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Haile Gebrselassies dritter Anlauf in Dubai

Haile Gebrselassie, der äthiopische Langstrecken-Star, will beim Dubai-Marathon seinen eigenen Weltrekord verbessern.

Haile Gebrselassies dritter Anlauf in Dubai

Hoch hinaus will Haile Gebrselassie in Dubai. Hier steht er vor dem höchsten Gebäude der Welt, anschließend fuhr er in den 124. Stock des 828 m hohen Turms "Burj Kalifa".

Im dritten Anlauf soll es klappen für Haile Gebrselassie: Der äthiopische Langstrecken-Star will beim Dubai-Marathon am Freitag seinen eigenen Weltrekord verbessern. In Berlin war Gebrselassie 2008 mit 2:03:59 Stunden als erster unter 2:04 gelaufen. Hat der 36-Jährige in den Vereinigten Arabischen Emiraten Erfolg, kassiert er die höchste Prämie, die je ein Läufer erhalten hat. Denn die Veranstalter loben neben dem Sieggeld von 250.000 Dollar einen Weltrekord-Bonus von einer Million Dollar aus. Rennen über kürzere Distanzen hinzugerechnet, werden am Freitag in Dubai rund 12.000 Läufer starten.

Die flachste Marathonstrecke der Welt will Haile Gebrselassie am Freitag in Dubai nutzen, um einen weiteren Weltrekord aufzustellen. „Ich traue mir generell zumindest eine Zeit von 2:03:30 Stunden zu, aber ich kann nichts versprechen“, erklärte Haile Gebrselassie am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Dubai.

Zuversichtlich, aber zugleich auch zurückhaltend präsentierte sich der Äthiopier, der in seiner Karriere bisher 20 Weltrekorde und sieben inoffizielle Bestzeiten aufgestellt hat. „Ich bin gut vorbereitet, aber es sind 42 Kilometer zu rennen. Da kann viel passieren“, sagte Haile Gebrselassie. Das gilt auch für die superflache Rennstrecke von Dubai, wo die maximalen Höhenunterschiede nur wenige Meter betragen. Haile Gebrselassie spricht aus Erfahrung. Schon zweimal ist er in den Vereinigten Arabischen Emiraten bei seiner Weltrekordjagd gescheitert: Vor zwei Jahren war er etwas zu schnell losgelaufen, so dass ihm am Ende die Kräfte ausgingen. Damals gewann er in 2:04:53 Stunden. 2009 siegte er erneut in Dubai (2:05:29), doch sein Weltrekordprojekt scheiterte aufgrund sintflutartiger Regenfälle. Am Freitag beginnt in Dubai das Rennen bereits um 6.30 Uhr morgens, um den hohen Temperaturen am Vormittag aus dem Weg zu gehen.

Haile Gebrselassie wird unter anderen auf seinen Landsmann Tesfaye Tola (Bestzeit: 2:06:57) sowie die Kenianer Sammy Korir (2:04:56), Joshua Chelanga (2:07:05) und Daniel Yego (2:08:16) treffen. Alles andere als ein dritter Sieg in Folge von Haile Gebrselassie wäre aber eine Überraschung.

In den letzten Jahren haben die Veranstalter um den aus Irland stammenden Race-Direktor Peter Connerton die Strecke immer weiter optimiert. Der aktuelle Kurs am Persischen Golf hat nur noch zwei Wenden, drei Ecken und vier schräge Kurven. Ansonsten geht es nur geradeaus. „In Dubai ist alles perfekt organisiert“, sagt Haile Gebrselassie, der für einen Start in den Emiraten sogar auf die prestigeträchtigen Frühjahrs-Marathonrennen von London oder Boston verzichtet. Das liegt allerdings auch am Geld, das es in Dubai zu verdienen gibt. 250.000 Dollar beträgt alleine die Siegprämie – das ist deutlich mehr als in London und Boston zusammen. Bricht Haile Gebrselassie tatsächlich im dritten Anlauf den Weltrekord, erhält er eine zusätzliche Prämie von einer Million Dollar.

Die Finanzkrise hat den Dubai-Marathon nicht getroffen. „Zunächst hatte ich Bedenken. Aber alle unsere Sponsoren haben ohne Kürzungen ihr Engagement fortgesetzt. Und für 2011 gibt es sogar schon neue Zusagen“, sagt Peter Connerton, der den Dubai-Marathon zu einem der hochkarätigsten Rennen weltweit entwickelt hat. Das gilt auch für den Lauf der Frauen, für die es ebenfalls um eine 250.000-Dollar-Siegprämie geht. Zwei Äthiopierinnen sind die Favoritinnen: Titelverteidigerin Bezunesh Bekele (Bestzeit: 2:23:09) und Askale Magarsa (2:21:31), die das Rennen 2007 gewonnen hatte. Kurzfristig aufgrund von Formschwäche absagen musste Berhane Adere (Äthiopien), die Dubai-Siegerin von 2008. Stärkste Kenianerin ist voraussichtlich Helena Kirop, die ein Bestzeit von 2:25:01 Stunden aufweist.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net