Trail-Marathon Heidelberg 2016

Florian Neuschwander mit Streckenrekord

Insgesamt 1.623 Läufer waren bei bestem Laufwetter beim vierten Trail-Marathon rund ums Heidelberger Schloss am Start.

Trail-Marathon Heidelberg 2016 - Die Bilder
Trail-Marathon Heidelberg 2016

Zwar waren die Temperaturen beim Trail-Marathon schön mild, doch durch die ganzen Anstiege lief man schnell heiß.

Bild: Tomás Ortiz Fernandez

Erst 2013 feierte der Trail-Marathon Heidelberg seine Premiere. Doch schon in den ersten Jahren hat sich der sehr anspruchsvolle, aber zugleich landschaftlich unheimlich reizvolle Marathon einen Namen gemacht. Auch durch das inzwischen sehr umfangreiche Strecken-Angebot vom Marathon mit 1.500 Höhenmetern über den Half-Trail von 30 Kilometern und rund 1.000 Höhenmetern bis hin zum 10-km-Himmelsleiter-Trail, der auch stolze 450 Höhenmeter aufweist, ist für jeden Läufer die passende Herausforderung dabei. Wer sich den Marathon alleine nicht zutraut, kann entweder als Duo oder Quintett über die 42,195-km-Distanz starten. Auch ein KidsFun-Trail im Heidelberger Schlosspark ermöglichte den Jüngsten aktiv dabei zu sein.

Für runnersworld.de war unser Fotograf Tomás Ortiz Fernandez beim Trail-Marathon Heidelberg vor Ort. Seine schönsten Bilder vom Lauf finden Sie in der Bildergalerie ober- und unterhalb dieses Artikels.

Insgesamt 1.623 Läufer zogen die attraktiven Strecken am Sonntag, den 2. Oktober an den Start. Als großer Favorit ging Florian Neuschwander ins Rennen. Mit einem neuen Streckenrekord von kaum für möglich gehaltenen 2:55:25 Stunden wurde er seiner Rolle mehr als gerecht. Bei den Frauen triumphierte Aoife Quigly in 3:47:37 Stunden.

Überraschte letztes Jahr das Wetter nach einem freundlichen Vortag am Renntag noch die Teilnehmer mit grauen und nassen Bedingungen, spielte 2016 das Wetter genau umgekehrt – während es am Samstag vor dem Trail-Marathon noch kräftig regnete, hielt das freundliche Wetter für den Marathon-Tag Wort und der Himmel hielt seine Pforten geschlossen. So fanden die Läufer mit 17 Grad und freundlichem Wetter optimale Laufbedingungen vor.

Florian Neuschwander fast 20 Minuten unter altem Streckenrekord

Nachdem Florian Neuschwander sein Ziel von einem neuen Streckenrekord bei der Pre-Race-Pressekonferenz auf eine Zeit unter drei Stunden steigerte, hielten das die meisten für zu hoch. Denn der Weinheimer und erfahrene Marathonläufer Matthias Müller, dessen Bestzeit auf einer flachen Marathonstrecke bei 2:25 Stunden steht, hielt bis dahin den Streckenrekord mit einer sehr beachtlichen Zeit von 3:14:25 Stunden. Dennoch hielt der Frankfurter Neuschwander an seinem Ziel fest. Trotz leichter Halsschmerzen sprengte Neuschwander letztlich mit 2:55:25 Stunden alle Erwartungen und hob damit den Streckenrekord um ganze 19 Minuten und zehn Sekunden an. „Als ich auf dem Weißen Stein [nach etwa 19 Kilometern] auf die Uhr geguckt habe, war ich überrascht. Auf den ersten Kilometern hatte ich mich gar nicht so gut gefühlt“, erklärte Neuschwander im Ziel.

Auch Florian Neuschwander musste bei der Himmelsleiter ordentlich pumpen und die 850 Stufen mit kräftigem Armeinsatz bezwingen.

Bild: Tomás Ortiz Fernandez

Auch Lokalmatador Kim Abel unter alter Streckenbestzeit

Sichtlich gezeichnet, aber dennoch sehr schnell kam der deutlich jüngere Lokalmatador Kim Abel in 3:13:28 Stunden wie schon im Vorjahr als Zweiter ins Ziel. Damit blieb auch er noch unter dem alten Rekord, doch ließ ihm ein sehr stark laufender Florian Neuschwander an diesem Tag keine Chance auf den Sieg. Dennoch verbesserte sich Abel um über elf Minuten gegenüber dem Vorjahr und feierte seinen zweiten Platz in Formel-1-Manier mit einer Sektdusche. Mit seinerseits auch beachtlichem Rückstand auf den vor ihm platzierten Athleten lief der Eritreer Isaac Kibrom Issac als Dritter nach 3:24:18 Stunden ins Ziel oberhalb des Heidelberger Schlossgartens.

Aoife Quigly beim Trail-Marathon 2016 als einzige Frau unter vier Stunden

Bei den Frauen wurde Aoife Quigly mit ihrer erfolgreichen Titelverteidigung ihrer Favoritenrolle gerecht und lief in 3:47:37 Stunden als einzige Frau unter vier Stunden. Platz zwei sicherte sich Daniela Kenty, die für die 1.500 Höhenmeter verteilt auf 42,195 Kilometern 4:01:43 Stunden benötigte. Dritte wurde in 4:18:05 Stunden Hannah Richter.

Ralf Arnold beim Duo-Marathon auf Platz drei

Der sehbehinderte Triathlet Ralf Arnold, der sich seit 2014 auf die Laufdisziplin spezialisiert hat, zeigte eine ebenso beeindruckende Leistung beim Trail-Marathon Heidelberg 2016. Im April beim Hannover-Marathon noch unter der internationalen Paralympics-Norm von drei Stunden geblieben, ging Ralf Arnold zusammen mit seinem Guide Matthias Rosenkranz auf die erste Hälfte der anspruchsvollen Marathonstrecke. Gegenüber seinen Straßenläufen stellten die schmalen, unebenen und sich durch den Wald schlängelnden Wege des Trail-Marathons eine besonders große Herausforderung für den Athleten und seinen Guide dar. Dennoch bewältigte Ralf Arnold auch die 178 Stufen der Thingstätte. Da auch Gernot Helferich auf der zweiten Streckenhälfte für ordentlich Tempo sorgte, konnte sich das Trio über den dritten Platz beim Duo-Marathon in sehr guten 3:43:47 Stunden freuen. Nur Ralf Czaikowsky und Ralf Philipp (3:28:47 Stunden) sowie Bennedikt Wiedemann und Moritz Hüttmann (3:40:50 Stunden) waren noch schneller. Beim Team-Marathon, den fünf Läufer zusammen bestritten, gewann das Team engelhorn sports mit Tobias Arnold, Marc Trometer, Sebastian Hanson, Fritz Biniok und Benjamin Buss in 2:57:44 Stunden. Damit waren sie fast eine halbe Stunde schneller als das zweitplatzierte Team.

Trail-Marathon Heidelberg 2016 Ralf Arnold

Bild: Tomás Ortiz Fernandez

Für den sehbehinderten Spitzensportler Ralf Arnold und seinen Guide Matthias Rosenkranz stellten vor allem die 178 Stufen der Thingstätte eine große Herausforderung dar.

Half-Trail feiert gelunge Premiere beim Trail-Marathon Heidelberg 2016

Bei der vierten Auflage zum ersten Mal im Programm, konnte sich der 30 Kilometer lange Half-Trail schon großer Beliebtheit erfreuen. Besonders stark war auch die Leistung des ersten der rund 300 Läufer: Janosch Kowalczyk setzte sich in 2:04:28 Stunden fast zehn Minuten von seinen engsten Verfolgern ab. Platz zwei und drei gingen an Jürgen Reiser (2:14:13 Stunden) und Markus van Ghemen (2:16:46 Stunden). Bei den Frauen ließ sich Katja Coneus in 2:32:50 Stunden nicht schlagen. Ihr folgten Benedetta Broggi nach 2:39:27 Stunden und Lena Berg nach 2:42:06 Stunden als Zweit- und Drittplatzierte.

Auch der Himmelsleiter-Trail brachte starke Leistungen hervor. Wie der Name schon sagt, beinhaltet der kürzeste Lauf des Trail-Marathons mit der Himmelsleiter das Herzstück der Strecke. 850 Stufen bis auf den mit 567 Metern über dem Meeresspiegel höchsten Punkt, dem Königsstuhl, waren auf dem kurzen Teilstück zu bewältigen. Hier sorgten die ersten drei Läufer für ein besonders spannendes Finish. Am Ende gewann mit leichtem Vorsprung Lars Wendler in 41:24 Minuten und lief damit über fünf Minuten schneller als die Sieger der vergangenen Auflagen. In 41:33 Minuten setzte sich der erst 17-jährige Emil Leibrock um zwei Sekunden gegen Philipp Scheffzek (41:35 Minuten) durch. Ebenso eng machten es auch Lisa Teichert und Luisa Weil. Erstere hatte das Ziel in 51:11 Minuten nur acht Sekunden früher erreicht. Platz drei ging an Joanna Zukowska-Kasprzyk, die 56:24 Minuten benötigte.

Trail-Marathon Heidelberg 2016 ein voller Erfolg

Neben dem idealen Wetter für schnelle Zeiten und einer reibungslosen Organisation mit fast 300 ehrenamtlichen Helfern auf dem Event-Gelände im Schlosspark und auf der Strecke, sorgte auch das Teilnehmer-Plus gegenüber dem Vorjahr für einen vollen Erfolg der vierten Auflage. Darüber sehr erfreut zeigte sich auch Dr. Christian Herbert, der Geschäftsführer der Sporteventagentur m³, die unter anderem auch den beliebten Mannheimer Dämmer-Marathon veranstaltet. Genauso erfreut über eine gelungene Veranstaltung war auch Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner, der die Läufer mit dem Startschuss auf eine der schönsten Marathon-Strecken überhaupt schickte.

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