Das Marathon-Jahr 2015: Die Bilanz

Eliud Kipchoge dominiert bei den Männern

Die Zeiten der Männer im Marathon waren nicht so stark wie in den Vorjahren.

Eliud Kipchoge

Eliud Kipchoge gewann den Berlin-Marathon trotz Problemen mit seinen Schuhen in einer Jahresweltbestzeit.

Bild: photorun.net

Nach Weltrekorden 2013 und 2014 sowie drei beziehungsweise zwei Zeiten von unter 2:04 Stunden in jenen beiden Jahren setzte sich dieser Höhenflug in den vergangenen zwölf Monaten nicht fort. Acht Zeiten von unter 2:05 Stunden gab es noch 2014, zuletzt waren es nur noch drei. Einige der Stars konnten im vergangenen Jahr aus unterschiedlichen Gründen ihr Potenzial nicht umsetzen. Äthiopiens große Hoffnung, Kenenisa Bekele, ging im Januar beim Dubai-Marathon verletzt aus dem Rennen und ist bis heute noch nicht in Topform.

Eliud Kipchoge hätte in Berlin unter normalen Umständen wohl in den Bereich des aktuellen Weltrekordes seines Landsmannes Dennis Kimetto (2:02:57) laufen können. Doch ungewöhnliche Materialprobleme stoppten eine Weltrekordjagd. Aufgrund von Schuhproblemen lief Eliud Kipchoge in Berlin praktisch ohne Innensohlen. Diese hatten sich aus dem Schuh heraus geschoben. Dass er trotzdem noch mit 2:04:00 Stunden gewann und die neuntbeste je gelaufene Zeit auf einer rekordkonformen Strecke erreichte, zeigt die außerordentliche Klasse des Läufers. Kipchoge ist derzeit als Favorit auf die olympische Marathon-Goldmedaille anzusehen.

Die drei Kenianer Wilson Kipsang, Dennis Kimetto und Emmanuel Mutai waren nicht so stark wie in den Jahren zuvor. Kipsang und Kimetto konzentrierten sich nach guten Rennen beim London-Marathon im April auf den Weltmeisterschafts-Marathon in Peking, kamen aber dort mit den sommerlichen Bedingungen nicht zurecht. Weltmeister wurde mit Ghirmay Ghebreslassie schließlich ein Außenseiter aus Eritrea.

Die am hochkarätigsten besetzten City-Marathonrennen fanden einmal mehr in London im Frühjahr und in New York im Herbst statt. An der Themse siegte Eliud Kipchoge - er ist nun schon zwei Jahre im Marathon ungeschlagen und hat in Folge Rotterdam, Chicago, London und Berlin gewonnen - mit 2:04:42 knapp vor Kipsang (2:04:47) und Kimetto (2:05:50). In New York war im November der Kenianer Stanley Biwott mit 2:10:34 vorne.

Sehr schnelle Zeiten fehlen im Jahr 2015 vom Chicago-Marathon. Dies hat den Hintergrund, dass die Veranstalter trotz ihrer flachen Strecke kurzfristig auf den Einsatz von Tempomachern verzichteten - sehr zum Ärger einiger Topläufer, die sich auf ein schnelles Rennen vorbereitet hatten. Nutznießer dieser Vorgehensweise in Chicago könnten in diesem Jahr unter anderen der Berlin- und der Frankfurt-Marathon sein. Denn Athleten, die im Herbst ein schnelles Rennen suchen und in der Vergangenheit Chicago im Blick hatten, werden sich nun anders orientieren.

Im Rennen um die olympischen Startplätze - jede Nation darf nur drei Athleten nominieren - wird der extrem harte Konkurrenzkampf bei den Kenianern und Äthiopiern sicherlich einige Topzeiten in den ersten vier Monaten dieses Jahres produzieren. Bereits am 22. Januar findet der Dubai-Marathon statt, den zuletzt die Äthiopier dominierten.

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