Nach Sieg beim Berlin-Marathon 2012

Geoffrey Mutai könnte auch 2013 auf Berlin setzen

„Ich freue mich über das, was ich erreicht habe, aber ich habe noch ein Ziel“, sagte Geoffrey Mutai nach seiner Weltjahresbestzeit beim BMW Berlin-Marathon.

Geoffrey Mutai hat den BMW Berlin-Marathon 2012 gewonnen, doch damit ist er noch nicht am Ziel

Geoffrey Mutai hat den BMW Berlin-Marathon 2012 gewonnen, doch damit ist er noch nicht am Ziel.

Bild: BMW Berlin-Marathon/Jiro Mochizuki

„Ich bin froh über mein Rennen am Sonntag – allerdings hoffte ich, dass ich schneller laufen würde. Ein Problem im linken Bein, das auch in die Hüfte strahlte, hat mich ab Kilometer 35 beeinträchtigt“, erklärte Geoffrey Mutai einen Tag nach seinem Sieg beim BMW Berlin-Marathon, bei dem er mit 2:04:15 Stunden eine Jahresweltbestzeit aufstellte. „Ich freue mich über das, was ich erreicht habe, aber ich habe noch ein Ziel“, antwortete Geoffrey Mutai auf die Frage, ob er sich jetzt – nach Streckenrekorden bei den Rennen von Boston und New York sowie dem Triumph in Berlin – als Nummer eins fühlen würde.

Der 30-jährige Ausnahmeläufer will den offiziellen Weltrekord brechen, um sich dann als Nummer eins zu fühlen. Mit seiner Boston-Siegzeit von 2011, als er nach 2:03:02 Stunden ins Ziel stürmte, ist er zwar der schnellste Marathonläufer. Doch da Bostons Strecke nicht rekordtauglich ist, steht als Weltrekordzeit das Ergebnis seines Landsmannes Patrick Makau (2:03:38 in Berlin 2011).

„Es tut weh eine solche Zeit gelaufen zu sein, die dann nicht offiziell als Rekord anerkannt wird. Mein Ziel ist es deswegen weiterhin, meine eigene Bestzeit zu unterbieten“, erklärte Geoffrey Mutai. Den Weltrekord wird er auch im nächsten Jahr wieder anpeilen. „Ich gebe mir noch ein Jahr, um den Rekord zu brechen“, erklärte Geoffrey Mutai. Somit könnte eine Rückkehr zum BMW Berlin-Marathon am 29. September 2013 ein Thema sein. Im Frühjahr wird Geoffrey Mutai voraussichtlich am ehesten beim Boston-Marathon 2013 oder beim London-Marathon 2013 laufen.

„Ein weiterer Start in Berlin im nächsten Jahr ist auf jeden Fall eine Möglichkeit“, sagte Geoffrey Mutais holländischer Manager Gerard van de Veen und fügte hinzu: „Wir werden jetzt zunächst entscheiden, welchen Frühjahrsmarathon Geoffrey rennen wird. Im nächsten Herbst ist eine Rückkehr nach Berlin sicherlich eine Option. Sollte Geoffrey bereits im Frühjahr Weltrekord rennen, hätte dies Auswirkungen auf die Planung im Herbst. In diesem Jahr musste sich Geoffrey zwischen einem Start beim Berlin-Marathon 2013 und dem New-York-Marathon 2013 entscheiden. Da er schnell laufen wollte, kam er nach Berlin.“ Mark Milde, der Race-Direktor des BMW Berlin-Marathons, würde Geoffrey Mutai gerne wieder am Start sehen: „Es ist immer schön, wenn der Vorjahressieger zurückkommt. Ich würde mich freuen, wenn Geoffrey 2013 wieder bei uns startet.“

Auch ein neues Duell zwischen Geoffrey Mutai und Dennis Kimetto, der am Sonntag nur einen halben Schritt hinter dem Sieger ins Ziel kam und mit 2:04:16 Stunden einen inoffiziellen Debüt-Weltrekord aufstellte, ist möglich in Berlin 2013. „Das kann ich mir durchaus vorstellen“, erklärte Gerard van de Veen. Geoffrey Mutai hält viel von seinem Trainingspartner Dennis Kimetto. „Er hat das Potenzial den Weltrekord zu brechen. Es gibt viele sehr gute Trainingspartner in meiner Gruppe, Dennis ist der Stärkste. Aber wenn wir am Ende des Trainings in der letzten Minute sprinten, dann bin ich immer vor ihm“, sagte Geoffrey Mutai.

Die absoluten Weltklassezeiten von Geoffrey Mutai und Dennis Kimetto haben dafür gesorgt, dass Berlin in der Liste der schnellsten City-Marathonrennen weltweit wieder Platz eins übernommen hat von Rotterdam. Zum siebenten Mal in Folge wird Berlin am Jahresende in dieser Liste ganz vorne stehen. In dieser Rechnung werden die besten zehn je gelaufenen Zeiten eines Marathons gewertet. Berlins exakte Schnittzeit steht jetzt bei 2:04:36,8 Stunden. Rotterdam ist Zweiter mit 2:04:53,2.

Auch was die Masse der Läufer angeht, war der Berlin-Marathon ein Erfolg. Von 40.987 gemeldeten Läufern gingen 35.499 an den Start. Von ihnen wiederum erreichten 34.485 Athleten das Ziel, was einer Quote von 97,15 Prozent entspricht. Es ist die dritthöchste Finisher-Zahl in der Geschichte des Rennens.