Neue Kursrekorde

Ein Dutzend Läufer unter 2:10 Stunden beim Amsterdam-Marathon

Wilson Chebet siegte beim Amsterdam-Marathon in 2:05:41 Stunden. Zwölf Läufer blieben unter 2:10 Stunden. 38.000 Athleten waren am Start.

Amsterdam-Marathon 2012 Wilson Chebet

Wilson Chebet machte es spannend: Der Kenianer blieb drei Sekunden unter dem alten Kursrekord.

Bild: TCS Amsterdam-Marathon

Gleich beide Streckenrekorde fielen bei der 37. Auflage des Amsterdam-Marathons. Titelverteidiger Wilson Chebet triumphierte erneut, und dieses Mal unterbot der Kenianer die Kursbestzeit. Es war allerdings denkbar knapp: Nach 2:05:41 Stunden war Wilson Chebet im Ziel und hatte damit die alte Marke um drei Sekunden unterboten. Vor einem Jahr war er noch um neun Sekunden am Streckenrekord vorbeigeschrammt. Schnellste Frau war in Amsterdam Meseret Hailu. Die Äthiopierin, die vor gut zwei Wochen den Halbmarathon-WM-Titel gewonnen hatte, siegte mit 2:21:09 Stunden. Damit löste sie die Marathon-Olympiasiegerin Tiki Gelana – ihre Trainingspartnerin und Freundin – als Amsterdamer Kursrekordlerin ab. Gelana war vor einem Jahr 2:22:08 gelaufen. Eine glänzende Zeit lief auch die zweitplatzierte Kenianerin Eunice Kirwa Jepkirui mit 2:21:41. Für den Amsterdam-Marathon hatte die Rekordzahl von 13.000 Läufern gemeldet. Alle Wettbewerbe zusammengerechnet, gingen bei guten, aber teilweise windigen Wetterbedingungen 38.000 Athleten an den Start.

Die große Spitzengruppe der Männer passierte die Halbmarathonmarke nach 63:06 Minuten und war damit im Rennen um den avisierten Kursrekord rund zehn Sekunden im Rückstand. Nach 30 km (1:29:51) lagen noch rund ein Dutzend Läufer in der ersten Gruppe. Unerwartet war es dann der hoch eingeschätzte Peter Kirui, der das Tempo nicht mehr halten konnte. Der Kenianer hatte im vergangenen Jahr sowohl in Berlin als auch in Frankfurt ausgezeichnete Tempoarbeit verrichtet und war am Main dann noch mit 2:06:31 ins Ziel gekommen. Am Sonntag musste er sich jedoch mit 2:09:14 und Platz zehn zufrieden geben.

Nach 35 km lagen noch neun Läufer an der Spitze. Bei höherem Tempo war es dann Wilson Chebet, der drei Kilometer vor dem Ziel noch einmal zulegen konnte. Der 27-jährige Kenianer lief den 5-km-Abschnitt zur 40-km-Marke in superschnellen 14:19 Minuten. Es war die mit Abstand schnellste Phase des Rennens und schnell genug, um die verbliebenen äthiopischen Konkurrenten klar zu distanzieren und noch in den Bereich des Streckenrekordes zu kommen. Am Ende reichte es mit 2:05:41 knapp für die Kursbestzeit. Die Äthiopier Bentayehu Assefa (2:06:22), Abra Gebretsadik (2:06:23), Feyisa Bekele (2:06:26) und Abraham Girma (2:06:48) liefen auf den Plätzen zwei bis fünf jeweils noch Topzeiten. „Es war ein hartes Rennen. Manchmal kam es mir aufgrund des Windes so vor als ob ich gestanden hätte. Zum Glück hatte ich gute Tempomacher um mich herum“, sagte Wilson Chebet, der im vergangenen Jahr auch den Rotterdam-Marathon gewonnen hatte und dabei seine Bestzeit von 2:05:27 erzielt hatte. Der für das Elitefeld zuständige holländische Manager Jos Hermens schätzte, dass der Wind die Athleten rund 40 bis 50 Sekunden gekostet haben dürfte.

Gleich ein Dutzend Läufer kamen im Amsterdamer Olympiastadion trotzdem mit Zeiten von unter 2:10 Stunden ins Ziel. Das zeigt für die hohe Qualität des Rennens in der Spitze. Zwölfter wurde dabei der Holländer Michel Butter, der sich auf 2:09:58 Stunden verbesserte und eine für europäische Verhältnisse gute Zeit erzielte.

Im Rennen der Frauen liefen Meseret Hailu und Eunice Kirwa Jepkirui die zweite Hälfte schneller als die erste. Die Halbmarathonmarke hatten die beiden Athletinnen nach 1:11:15 Stunden erreicht. Gemeinsam mit ihnen an der Spitze liefen zu diesem Zeitpunkt noch die am Ende drittplatzierte Genet Getaneh (Äthiopien/2:25:38) und Diane Chepkemoi (Kenia), die schließlich in 2:27:32 Vierte wurde. Chepkemoi fiel vor der 30-km-Marke zurück, Getaneh verlor vor Kilometer 35 den Anschluss. Das Duell zwischen Meseret Hailu und Eunice Kirwa Jepkirui entschied die 22-jährige Äthiopierin dann mit einem folgenden, schnellen 5-km-Abschnitt von 16:22 Minuten für sich.

Für beide Läuferinnen war Amsterdam der große Schritt in die Marathon-Weltklasse. Während Meseret Hailu mit einer Bestzeit von 2:27:15 (Dritte in Prag in diesem Jahr) nach Holland gereist war und nun nach 2:21:09 ins Ziel kam, steigerte sich Eunice Kirwa Jepkirui gleich um famose zwölf Minuten. Bisher international noch nicht groß in Erscheinung getreten, war die 28-Jährige ihr Marathondebüt erst vor zwei Monaten gelaufen: Dabei gewann sie in Asuncion (Paraguay) mit 2:33:42. Nun lief sie 2:21:41 und könnte Kenias nächste große Marathonläuferin werden. Die Mitfavoritin und Boston-Marathon-Siegerin Caroline Kilel (Kenia) hatte bei Kilometer 31 aufgegeben.

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