Tokio-Marathon

Helah Kiprop bricht Streckenrekord

Die Kenianerin Helah Kiprop hat den Tokio-Marathon mit neuer Streckenrekordzeit von 2:21:27 Stunden gewonnen.

Helah Kiprop

Helah Kiprop sorgte in Tokio für die beste Leistung des Tages.

Bild: photorun.net

Die Kenianerin Helah Kiprop hat den Tokio-Marathon mit einer Streckenrekordzeit von 2:21:27 Stunden gewonnen und sorgte damit für die beste Leistung des Tages. Dennoch reichte das nicht, um die Abbott World Marathon Majors (WMM)-Serie zu gewinnen. Aufgrund einer Punktgleichheit zwischen drei Läuferinnen entschieden sich die Race-Direktoren der WMM in einer Abstimmung für Mary Keitany (Kenia) als Siegerin. Sie teilt sich mit ihrem Landsmann Eliud Kipchoge das Preisgeld in Höhe von einer Million US-Dollar. Beide waren in Tokio nicht am Start. Das Rennen der Männer gewann der Äthiopier Feyisa Lilesa mit einer Zeit von 2:06:56 Stunden. Er konnte in der WMM-Serie den London- und Berlin-Marathon-Sieger Eliud Kipchoge nicht mehr einholen.

Der Tokio-Marathon war das erste WMM-Rennen des Jahres. Es folgt nun der Boston-Marathon am 18. April. Dort beginnt dann die nächste, rund einjährige WMM-Serie, die wiederum in Boston 2017 ihr Finale haben wird.

Helah Kiprop bestimmte das Tempo

Die Spitzengruppe der Frauen schlug in Tokio von Beginn an ein Tempo ein, das auf einen Streckenrekord hindeutete. Die Äthiopierin Tirfi Tsegaye war vor zwei Jahren 2:22:23 Stunden gelaufen. Nach einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 1:10:41 erreichte eine vierköpfige Spitzengruppe die 35-km-Marke nach 1:57:08. Neben Helah Kiprop liefen die zweifache Marathon-Weltmeisterin Edna Kiplagat (Kenia) sowie die beiden Äthiopierinnen Amane Gobena und Birhane Dibaba, die mit einem Sieg die WMM-Wertung hätte gewinnen können. Doch am Ende musste sich die Vorjahressiegerin mit Rang fünf begnügen.

An der Spitze hatte Kiprop das Tempo erhöht und die Führung übernommen. Am Ende gewann die 30-jährige Marathon-Vize-Weltmeisterin noch deutlich vor Amane Gobena (2:21:51) und Edna Kiplagat (2:22:36). Mit ihrer Siegzeit von 2:21:27 steigerte Helah Kiprop ihre persönliche Bestzeit deutlich. Im vergangenen Jahr war sie in Tokio als Zweite 2:24:03 Stunden gelaufen. „Erst auf der Ziellinie war ich mir sicher, dass ich wirklich gewinnen würde. Ich hätte nicht gedacht, dass ich den Streckenrekord brechen könnte“, sagte Helah Kiprop. Die Schweizer Rekordhalterin Maja Neuenschwander rannte als beste nicht-afrikanische Läuferin auf Rang acht mit 2:27:36 und zeigte damit gute Konstanz.

Größter Sieg der Karriere für Feyisa Liles beim Tokio-Marathon

Auch die Männer liefen zeitweilig Zwischenzeiten, die im Bereich des Streckenrekordes lagen. Die Halbmarathonmarke passierte die Spitzengruppe nach 62:52 Minuten. Der Kursrekord, den Dickson Chumba vor zwei Jahren aufgestellt hatte, steht bei 2:05:42. Der Kenianer war einer der großen Favoriten und lieferte sich im zweiten Teil des Rennens einen Zweikampf mit Feyisa Lilesa. Kurz nach der 30-km-Marke (1:29:49) übernahm Chumba, der mit einem Sieg in der WMM-Wertung noch mit Eliud Kipchoge hätte gleichziehen können, die Spitze. Nur Lilesa konnte dem Kenianer folgen. Nach 35 km hatte das Duo bereits einen Vorsprung von 37 Sekunden. „Ich wusste, dass ich ihm folgen musste“, erklärte der Äthiopier später. „Nach der 40-km-Marke konnte er das Tempo nicht mehr ganz halten, deswegen ging ich an die Spitze.“ Rund einen Kilometer vor dem Ziel setzte sich Lilesa dann entscheidend von Chumba ab.

Für den 26-jährigen Äthiopier, der eine Bestzeit von 2:04:52 Stunden vorweisen kann, war es in Tokio der größte Sieg seiner Karriere. Mit 2:06:56 hatte Lilesa schließlich noch einen deutlichen Vorsprung vor Bernard Kipyego, der das Ziel nach 2:07:33 erreichte, nachdem er auf den letzten Metern noch seinen Landsmann Dickson Chumba (2:07:34) abgefangen hatte. Als Vierter folgte der Marathon-Olympiasieger Stephen Kiprotich (Uganda) mit 2:07:46, Fünfter wurde der zweimalige Marathon-Weltmeister Abel Kirui (Kenia) in 2:08:06.

Während sich Feyisa Lilesa Hoffnungen macht, nach dem Tokio-Sieg für die Olympischen Spiele nominiert zu werden, hat Emmanuel Mutai (Kenia) im Rennen um eines der drei Tickets nach Rio keine Chance mehr. Der zweitschnellste Marathonläufer aller Zeiten (2:03:13 in Berlin 2014) kam in Tokio als Siebenter mit 2:10:23 ins Ziel.

Ergebnisse, Männer:
1. Feyisa Lilesa ETH 2:06:56
2. Bernard Kipyego KEN 2:07:33
3. Dickson Chumba KEN 2:07:34
4. Stephen Kiprotich UGA 2:07:46
5. Abel Kirui KEN 2:08:06
6. Eliud Kiptanui KEN 2:08:55
7. Emmanuel Mutai KEN 2:10:23
8. Yuki Takamiya JPN 2:10:57

Frauen:
1. Helah Kiprop KEN 2:21:27
2. Amane Gobena ETH 2:21:51
3. Edna Kiplagat KEN 2:22:36
4. Aberu Kebede ETH 2:23:01
5. Birhane Dibaba ETH 2:23:16
6. Shure Demise ETH 2:25:04
7. Ashete Bekere ETH 2:25:50
8. Maja Neuenschwander SUI 2:27:36

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