Neue No-Baggage-Policy

Frieren im Ziel beim New York Marathon?

Der New York Marathon stellt keinen Transport mehr von Wechselkleidung zum Ziel bereit. Die neue No-Baggage-Policy sorgt für heftige Reaktionen.

New York Marathon

Wer die berühmte Skyline beim New York Marathon genießen will, muss in Zukunft auf den Kleidertransport vom Start zum Ziel verzichten.

Bild: Norbert Wilhelmi

Der Veranstalter des New York-Marathons sorgte mit einer Meldung für viel Aufregung: Die in einer Mail an alle registrierten Läufer verkündete No-Baggage Policy besagt nämlich, dass es in diesem Jahr bei der Veranstaltung am 4. November erstmals keinen Taschentransport vom Start zum Zielbereich geben wird.

Dazu muss man wissen, dass der Start beim New York-Marathon auf Staten Island stattfindet und alle Läufer werden dorthin gefahren. Das Ziel ist im Central Park. Man spricht also von einem Punkt-zu-Punkt-Kurs, anders als etwa beim Berlin-Marathon, wo Läufer vor dem Start ihr Gepäck an einer Stelle abgeben und es anschließend hier wieder abholen können. Bislang konnten Läufer in New York ihre Wechselsachen an bereitgestellten LKWs, die nach Startnummern sortiert waren, abgeben, die dann zum Zielbereich fuhren.

Der New York Marathon findet stets am ersten Novemberwochenende statt. Und während es beim Start meist noch kühl und windig ist, kann es im Ziel durchaus über 20 Grad warm werden, was in den letzten Jahren öfters der Fall war. Allerdings kann es wie hier im Herbst auch kühl und regnerisch sein – dann sind die Marathonfinisher froh um ihre wärmenden, trockenen Sachen, die sie im Ziel empfangen konnten. Dies war wegen der Enge des Zielbereichs mitunter mit einiger Wartezeit verbunden, auf dem schmalen Weg zu der Reihe der LKWs gab es einen Läufer-Stau. Die Organisatoren argumentieren nun, dass dieser Weg bislang zu lang und zu überfüllt war – deshalb habe man die No-Baggage Policy jetzt erfunden. Kurz gesagt: Keine Wechselsachen, keine Staus.

Vor dem Start des November-Events New York Marathon auf auf Staten Island kann es mächtig kalt sein und die Läufer müssen lange Zeit hier verbringen bis der Startschuss endlich fällt.

Bild: Urs Weber

Der Veranstalter empfiehlt dazu noch, Marathonläufer könnten ja ihre Wechselkleidung den mitgereisten Familien oder Freunden mitgeben, die man in der Familiy Reunion Area jetzt noch schneller erreiche, „Shortly after you exit the park, you’ll be able to reunite with your loved ones“. Kurz nach Überschreiten der Ziellinie gibt es neben einem Verpflegungsbeutel zunächst ein Heatsheet, also die schon bislang bekannte Alufolie, die ersten Kälteschutz bietet. Kurz nach Verlassen des Parkgeländes erhalten alle Marathonläufer einen Poncho, der wasserabweisend und mit Fleece gefüttert ist. Für diejenigen, die ihre „Loved ones“ nicht im Zielbereich treffen, muss dieser Poncho nun bis zum Erreichen des Hotels als Kälteschutz reichen, egal wie kalt es ist, ob die Hosen nass vom Regen sind oder das Rennshirt nass vom Schwitzen. Und da bei den über 40.000 Finishern im Ziel des Marathons die U-Bahnen überfüllt und die Taxis Mangelware sind, kann vor allem für die ausländischen Starter der Weg zurück zum Hotel schon mal lang werden.

In den Vereinigten Staaten hat die No-Baggage Policy für viel spontanen Protest unter den Marathonläufern gesorgt. Im Forum von Runner’s World in den USA entbrannte eine heftige Debatte. In den drei Stunden, nachdem die Neuerung bekannt wurde, gab es bereits 150 Facebook-Einträge auf der Seite des New York-Marathons – von denen allerdings nur zehn positiv im Sinne der neuen Policy geschrieben waren. Internationale Marathonreiseveranstalter – ein Drittel des Feldes in New York sind Marathon-Touristen – sind ebenfalls skeptisch, offiziell wollte sich bislang aber niemand äußern.

Was ist Ihre Meinung? Egal, ob Sie beim Start zum New York-Marathon dabei sind oder nicht: Kann man sich den Kleidertransport und –Abgabe beim Marathon sparen? Hier geht es direkt zur Diskussion auf die Facebook-Seite von RUNNER'S WORLD.