Frankfurt-Marathon

EM-Norm und persönliche Rekorde für die Hahner-Zwillinge

Die Zwillinge Anna und Lisa Hahner erzielten beim Frankfurt-Marathon zwei persönliche Bestzeiten und die Norm für die Europameisterschaften im kommenden Jahr.

Anna und Lisa Hahner auf dem Weg zu Bestzeiten in Frankfurt.

Anna und Lisa Hahner auf dem Weg zu Bestzeiten in Frankfurt.

Bild: photorun.net

Zum ersten Mal gingen beim BMW Frankfurt-Marathon Anna und Lisa Hahner (run2sky.com) gemeinsam in ein Marathonrennen. Am Ende hatten in der Frankfurter Festhalle beide etwas zu Feiern: zwei persönliche Bestzeiten und die Norm für die Europameisterschaften im kommenden Jahr in Zürich. In der Schweiz wollen die Zwillinge gemeinsam für Deutschland bei ihrer ersten großen Meisterschaft an den Start gehen. In Frankfurt steigerte sich Anna auf 2:27:55 und belegte in dem hochklassigen Feld Rang acht. Lisa wurde Elfte mit 2:30:17. In der Liste der schnellsten deutschen Läuferinnen aller Zeiten liegt Anna Hahner damit immerhin schon auf Rang sieben, Lisa ist auf Platz 19 nach vorne gerückt. Die EM-Norm steht bei 2:31:30 Stunden.

Bis zur Halbmarathonmarke (1:14:32) liefen die beiden 23-Jährigen gemeinsam, dann konnte Lisa dem Tempo ihrer Schwester nicht mehr ganz folgen. „Ich habe kurz vor der Hälfte gemerkt, dass es etwas zu schnell ist für mich. Aber bis zur Halbmarathonmarke bin ich noch mitgelaufen, denn mir ihr zusammen ist es eigentlich besser“, erzählte Lisa Hahner, die dann ihre Tempomacher entsprechend instruierte. Vom starken Wind bekamen beide auch in der zweiten Hälfte längst nicht so viel ab wie die Männer. Sie konnten effektiv im Windschatten der Tempomacher laufen.

Anna Hahners Zeit ist die zweitschnellste einer deutschen Läuferin in diesem Jahr – nur Irina Mikitenko (Eintracht Frankfurt) war mit 2:24:54 Stunden in Berlin noch ein Stück schneller. Anna verbesserte sich nun in Frankfurt um über zwei Minuten, obwohl sie nach einem Ermüdungsbruch im Frühjahr erst am 5. August wieder mit dem Lauftraining beginnen konnte. Zuvor hat sie viel alternatives Training betrieben und ist vor allem Rennrad gefahren. „Auch wenn die Vorbereitung unkonventionell war, war sie gut für mich. Ich denke, ich werde auch in der Zukunft das Rennradfahren in mein Training integrieren. Zwei Stunden Rad zu fahren ist kein Problem, aber zwei Stunden Laufen ist dagegen schon eine ganz schöne Belastung für den Körper“, erklärte Anna Hahner, die nicht mit einer Zeit von unter 2:28 gerechnet hatte.

„Die Bestzeit und diese große Verbesserung sind unglaublich. Es ist das erste Mal, dass ich die zweite Hälfte schneller als die erste gelaufen bin. Ich habe während des Rennens mit Ausnahme der Halbmarathonzeit nicht hochgerechnet, welche Zeit am Ende rauskommt. Bis kurz vor dem Ziel habe ich gedacht, dass ich vielleicht unter 2:29 laufen werde. Dann hat Christoph Kopp gerufen, dass ich sogar 2:27 laufen kann, wenn ich mich beeile“, schilderte Anna Hahner, die die zweite Hälfte in 1:13:23 lief.

Ursprünglich sollten die beiden die Halbmarathonmarke nach 1:15:00 Stunden passieren. Der italienische Coach Renato Canova, der die Zwillinge seit dem Frühjahr betreut und ihnen in einer bisherigen Fernbetreuung die Trainingspläne schickt, legte die Zeit auf 1:14:30 fest. „Er sagte, wir haben mehr drauf“, erzählte Anna Hahner. Obwohl Lisa Hahner, die im Frühsommer einige Zeit an einem Knieproblem laboriert hatte, die 2:30-Stunden-Marke verpasste, strahlte auch sie im Ziel. „Ich freue mich über meine Bestzeit und habe nun für 2014 das Ziel, unter 2:30 Stunden zu laufen.“

Im nächsten Jahr wollen Anna und Lisa Hahner unter anderem auch in Kenia trainieren, damit sie vor Ort von Renato Canova betreut werden können. Ob sie vor den Europameisterschaften, die im August in Zürich stattfinden, noch einen Marathon laufen werden, ist noch nicht klar.