Emmanuel Mutai

Durchbruch in London

Emmanuel Mutai zählt zu den herausragenden Marathonläufern des ersten Halbjahres 2011. Ein Portrait.

Emmanuel Mutai

Emmanuel Mutai nach dem Sieg in London im April.

Bild: www.photorun.net

Schon mehrmals hatte Emmanuel Mutai bei Rennen der World Marathon Majors (WMM) erstklassige Platzierungen und Zeiten erreicht. Doch es war im April in London, wo der 26-jährige Kenianer einen Durchbruch schaffte. Emmanuel Mutai gewann den hochklassig besetzten London-Marathon in 2:04:40 Stunden. Das war nicht nur ein Streckenrekord sondern auch die erste Zeit unter 2:05 auf britischem Boden. „Das ist auf jeden Fall der größte Sieg meiner Karriere“, erklärte Emmanuel Mutai nach dem Triumph.

„Nach diesem Erfolg in London fühle ich mich jetzt als großer Marathonläufer. Es war immer mein Ziel, einmal ein bedeutendes Rennen zu gewinnen. Und in London ganz vorne zu sein, das ist nicht leicht. Vorher bin ich schon mehrmals Zeiten von 2:06 Stunden gelaufen, aber jetzt habe ich mich auf unter 2:05 verbessert“, erzählte Emmanuel Mutai, der aus Tulwet (Kericho) im Great Rift Valley stammt. Die Gegend ist die Hochburg der kenianischen Langstreckler. Zu seinen entfernten Verwandten zählt mit Richard Limo der 5.000-m-Weltmeister von 2001.

In seinem zehnten Marathonlauf etablierte sich Emmanuel Mutai in London als viertschnellster Läufer über die klassischen 42,195 km aller Zeiten (wenn man die Zeiten der nicht rekordtauglichen Strecke von Boston hinzuzählt, liegt Mutai auf Rang sechs). Es war an jenem 17. April das bis dahin schnellste Marathonrennen weltweit seit zwei Jahren.

Als 21-Jähriger hatte er einst seine internationale Karriere begonnen: Bei einem Halbmarathon in Nizza gewann er dabei im April 2006 auf Anhieb in 61:24 Minuten. Über 10 km steigerte er sich anschließend auf 27:51. Nach seinem Marathondebüt in Rotterdam 2007 (Siebenter in 2:13:06) lief er noch im selben Jahr in die Weltspitze über die klassische Distanz: Emmanuel Mutai gewann den Amsterdam-Marathon im Oktober mit 2:06:29. Diese Leistung brachte ihm einen Startplatz beim London-Marathon 2008, wo er als Vierter mit einer weiteren Steigerung (2:06:15) überzeugte.

Ein Jahr später war Emmanuel Mutai wiederum Vierter in London (2:06:53) und 2010 steigerte er sich dort hinter Tsegaye Kebede (Äthiopien) auf Platz zwei. Dazwischen hatte Mutai in Berlin bei den Weltmeisterschaften hinter seinem Landsmann Abel Kirui Silber gewonnen. Es war sein erster und bis heute einziger Start bei einer großen Meisterschaft für Kenia. Ursprünglich hatte ihn der kenianische Verband für die Leichtathletik-WM in Daegu im Sommer nominiert, doch wie viele andere Topläufer verzichtet auch Emmanuel Mutai auf einen Start bei den voraussichtlich heiß-schwülen Wetterbedingungen in Südkorea.

So könnte sein zweiter Einsatz für Kenia vielleicht bei den Olympischen Spielen kommen – vorausgesetzt er schafft die schwere Qualifikation, denn nur drei Startplätze stehen zur Verfügung. „Der London-Sieg gibt mir sicherlich Selbstvertrauen. Es ist gut zu wissen, dass ich auch ein so großes Rennen gewinnen kann“, erklärte Emmanuel Mutai, der sich inzwischen noch stärker auf den Marathon spezialisiert hat. „Ich denke natürlich schon jetzt an die Olympischen Spiele in London. Wenn ich die Chance bekomme dort zu starten, dann möchte ich natürlich auch gewinnen.“

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