Das Marathon-Jahr 2013

Ein Weltrekord und viele Superzeiten

Die Bilanz des Marathon-Jahres 2013 bei den Männern: Ein neuer Weltrekord durch Wilson Kipsang und international eine Leistungsdichte auf bislang ungekanntem Niveau.

Das Marathon-Jahr 2013 Kipsang Highlight

Wilson Kipsang feiert in Berlin seinen Weltrekord.

Bild: Norbert Wilhelmi

Die Haltbarkeit eines Marathon-Weltrekordes hält sich in Grenzen. Das hat das vergangene Jahr einmal mehr bewiesen: Nach nur zwei Jahren fiel die Marke von Patrick Makau (2:03:38) dort, wo sie der Kenianer 2011 aufgestellt hatte: in Berlin. Sein Landsmann Wilson Kipsang lief 2:03:23 Stunden und sorgte für das internationale Marathon-Highlight im Jahr 2013. Es war zugleich der einzige Freiluft-Weltrekord des Jahres in der Leichtathletik. Auch in der Breite der Spitze war das Marathonjahr 2013 bei den Männern einmal mehr sehr stark: Gleich dreimal gab es Zeiten unter 2:04 Stunden, was einmalig ist in der Geschichte des Marathonlaufes.

Der Weltrekord des Wilson Kipsang war in der Geschichte des Berlin-Marathons bereits die neunte globale Bestzeit. Damit steht das Rennen auch in dieser Hinsicht vor allen anderen, denn bei keinem anderen Marathon wurden mehr Weltrekorde gebrochen. Acht waren es beim Londoner Polytechnic Marathon, der allerdings schon viele Jahre lang nicht mehr stattfindet.

Seit 2003 gab es nun bereits fünf Männer-Weltrekorde – und alle wurden in Berlin aufgestellt. Seit 1998 sind es acht, so dass eine Bestzeit im Durchschnitt nur rund zwei Jahre hielt. Vor 1998 hatte es gut zehn Jahre lang keinen Männer-Weltrekord gegeben. Es ist nicht damit zu rechnen, dass Wilson Kipsangs Bestzeit ein Rekord für die Ewigkeit ist. Denn es gibt einige Läufer, die in diesem Jahr, in dem weder Weltmeisterschaften noch Olympische Spiele stattfinden, versuchen könnten, die Kipsang-Zeit zu unterbieten. Dennis Kimetto ist zum Beispiel ein Läufer, dem man zutrauen kann, noch schneller zu laufen. Der kenianische Aufsteiger der letzten beiden Jahre wurde in Chicago bereits zum drittschnellsten Marathonläufer aller Zeiten (wenn man die Zeiten des Boston-Marathons außen vor lässt, da die Strecke nicht die Kriterien zur Anerkennung von Rekorden erfüllt). Kimetto gewann das Rennen in 2:03:45 und es heißt, dass er in diesem Jahr in Berlin den Weltrekord angreifen möchte. Ein anderer, dem dies zuzutrauen ist, ist Eliud Kipchoge, der sich 2013 glänzend im Marathon etablierte. Nach seinem Debüt-Sieg in Hamburg (2:05:30) steigerte sich der Kenianer in Berlin auf 2:04:05.

Das Marathonjahr 2013 produzierte einmal mehr auch in der Breite der Spitze außergewöhnliche Ergebnisse. Neben den drei Zeiten unter 2:04 gab es sechs weitere Resultate unter 2:05. Nur das Jahr 2012 war in dieser Hinsicht noch etwas besser: Damals liefen elf Athleten unter 2:05, jedoch blieb keiner unter 2:04. 2011 hatte es erstmals mehr als eine Zeit unter 2:04 gegeben – damals waren es zwei: Makau in Berlin und Kipsang in Frankfurt.

Dennis Kimetto gewinnt den Chicago-Marathon mit einem Kursrekord.

Bild: photorun.net

Zurückgemeldet in die Gruppe der potenziellen Weltrekordstrecken hat sich im vergangenen Jahr der Chicago-Marathon. Gleich zwei Zeiten unter 2:04 Stunden wurden hier im Oktober gelaufen, was einmalig ist. Hinter Dennis Kimetto lief sein Landsmann Emmanuel Mutai 2:03:52. Zwei Männer-Weltrekorde wurden bisher in Chicago aufgestellt. Zuletzt gelang dies 1999 Khalid Khannouchi (Marokko) mit 2:05:42.

Es gibt aber auch Rekorde bei den Männern, die der Berlin-Marathon nicht hält. Das in der Breite der Spitze beste Rennen aller Zeiten fand vor einem Jahr in Dubai statt. Gleich fünf Läufer blieben im Januar 2013 unter 2:05 Stunden! Es gibt keinen anderen internationalen Top-Marathon, der eine derart flache Strecke aufweist wie das Rennen in Dubai. Insofern wäre es keine Überraschung, wenn dort eines Tages auch der Weltrekord fallen würde. Das Rennen in dem Wüstenemirat findet übrigens bereits am 24. Januar statt. Dubai könnte einmal mehr für einen fulminanten Marathon-Jahres-Auftakt sorgen.

Bei den Weltmeisterschaften in Moskau triumphierte mit Stephen Kiprotich der Olympiasieger. Der Läufer aus Uganda bestätigte, dass er ein sehr starker Meisterschaftsläufer ist. Doch bei den schnelleren City-Marathonrennen konnte er sein Vermögen bisher noch nicht umsetzen.

Die internationale Marathon-Bilanz 2013 der Frauen finden Sie hier.

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