Boston-Marathon

Entscheidungen fielen auf den letzten Kilometern

Die Sieger beim Boston-Marathon setzten sich erst auf den letzten Kilometern entscheidend durch.

Wesley Korir

Wesley Korir war der schnellste Läufer in der Hitze von Boston.

Bild: photorun.net

Die Favoritengruppe änderte ihr Tempo kaum, die Topathleten blieben vorsichtig. Nach 66:11 Minuten hatte die Spitze, die aus 15 Athleten bestand, die Halbmarathonmarke erreicht. Als es in die Newton-Hügel ging, war es Matthew Kisorio (Kenia), der das Tempo bestimmte und damit dafür sorgte, dass die Gruppe auseinanderfiel. Neun Läufer rannten bei 25 km noch gemeinsam in der Spitzengruppe, doch auf den folgenden fünf Kilometern änderte sich das Bild komplett. Titelverteidiger Geoffrey Mutai gehörte zu jenen, die das Tempo nicht mehr halten konnten. 16:21 Minuten benötigte der Kenianer, um von der 25- zur 30-km-Marke zu gelangen. Kurz danach gab der Boston- und New-York-Sieger des vergangenen Jahres entkräftet auf. An der Spitze waren bei 30 km (1:33:06) nun nur noch zwei: Matthew Kisorio und Levy Matebo lieferten sich einen harten Zweikampf über die berüchtigten Hügel des Boston-Marathon. Matebo, der zweitplatzierte des Frankfurt-Marathons, der dort im vergangenen Oktober hochklassige 2:05:16 Stunden gelaufen war, schien dann eine Vorentscheidung zu gelingen. Er konnte sich von Kisorio lösen und führte an der 35-km-Marke mit zehn Sekunden Vorsprung. Zweiter war jedoch inzwischen ein anderer: Wesley Korir, der in Chicago 2011 mit einer persönlichen Bestzeit von 2:06:15 Zweiter gewesen war und zuvor zweimal den Los Angeles-Marathon gewonnen hatte, holte Platz um Platz auf. „Nach 20 Meilen (32 km) rief mir jemand zu, dass ich Sechster sei. Dann überholte ich den vor mir laufenden und auch noch den Vierten. Als ich dann den Dritten vor mir sah, dachte ich mir, wow, ich kann auf das Podium“, erzählte der 29-Jährige, der in den USA lebt und hofft, die Staatsbürgerschaft zu erhalten. Immer weiter kam Wesley Korir nach vorne und schloss schließlich zu Levy Matebo auf. Kurz nach der 40-km-Marke überholte er seinen Landsmann und gewann in 2:12:40 Stunden noch klar vor Matebo (2:13:06). Bernard Kipyego komplettierte den kenianischen Triumph mit 2:13:13. Vierter wurde Jason Hartmann (USA) in 2:14:31 vor Wilson Chebet (2:14:56), Laban Korir (beide Kenia/2:15:29) sowie dem Holländer Michel Butter (2:16:38).

Ein spannendes Rennen entwickelte sich auch bei den Frauen, die ebenfalls sehr vorsichtig begannen und die 10-km-Marke nach 37:14 Minuten erreicht hatten. Hier waren an der Halbmarathonmarke (1:17:08) noch neun Läuferinnen in der Spitzengruppe. Im Gegensatz zu den Männern liefen die schnellsten Frauen die zweite Hälfte schneller als die erste. Dabei allerdings blieben auch einige auf der Strecke. Titelverteidigerin Carolin Kilel führte bei 30 km (1:48:51) noch eine fünfköpfige Gruppe an, darunter auch die spätere Siegerin Sharon Cherop. Doch fünf Kilometer später war Kilel geschlagen, bei 40 km konnte sie nur noch gehen und das Ziel erreichte die Kenianerin nicht mehr.

An der Spitze entwickelte sich zunächst ein Drei- und dann ein Zweikampf. Sharon Cherop führte mit ihren Landsfrauen Jemima Jelagat Sumgong und Georgina Rono. Letztere fiel bald zurück, doch Sumgong blieb Cherop, die im vergangenen Jahr in Boston und auch bei den Weltmeisterschaften jeweils Dritte gewesen war, bis zum Ziel auf den Fersen. Zum vierten Mal in Folge gab es in Boston bei den Frauen einen dramatischen Zweikampf um den Sieg. Die 28-jährige Sharon Cherop, die erst im Januar in Dubai als Siebente ihre Bestzeit auf 2:22:39 gesteigert hatte, gewann schließlich mit 2:31:50 vor Sumgong (2:31:52). Rono belegte Rang drei mit 2:33:09. Firehiwot Dado (Äthiopien/2:34:56), Diana Sigei (2:35:40), Rita Jeptoo (beide Kenia/2:35:53) und Mayumi Fujita (USA/2:39:11) folgten. „Das letzte Jahr war sehr hart, deswegen bin ich froh, dass ich jetzt gewonnen habe“, sagte Sharon Cherop.

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Kenia-Siege im Hitzerennen von Boston