Berlin Marathon 2013

Florence Kiplagat will in Berlin unter 2:20 Stunden laufen

Die Favoritin beim Berlin Marathon kommt aus Kenia: Florence Kiplagat lief ihre Bestzeit von 2:19:44 Stunden beim Sieg in Berlin vor zwei Jahren.

Sharon Cherop, Florence Kiplagat, Irina Mikitenko und Desiree Davila.

Bereit für den 40. BMW Berlin-Marathon am Sonntag sind Sharon Cherop, Florence Kiplagat, Irina Mikitenko und Desiree Davila.

Bild: photorun.net

Berlin war 2001 der Ort, an dem zum ersten Mal eine Frau die Marathon-Distanz unter 2:19 Stunden absolvierte: Naoko Takahashi (Japan), die als Ehrengast zum 40. BMW Berlin-Marathon gekommen ist, lief damals 2:19:46 Stunden. Vier weitere Läuferinnen haben seitdem in der deutschen Hauptstadt derartige Zeiten erzielt, der Streckenrekord der Japanerin Mizuki Noguchi steht jedoch ungebrochen seit 2005 bei 2:19:12 Stunden.

Am Sonntag (Start: 8:45 Uhr auf der Straße des 17. Juni) ist eine Zeit unter der prestigeträchtigen 2:20-Barriere erneut das Ziel beim in Berlin. Es wäre zugleich eine Jahresweltbestzeit, denn 2013 ist bisher keine Athletin unter 2:20 Stunden gelaufen. Die schnellste Zeit des Jahres erzielte die Kenianerin Priscah Jeptoo mit 2:20:15 Stunden im April in London.

Die Favoritin kommt auch am Sonntag aus Kenia: Florence Kiplagat, die ihre Bestzeit von 2:19:44 Stunden bei ihrem Sieg in Berlin vor zwei Jahren aufstellte und bereits Goldmedaillen bei den Crosslauf- und den Halbmarathon-Weltmeisterschaften (2009 und 2010) gewann, will ihre Bestzeit angreifen. „Ich bin in guter Form. Ich denke nicht, dass ich unter 2:19 laufen kann, aber ich möchte meine Bestzeit unterbieten“, sagt die 26-Jährige.

BMW Berlin-Marathon 2012 - Bilder

Die Frau mit der schnellsten Bestzeit im Rennen kommt aus Deutschland: Irina Mikitenko (Eintracht Frankfurt) stellte bei ihrem Sieg in Berlin 2008 mit 2:19:19 Stunden den aktuellen deutschen Rekord auf. Die inzwischen 41-Jährige war vor zwei Jahren hinter Florence Kiplagat Zweite in Berlin geworden. Es ist aber nicht damit zu rechnen, dass Irina Mikitenko den Favoritinnen am Sonntag den Sieg streitig machen kann. Für sie wird es um eine sehr gute Platzierung gehen und um den Master-Weltrekord (Altersklasse ab 40 Jahre). Diese Marke steht bei 2:25:43 Stunden.

Dass Irina Mikitenko nach wie vor in Topform ist, hat sie im Februar beim Tokio-Marathon, dem neuen World Marathon Majors-Rennen, gezeigt. Dort wurde sie Dritte in 2:26:41 Stunden. „In meinem Alter ist es wichtig, neue Anreize zu finden. Denn das Training ist sehr hart und zeitintensiv. Es ging alles gut, so dass der Master-Weltrekord machbar sein dürfte. Aber man muss die 42 Kilometer natürlich erst einmal laufen – in einem Marathon kann viel passieren“, sagte Irina Mikitenko, die auch mit 41 Jahren immer noch die mit Abstand beste deutsche Marathonläuferin ist.

Zum ersten Mal wird Sharon Cherop in Berlin an den Start gehen. Die 29-jährige Kenianerin hat 2012 den legendären Boston-Marathon gewonnen und war 2011 in Daegu (Südkorea) Dritte bei den Weltmeisterschaften im Marathon. Ihre Bestzeit steht bei 2:22:39 Stunden. „Mein Ziel ist es, in Berlin eine neue Bestleistung aufzustellen. Ich glaube, Berlin bietet die schnellste Strecke der Welt. Deswegen freue ich mich, dass ich hier an den Start gehen kann und bin zuversichtlich bezüglich einer Bestzeit“, sagte Sharon Cherop.

Es ist lange her, dass ein Athlet aus den USA in Berlin eine Platzierung unter den besten Fünf erreichte. 1995 war Olga Appell Vierte, 1991 belegten Mark Plaatjes und Kim Jones jeweils zweite Plätze. Einen US-Sieg gab es in der Geschichte des größten deutschen Marathonrennens noch nie. Das wird auch am Sonntag kaum passieren, doch zumindest ein Rang unter den Top fünf ist das Ziel von Desiree Davila. „Wenn es sehr gut läuft, dann ist vielleicht sogar eine Podiums-Platzierung möglich“, erklärte die 30-jährige US-Amerikanerin, die 2011 in Boston als Zweite mit 2:22:38 Stunden ihre persönliche Bestzeit aufstellte.

Desiree Davila ist schon einmal in Berlin Marathon gelaufen: 2009 war sie Elfte bei den Weltmeisterschaften. Nach einem verletzungsbedingten Ausstieg beim Olympia-Marathon 2012 in London wird sie nun beim Berlin-Marathon erstmals wieder über die klassische Distanz laufen. „Ich freue mich auf den Sonntag und habe gut trainiert. Es ist eine Art Comeback für mich, und ich hoffe auf ein schnelles Rennen. Aber 2:22 Stunden sind wahrscheinlich noch nicht wieder möglich“, sagte Desiree Davila.

Zu beachten sein wird im Frauen-Rennen am Sonntag zudem die aus Kenia stammende Isabellah Andersson (Schweden), die mit einer Bestzeit von 2:23:41 Stunden an den Start geht. Außerdem wird die Kenianerin Helah Kiprop ihr Marathon-Debüt laufen. Im April hatte sie bereits den Halbmarathon in Berlin gewonnen. Ihre Bestzeit über die „halbe Distanz“ steht bei guten 67:39 Minuten.

Die besten Zeiten aller Zeiten

Zeit Läuferin Nationalität Stadt Datum
2:15:25 Paula Radcliffe GBR London 13.4.2003
2:17:18 Paula Radcliffe GBR Chicago 13.10.2002
2:17:42 Paula Radcliffe GBR London 17.4.2005
2:18:20 Liliya Shobukhova RUS Chicago 9.10.2011
2:18:37 Mary Keitany KEN London 22.4.2012
2:18:47 Catherine Ndereba KEN Chicago 7.10.2001
2:18:56 Paula Radcliffe GBR London 14.4.2002
2:18:58 Tiki Gelana ETH Rotterdam 15.4.2012
2:19:12 Mizuki Noguchi JPN Berlin 25.9.2005
2:19:19 Irina Mikitenko GER Berlin 28.9.2008


Die besten Zeiten in Berlin

Zeit Läuferin Nationalität Jahr
2:19:12 Mizuki Noguchi JPN 2005
2:19:19 Irina Mikitenko GER 2008
2:19:41 Yoko Shibui JPN 2004
2:19:44 Florence Kiplagat KEN 2011
2:19:46 Naoko Takahashi JPN 2001
2:20:30 Aberu Kebede ETH 2012
2:20:43 Tegla Loroupe KEN 1999
2:21:19 Tirfi Tsegaye ETH 2012
2:21:31 Askale Magarsa ETH 2008
2:21:34 Gete Wami ETH 2006

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