Champions Race

Haile lässt Paula im Jagdrennen hinter sich

Aus dem Verfolgungsrennen zwischen Haile Gebrselassie und Paula Radcliffe ging der äthiopische Wunderläufer als klarer Sieger hervor.

Haile Gebrselassie und Paula Radcliffe

Haile Gebrselassie und Paula Radcliffe im Ziel auf dem Wiener Heldenplatz.

Bild: VCM/Jean-Pierre Durand

Das mit Spannung erwartete Champions Race, das im Rahmen des Wien-Marathons stattfand, hatte einen klaren Sieger: Haile Gebrselassie ließ in dem Jagdrennen über die Halbmarathondistanz Paula Radcliffe klar hinter sich.

Die britische Marathon-Weltrekordlerin (2:15:25) war mit einem Vorsprung von 7:52 Minuten auf den äthiopischen Superstar Haile Gebrselassie ins Rennen gegangen. Dieser Vorsprung basierte auf den persönlichen Bestzeiten der beiden Ausnahmeläufer über die 21,0975-km-Distanz (dabei wurden aber jene Zeiten genommen, die auf Rekord-konformen Strecken gelaufen wurden). Radcliffe und Gebrselassie hatten jeweils zwei Läufer, die mit ihnen ins Rennen gingen.

Schon relativ bald nach seinem Start verringerte Haile Gebrselassie den Vorsprung deutlich. Nach 9 Kilometern war dieser bereits auf 3:42 Minuten zusammengeschrumpft. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass der Äthiopier das Rennen gewinnen würde. Auf den folgenden Kilometern machte er im Verhältnis noch deutlich mehr Boden gut, so dass er Paula Radcliffe bereits nach 15,3 km überholte. Die 38-Jährige war offensichtlich nicht in Form, nachdem sie in den vergangenen zwei Wochen an einer Bronchitis gelitten hatte und Antibiotika nehmen musste. „Ich habe ihr zugerufen, sie solle sich beeilen“, erzählte Haile Gebrselassie, der beim Überholen auch eine Armbewegung machte, um Paula Radcliffe anzutreiben. Aber der Äthiopier war bald außer Sichtweite und erreichte das Ziel schließlich in 60:52 Minuten. Paula Radliffe hatte sichtbar Schwierigkeiten und musste sich mit 72:03 Minuten – der langsamsten Halbmarathonzeit ihrer Karriere – zufrieden geben. Der tatsächliche Zeitunterschied betrug damit am Sonntag 11:11 Minuten.

“Paula war offensichtlich krank, ansonsten wäre sie nicht so langsam gelaufen. Ich hatte mir gedacht, dass ich sie vielleicht nach 20 Kilometern einholen könnte. Aber sie hatte einen schlechten Tag – das kann passieren. Für mich war es ein schönes Rennen in einer tollen Atmosphäre. Ich habe es genossen, obwohl ich gehofft hatte, etwas schneller zu laufen“, sagte Haile Gebrselassie.

„Es ging gar nicht gut für mich. Ich hatte gehofft, etwa 69 Minuten laufen zu können. Aber schon nach sechs, sieben Kilometern wurden meine Beine sehr schwer“, sagte Paula Radcliffe, die sich in einer ersten Reaktion bei den Veranstaltern für ihre Leistung entschuldigte. „Es gibt nichts zu entschuldigen – Paula hat trotzdem eine tolle Show geboten“, sagte Race-Direktor Wolfgang Konrad. „Ich kann so kurz nach dem Rennen nicht sagen, was der Grund für meine schwache Leistung ist. Vielleicht war es die Bronchitis, aber eigentlich hätte ich trotzdem schneller sein müssen. Mit der Atmung hatte ich nicht so große Probleme wie mit den Beinen“, erklärte Paula Radcliffe und fügte hinzu: „Dies sollte ein wichtiger Test für Olympia sein, aber am Ende war es gar kein Test.“

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