Kipruto und Kirwa am Start

Frankfurt-Marathon 2013 wieder mit hochkarätigem Elitefeld

Marathon-Vize-Weltmeister Vincent Kipruto, der schon dreimal Marathonzeiten unter 2:06 Stunden lief, startet am 27. Oktober beim Frankfurt-Marathon.

Vincent Kipruto

Vincent Kipruto

Bild: Veranstalter/Victah Sailer

Der Marathon-Vize-Weltmeister Vincent Kipruto (Kenia) wird am 27. Oktober beim Frankfurt-Marathon an den Start gehen. Dies gaben die Veranstalter des Rennens heute im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt. Außerdem kehren zwei frühere Sieger und Streckenrekordler an den Main zurück: Gilbert Kirwa siegte 2009 mit 2:06:14, seine kenianische Landsfrau Caroline Kilel gewann ein Jahr später in 2:23:25 Stunden. Offiziell bekannt gegeben wurde zudem der Start von Sören Kah (LG Lahn-Aar Esterau) und Lisa Hahner (run2sky). Auch Österreichs Marathon-Rekordler Günther Weidlinger wird erneut in Frankfurt laufen. Beim BMW Frankfurt-Marathon werden rund 15.000 Läufer erwartet.

Loslaufen wird das Feld übrigens eine halbe Stunde später als zuletzt. Wie Race-Direktor Jo Schindler mitteilte, wurde die Startzeit auf Wunsch des übertragenden TV-Senders (hr) von 10 auf 10.30 Uhr verschoben. Dies hängt mit dem zeitgleich stattfindenden Formel-1-Rennen in Indien zusammen.

„Wie immer beim BMW Frankfurt-Marathon setzen wir auf ein schnelles, kompaktes Elitefeld, das in den nächsten Wochen komplettiert wird“, erklärte der für die Topathleten zuständige Christoph Kopp. Gilbert Kirwa hatte vor vier Jahren in der Festhalle mit dem damaligen Streckenrekord von 2:06:14 Stunden gewonnen und damit zum Aufstieg des Rennens in die absolute Weltklasse beigetragen. Nach zwei verletzungsbedingt schwächeren Jahren meldete er sich 2012 zurück. Nach einem vierten Platz in Wien wurde er in Frankfurt Dritter mit 2:07:35 Stunden. Lediglich Weltrekordler Patrick Makau und der Äthiopier Deressa Chimsa waren vor einem Jahr schneller. In diesem Jahr lief Kirwa ein solides Rennen in Japan: Beim hochklassigen Tokio-Marathon wurde er Sechster mit 2:08:17. An der Stätte seines bislang größten Erfolges fordert der 27-jährige Kirwa, dessen Bestzeit nach wie vor die Frankfurter Zeit von 2009 ist, nun den Vize-Weltmeister Kipruto heraus.

Vincent Kipruto gehört zu den stärksten kenianischen Marathonläufern der letzten Jahre. Zwischen 2009 und 2011 lief er dreimal Zeiten unter 2:06 Stunden. Zunächst gewann er in Paris in 2:05:47 Stunden, dann verbesserte er sich als Dritter in Rotterdam 2010 auf 2:05:13, und schließlich wurde er ein Jahr später bei dem holländischen Toprennen Zweiter mit 2:05:33. 2011 startete Kipruto zum ersten und nach wie vor einzigen Mal bei einer internationalen Meisterschaft für Kenia. Dabei lief er als WM-Zweiter in der Hitze von Daegu (Südkorea) ein starkes Rennen. Zum ersten Mal wird Kipruto nun in Deutschland bei einem Marathon starten. Aufgrund der schnellen Frankfurter Strecke – der Kursrekord von 2:03:42 Stunden ist nur vier Sekunden vom Weltrekord entfernt – wird er die Gelegenheit für eine sehr schnelle Zeit nutzen wollen. Im Frühjahr überzeugte er bereits mit einem Sieg beim Otsu-Marathon in Japan mit 2:08:34.

Zwei Läufer, die ihre Bestzeit in Frankfurt gelaufen sind, kehren ebenfalls zu dem Rennen zurück: Jonstone Maiyo (Kenia) war vor zwei Jahren nach 2:10:03 im Ziel. Gespannt sein darf man auf den österreichischen Rekordhalter Günther Weidlinger. Er hatte in Frankfurt 2009 mit 2:10:47 eine für europäische Verhältnisse gute Zeit erreicht. Zwei Jahre später lief er am Main 2:12:23.

Auch Caroline Kilel ist ihre persönliche Bestzeit in Frankfurt gelaufen. Die 32-jährige Kenianerin hatte 2010 als Siegerin den Kursrekord auf 2:23:25 Stunden verbessert, ein halbes Jahr später gewann sie den prestigeträchtigen Boston-Marathon. Kilel war zudem Sechste in New York 2011 und Vierte der Halbmarathon-WM 2009.

Traditionell spielen die nationalen Läufer in Frankfurt eine tragende Rolle. Der Start des zweitschnellsten deutschen Marathonläufers des Vorjahres – Sören Kah (LG Lahn-Aar Esterau/2:13:57 Stunden) – steht bereits seit längerer Zeit fest. Nach zwei ausgeheilten Knieoperationen hat Kah noch gut drei Monate Zeit, um sich in Form zu bringen. Der 31-Jährige hatte 2012 in Frankfurt ebenso positiv überrascht und das Publikum begeistert wie Lisa Hahner (run2sky). Die damalige Debütantin erreichte die Festhalle als Achte und lief mit 2:31:28 Stunden auf Platz drei der deutschen Bestenliste. Im Frühjahr verpasste Hahner in Hamburg nach einem Sturz ihren Traum, die WM-Norm für Moskau (2:30:30) zu unterbieten. Sie wurde Vierte in 2:31:49 Stunden. Die 23-Jährige will in Frankfurt nun eine Bestzeit erreichen.