Vor dem Berlin-Marathon 2009

Haile Gebrselassie im Interview

Haile Gebrselassie will beim Berlin-Marathon 2009 wieder einen neuen Marathon-Weltrekord laufen.

Interview Haile Gebrselassie

Haile Gebrselassie

Bild: Photorun

Haile Gebrselassie will beim real,- Berlin-Marathon am 20. September seinen eigenen Weltrekord von 2:03:59 Stunden weiter verbessern. Der 36-jährige äthiopische Ausnahmeläufer, der in den vergangenen drei Jahren in Berlin gewann, trifft dabei aber auf einen hochkarätigen Gegner: den Kenianer Duncan Kibet. Im Vorfeld des Rennens zeigte sich Haile Gebrselassie überaus zuversichtlich.

Mit welchem Ziel gehen Sie in Berlin an den Start?
Haile Gebrselassie: Ich will gewinnen und das mit einem Weltrekord!

Seit Sie im vergangenen Jahr in Berlin den aktuellen Weltrekord aufgestellt haben, haben Sie eine paar weitere avisierte Bestzeiten verpasst. Das ist eher ungewöhnlich für Haile Gebrselassie. Woran lag das?
Für mich ist der Frühling eine schwierige Zeit, weil es oft kühl und feucht ist und zudem viele Pollen herumfliegen. Ich habe besonders im Frühjahr Schwierigkeiten mit der Atmung durch die Pollenbelastung. In Berlin hatte ich in den vergangenen beiden Jahren Glück mit den Witterungsbedingungen. Ich hoffe, dass es dieses Mal wieder so sein wird.

Wie ist Ihre Form verglichen zum vergangenen Jahr? 2008 litten Sie kurz vor dem Rennen in Berlin unter einem Wadenproblem.
Insgesamt bin ich in besserer Form als vor einem Jahr. Und ich habe keinerlei derartige Probleme wie 2008 mit meiner Wade.

Wie viele Trainingskilometer haben Sie durchschnittlich pro Woche absolviert in der Vorbereitung auf den real,- Berlin-Marathon und wie lang war der längste einzelne Lauf?
Also Trainingskilometer in Äthiopien zu messen, das ist eine sehr komplizierte Angelegenheit. Ich renne nicht immer auf normalen Straßen oder Wegen. Ich weiß nicht genau, wie viele Kilometer ich in der Woche laufe, aber ich schätze, dass es zwischen 200 und 240 sind. 240 wäre das Maximum, in vielen Wochen laufe ich ungefähr 200 Kilometer. Mein längster Trainingslauf dauert drei Stunden.

In Berlin treffen Sie auf Duncan Kibet – das ist eine große Herausforderung. Was denken Sie darüber?
Ja, natürlich ist ein Rennen mit Duncan Kibet eine große Herausforderung. Aber im vergangenen Jahr hatte ich mit James Kwambai auch einen Gegner, der bis Kilometer 34 noch mit mir an der Spitze war. Sollte nun Duncan Kibet noch nach 35 Kilometern mitlaufen, könnte sich in der Tat ein taktisches Rennen entwickeln, bei dem wir den Weltrekord verpassen könnten – es sei denn, er ist in der Form, den Weltrekord selbst zu brechen.

Sie starten zum vierten Mal in Folge beim real,- Berlin-Marathon. Wie ist Ihr Verhältnis zu der Stadt und zu Deutschland?
Schon bei meinem ersten Start in Deutschland fühlte ich mich sehr wohl. Damals bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart 1993 habe ich eine Gold- und eine Silbermedaille gewonnen. Ich habe viele schöne Erinnerungen an Wettkämpfe in Deutschland – bezogen sowohl auf die Hallensaison mit Meetings in Stuttgart oder Karlsruhe, den Sommer mit der Golden League in Berlin und natürlich den Marathon in Berlin. Ich bin stolz darauf, so viele Weltrekorde in Deutschland aufgestellt zu haben. Die Zuschauerbegeisterung beim real,- Berlin-Marathon ist erstaunlich – jeder scheint mich und meinen Namen zu kennen. Für die Fans, die immer genau wissen wollen, was ich mache, gibt es jetzt meinen Haile-Twitter im Internet unter: Twitter HaileGebr.

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