Interview

Günther Weidlinger will weit nach vorne

Österreichs bester Marathonläufer will bei der Europameisterschaft in Barcelona unter die ersten acht.

Weidlinger 220

Günther Weidlinger will beim EM-Marathon in Barcelona weit nach vorne laufen.

Bild: photorun.net

Günther Weidlinger könnte bei den Leichtathletik-Europameisterschaften, die vom 27. Juli bis 1. August in Barcelona stattfinden, der erfolgreichste deutschsprachige Läufer werden. Er gehört zu einer größeren Gruppe von Favoriten über die Marathondistanz. Der 32-jährige Österreicher, früher ein Weltklasseläufer über 3.000 m Hindernis, steigerte sich in seinem zweiten Rennen über die 42,195 km im Oktober 2009 in Frankfurt auf 2:10:47 Stunden. Zurzeit bereitet sich Günther Weidlinger in St. Moritz auf den EM-Marathon vor. Dort gab er das folgende Interview:

Zum ersten Mal starten Sie bei einer internationalen Meisterschaft über die Marathondistanz. Mit welchen Zielen gehen Sie in Barcelona an den Start?

Günther Weidlinger: Mein Ziel ist, eine Platzierung unter den ersten sechs beziehungsweise den ersten acht zu erreichen. Gemessen daran, dass dies mein erster internationaler Meisterschafts-Marathon sein wird, ist dies sicherlich ein hochgestecktes Vorhaben. Aber mit meiner Frankfurter Bestzeit von 2:10:47 Stunden stehe ich ganz gut da. Davon ausgehend, sollte ich in Barcelona in der Spitzengruppe dabei sein.

Wer sind voraussichtlich Ihre schärfsten Konkurrenten?

Günther Weidlinger: Ich glaube, dass in diesem Rennen viele Läufer eine Chance auf eine vordere Platzierung haben. Ich sehe eher keine ganz heißen Medaillenanwärter und schätze, dass 15 bis 18 Athleten um die Medaillen kämpfen könnten. Ich rechne mit dem Schweizer Viktor Röthlin und dem Spanier Jose Manuel Martinez. Die Spanier werden im eigenen Land sicherlich stark sein, auch die Portugiesen sind zu beachten. Ich kann mir aber ebenso vorstellen, dass am Ende – wie bei der EM 2002 in München mit dem Finnen Janne Holmen –ein echter Außenseiter vorne ist.

Beim Wien-Marathon im April litten Sie unter einem Wadenproblem und kamen daher nicht über Rang zwölf hinaus. Wann konnten Sie danach wieder richtig trainieren und wie lief es bisher?

Günther Weidlinger: Es hat drei bis vier Wochen gedauert, bis die Wade wieder richtig in Ordnung war und das Gefühl im Muskel stimmte. Ich habe in dieser Zeit alternativ auf dem Rad und im Wasser trainiert. Drei Wochen nach dem Wien-Marathon habe ich mit langsamen Läufen begonnen. Danach ging es bis heute sehr gut, ich habe prima Trainingswerte. Um die Wade zu stärken, habe ich viel Krafttraining integriert.

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