Anna Hahner

Fit für den Wien-Marathon in Bekeles Trainingscamp

Anna Hahner will am kommenden Sonntag beim Wien-Marathon ihren Titel verteidigen. Vom Trainingslager in Äthiopien berichtete sie auf der Pressekonferenz des Wien-Marathons.

Anna Hahner

Anna Hahner bei der Pressekonferenz vor dem Vienna City Marathon.

Bild: photorun.net

„Es war immer mein Wunsch, als Titelverteidigerin zum Vienna City Marathon zurückzukehren. Ich weiß nicht, wie oft man in einer Karriere die Möglichkeit hat, mit der Startnummer 1 in ein Rennen zu gehen. Ich wollte diese Chance auf jeden Fall nutzen – die Startnummer 1 zu tragen, ist eine große Motivation für mich“, sagte Anna Hahner, die am Sonntag bei der 32. Auflage des Wien-Marathons zur Titelverteidigung antritt. Auf spektakuläre Art und Weise hatte die 25-Jährige vor einem Jahr das Rennen gewonnen. Rund 300 Meter vor dem Ziel überholte sie die lange Zeit führende Caroline Chepkwony, die in der Schlussphase aufgrund von Magenkrämpfen eingebrochen war. Die Kenianerin wird am Sonntag ebenfalls wieder am Start sein, so dass es zu einer Revanche kommt.

„Ich habe natürlich tolle Erinnerungen an das Rennen vom vergangenen Jahr. Deswegen freue ich mich riesig, zurück in Wien zu sein“, sagte Anna Hahner während einer Pressekonferenz vor dem Rennen. Die Läuferin, die in Gengenbach (Schwarzwald) wohnt und für Run2Sky startet, rannte vor einem Jahr 2:28:59 Stunden und hatte am Ende 19 Sekunden Vorsprung auf Caroline Chepkwony. Kam ihr Sieg 2014 völlig überraschend, sind die Voraussetzungen dieses Mal anders. „Ich bin die Titelverteidigerin und damit gehöre ich natürlich zu den Mitfavoritinnen. Ich werde alles geben, um den Titel zu verteidigen“, sagte Anna Hahner, die sich im vergangenen September beim Berlin-Marathon auf 2:26:44 Stunden steigerte. Mit einem erneuten Sieg in Wien darf man aber trotz allem nicht rechnen. Denn Anna Hahner trifft auf gute afrikanische Konkurrenz bei diesem Gold Label-Rennen des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF). Der Lauf gehört damit zur höchsten IAAF-Kategorie.

Nicht nur die Voraussetzungen für das Rennen sind anders sondern auch die Vorbereitung war eine andere. Da der italienische Coach Renato Canova, der die Hahner-Zwillinge Anna und Lisa betreut, im vergangenen Herbst das Training von Äthiopiens Superstar Kenenisa Bekele übernommen hat, wurden die Trainingslager von Iten in Kenia nach Sululta in die Nähe von Addis Abeba verlegt. Sechs Wochen weilten die Hahner-Zwillinge in Äthiopien und trainierten auf rund 2750 Metern Höhe.

„Nach vier Trainingslagern in Kenia waren wir zum ersten Mal in Äthiopien. Es war sehr inspirierend, mit den äthiopischen Weltklasseläufern zu trainieren. Wir haben natürlich oft Kenenisa Bekele getroffen und auch Haile Gebrselassie“, erzählte Anna Hahner. Allerdings war es auch etwas abenteuerlicher als in Kenia, wo die Standards im Trainingslager in Iten deutlich gehobener sind. „Das Camp ist noch im Aufbau. Manchmal fiel der Strom aus oder auch das Wasser. Einmal hatten wir sogar eineinhalb Tage lang kein Wasser. In der ersten Woche gab es mittags und abends jeweils nur Spinat, das Internet ging manchmal. Aber wir haben uns dort wohl gefühlt, und die Trainingsbedingungen waren super.“

Dass sich Lisa Hahner dann bei einem 10-km-Testrennen in Dresden einen Ermüdungsbruch des linken Wadenbeins zuzog, war auch für Anna ein Schock. Lisa Hahner, die am 19. April den Hannover-Marathon laufen sollte, wird frühestens im Herbst wieder ein großes Rennen laufen können. Doch sie lassen sich beide dadurch nicht entmutigen. „Wir ziehen uns nicht runter sondern sind positiv und gut gelaunt“, erklärte Anna Hahner, deren Schwester trotz Krücken auch in Wien vor Ort ist.

Podiumsplatz ist Ziel von Anna Hahner beim Wien-Marathon

Ein Podiumsplatz ist das Ziel von Anna Hahner am Sonntag. Die schnellste Drittplatzierte in der Geschichte des Wien-Marathons war die Kenianerin Peninah Arusei, die 2011 eine Zeit von 2:27:17 Stunden erreichte. Statistisch gesehen müsste Anna Hahner also gute Chancen haben, wenn sie in ähnlicher Form ist wie im vergangenen Jahr. „Ich kann meine Form nicht vergleichen, da wir anders trainiert haben. Aber ich fühle mich gut, und wir haben mehr Trainingsläufe mit Streckenlängen jenseits der 40 Kilometer absolviert als 2014. Vor dem Wien-Marathon 2014 war es ein solcher Lauf, vor Berlin dann zwei und jetzt drei“, erzählte Anna Hahner. Obwohl die Platzierung am Sonntag sicherlich im Vordergrund stehen wird, gibt es auch ein gewisses Mindest-Zeitziel von etwa 2:28 Stunden. Es wird erwartet, dass der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) die Marathon-Olympianorm zwischen 2:28:30 und 2:29:00 Stunden festlegen wird. „Ich möchte frühzeitig zeigen, dass ich bereit bin für Rio“, erklärte Anna Hahner.

Um sich einzustimmen auf Wien schaute sich die Läuferin am vergangenen Wochenende das Video des Rennens von 2014 an. „Das ist eine ganz andere Perspektive, wenn man das im Fernsehen sieht. Für mich gab es dann natürlich das Happy End – und ich liebe Filme mit Happy End.“

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