Running World Championships führten durch malerische Bilderbuch-Landschaften.

Bild: Klaus Dahlbeck

Luis-Alberto Hernando Sieger beim Mont-Blanc-Ultramarathon

Den Sieg holte sich der Spanier Luis Alberto Hernando vor dem Vorjahresgewinner Francois Dhaene (F). Bei den Frauen lag nach einem spannenden Rennen am Ende Emelie Forsberg (SWE) nur 8 Minuten vor Anna Frost (NZL). "Es war ein fantastischer Tag in den Bergen. Auf dem langen Abschnitt zwischen La Buet und Col de Passet habe ich meine Trinkflasche immer wieder an den Bergbächen aufgefüllt. Das hat gut funktioniert," sagte eine glückliche Emilie Forsberg gegenüber RUNNER'S WORLD.

Aufgrund massiver Kritik vieler langsamerer Teilnehmer, die zwischen La Buet und Col de Passe bis zu sechseinhalb Stunden ohne Verpflegungspunkt unterwegs waren, erwägt die Rennleitung Veränderungen für die kommende Austragung. In jedem Fall wird dieser Wettkampf im Rahmen der Sky Running Weltmeisterschaft 2014 als eines der schwersten und spektakulärsten Ultrarennen in Europa in die Geschichte eingehen.

Resultate beim Mont-Blanc-Ultramarathon:

Männer
  1. Luis Alberto Hernando (ESP): 10:25:52
  2. François d'Haene (FRA): 10:29:33
  3. Ben Duffus (AUS): 10:52:33

Frauen
  1. Emilie Forsberg (NOR): 12:38:49
  2. Anna Frost (NZ): 12:46:52
  3. Magdalena Laczak (PL): 12:58:51

Mont-Blanc-Weltmeisterschaften

Bild: Klaus Dahlbeck

Bei Läufen mit derartigen Höhenmetern lässt sich die Begegnung mit Schnee nicht umgehen.

2.300 Läufer beim Mont-Blanc-Marathon

Was für ein Wochenende für den Dominator des Trail- and Skyrunnings Kilian Jornet. Der Katalane holte sich nicht nur die Weltmeisterschaft über den Vertikalkilometer, wo er am Freitag in neuer Kursrekordzeit (34:16 Minuten) unterhalb der Seilbahn von Chamonix auf direktem Weg 3,8 Kilometer nach Planpraz hinaufstürmte, er gewann zwei Tage darauf auch den in diesem Jahr als Sky Running World Championships ausgetragenen Mont-Blanc-Marathon. Obwohl die Strecke aufgrund starker Regenfälle und Wind kurzfristig entschärft werden musste und weniger technisch anspruchsvoll war als auf dem Originalkurs, holte er sich am Sonntag den Sieg überlegen in 3:23:39 Stunden. Wer ihn auf dem letzten Kilometer hinunter Richtung Chamonix laufen sah, lächelnd und mit Supportern plaudernd, musste glauben, er sei gerade auf einem lockeren Trainingslauf unterwegs. Einen spannenden Fight um Platz 3 hinter dem Franzosen Michel Lanne lieferten sich auf den letzten Metern Marc Lauenstein und Tom Owens. Am Ende konnte der Schotte noch am Schweizer vorbeiziehen und sich einen Platz auf dem Podium sichern.

Florian Reichert belegt den neunten Platz beim Mont-Blanc-Marathon

Aus deutscher Sicht erfreulich, der neunte Platz des Göttingers Florian Reichert vom Team Arc'teryx (3:37:54). Salomon Teamchef Greg Vollet, der gegen Ende noch von Reichert überholt wurde, kommentierte das so: "Florian hat schnell dazu gelernt. Im Vergleich zum Vorjahr wirkt er auf den Bergtrails deutlich verbessert. Da sehe ich Potential." Dabei hatte Reichert, der im Hauptberuf als Lehrer arbeitet, kaum Zeit zur Akklimatisierung: "Ich habe am Freitag noch vor der Klasse gestanden." Erfreulich auch die sehr gute Platzierung des Müncheners Hans Hörmann, der mit einer starken Zeit von 4:39:28 in der Altersklasse V2 (50-60 Jahre) Dritter wurde. 2.300 Läufer waren beim schon seit Monaten ausgebuchten Mont-Blanc-Marathon am Start gewesen. Nur 5 Prozent aller Läufer mussten das Rennen vorzeitig abbrechen.

Resultate beim Mont-Blanc-Marathon:

Männer
  1. Kilian Jornet (ESP): 3:23:39
  2. Michel Lanne (FR): 3:25:50
  3. Thomas Owens (UK): 3:26:20

Frauen
  1. Elisa Desco (ITA): 3:53:33
  2. Megan Kimmel (USA): 3:54:51
  3. Stevie Kremer (USA): 3:55:36


Resultate beim Vertikalkilometer-Rennen:

Männer
  1. Kilian Jornet (ES): 34:18

  2. Bernard Dematteis (IT): 34:36
  3. Urban Zemmer (IT): 34:37

Frauen
  1. Laura Orgue-Vila (ES): 41:29
  2. Stevie Kremer (US): 41:37
  3. Christel Dewalle (FR): 41:50

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