Haile gibt auf und beendet Karriere

Gebremariam gewinnt sein Debüt beim New York-Marathon

Gebre Gebremariam gewinnt sein Marathondebüt in New York.

Gebre Gebremariam gewinnt sein Marathondebüt in New York.

Bild: photorun.net

Auch das Männerrennen war lange Zeit nicht von besonderem Tempo geprägt. Nach 65:22 Minuten erreichte eine rund 15-köpfige Führungsgruppe die Halbmarathonmarke. Noch lief Haile Gebrselassie scheinbar locker mitten in der Führungsgruppe. Doch dieser Eindruck täuschte offenbar. Der äthiopische Marathon-Weltrekordler (2:03:59 Stunden in Berlin 2008) kam bei seinem New York-Marathon-Debüt nicht einmal bis Manhattan. Beim Rennen durch fünf Stadtbezirke stieg er auf der Queensboro Bridge, die die Läufer nach Manhattan führt, nach rund 25 km aus. Am Tag zuvor hatte sich Haile Gebrselassie bereits skeptisch geäußert. „Ich habe eine Entzündung im Knie, es hat sich Flüssigkeit angesammelt. Das kommt durch die lange Reise nach New York. Es ist kein großes Problem, ich hoffe, dass das Knie hält“, erklärte der Äthiopier. Das rechte Knie hielt nicht, humpelnd verließ Haile Gebrselassie die Strecke und verkündete später das Ende seiner einmaligen Karriere. „Es ist besser jetzt aufzuhören, andere Dinge zu machen und den jungen Athleten den Vortritt zu lassen“, erklärte Haile Gebrselassie, der seinen nächsten Marathon eigentlich Ende Februar in Tokio laufen wollte.

Während Haile Gebrselassie – wenn er es sich nicht noch einmal anders überlegt – einen unwürdigen Abschied erlebte, wurde das Rennen für seinen elf Jahre jüngeren Landsmann Gebre Gebremariam zum Triumphzug. Deutlich schneller war das Tempo in der zweiten Hälfte. Nach rund 30 km hatten sich vier Läufer an der Spitze abgesetzt: Neben Gebremariam waren dies Emmanuel Mutai und Moses Kipkosgei (beide Kenia) sowie Abderrahime Bouramdane (Marokko), der aber bald deutlich zurückfallen sollte und am Ende als Zehnter das Ziel im Central Park erreichte (2:14:07). Gut fünf Kilometer vor dem Ziel war dann auch Kipkosgei geschlagen. Wie bei den Frauen fiel die Entscheidung erst bei Kilometer 40: Dabei löste sich Gebremariam vom erfahrenen Mutai, der eine Bestzeit von 2:06:15 Stunden hat. Über eine Minute Vorsprung lief der Äthiopier noch heraus. In 2:08:14 Stunden lag er deutlich vor Mutai (2:09:18), der bereits in London im April Zweiter war, und Kipkosgei (2:10:39). Abderrahim Goumri (Marokko/2:10:51), James Kwambai (Kenia/2:11:31) und Titelverteidiger Meb Keflezighi (USA/2:11:38) belegten die nächsten Ränge. Der amtierende Marathon-Weltmeisterin Abel Kirui (Kenia) wurde in 2:13:01 Stunden Neunter. Nicht ins Ziel kam der Schweizer Europameister Viktor Röthlin.

„Vor dem Rennen hatte ich gehofft, dass ich überhaupt ins Ziel komme. Meinen ersten Marathon gleich zu gewinnen, macht mich sehr glücklich“, erklärte Gebre Gebremariam, der sich ein Prämie von 170.000 Dollar verdiente. Der Äthiopier war früher ein ausgezeichneter Bahn-Langstreckler und hatte zum Beispiel im olympischen 5.000-m-Finale von 2004 den vierten Platz belegt. Seinen größten Erfolg vor dem Sieg in New York hatte er vor einem Jahr gefeiert, als er Crosslauf-Weltmeister wurde.

Text: race-news-service.com

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New York Marathon