Berlin-Marathon 2009

Duncan Kibet vor Duell gegen Haile optimistisch

Nach seinem Triumph in Rotterdam ist Duncan Kibet vor dem Berlin-Marathon 2009 guter Dinge.

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Soeben angekommen und ganz frohen Mutes – Duncan Kibet vor dem Brandenburger Tor.

Bild: photorun.net

„Ich fühle mich geehrt, hier gegen Haile Gebrselassie antreten zu können“, sagte Duncan Kibet, als er heute bei der Pressekonferenz des Berlin-Marathon im Berliner Marriott Hotel die Fragen der Journalisten beantwortete. „Das Training lief gut, ich bin in guter Form und freue mich auf das Rennen gegen den Weltrekordler.“ Der 31-jährige Kenianer hält zurzeit die Jahresweltbestzeit von 2:04:27 Stunden, die er bei seinem Sieg in Rotterdam im April erreichte. Damit ist er hinter Haile Gebrselassie der zweitschnellste Läufer über die 42,195 km aller Zeiten. Am Sonntag nun treffen die beiden schnellsten Marathonläufer der Welt in Berlin aufeinander.

Einen Weltrekord hält Duncan Kibet bereits – allerdings wird dieser nicht offiziell geführt. Gemeinsam mit seinem Bruder Luke Metto sind die beiden das schnellste Brüderpaar aller Zeiten. Der zwei Jahre ältere Metto lief 2004 in Seoul 2:10:57. Zusammen weisen sie damit eine Zeit von 4:15:24 Stunden auf und sind fünf Sekunden schneller als ihre Landsleute Eric und Boaz Kimaiyo.

Und wie steht es mit dem Marathon-Weltrekord von 2:03:59? Mit seiner Bestzeit aus Rotterdam ist Duncan Kibet nur noch 28 Sekunden entfernt von der Marke, die Haile Gebrselassie vor einem Jahr beim real,- Berlin-Marathon aufgestellt hatte. Auf den Weltrekord geht Duncan Kibet nicht ein, doch er sagt: „Ich will meine Bestzeit verbessern.“ Dafür müsste er ein Tempo im Bereich des Weltrekordes laufen. Wir haben im Vergleich zur Vorbereitung auf den Rotterdam-Marathon im Training einige Einheiten noch weiter intensiviert“, erzählt der Kenianer, der im vergangenen Jahr in Wien seinen ersten ernsthaften Marathon gelaufen war und dabei auf Anhieb Zweiter wurde in 2:08:33. Damals lief er bei hohen Temperaturen, ein halbes Jahr später verbesserte er sich als Sieger des Mailand-Marathons bei eiskalten Bedingungen auf 2:07:53. Dann folgte der Triumph in Rotterdam.

„Ich habe mich für den Berlin-Marathon entschieden, weil ich in Berlin die Perspektive gesehen habe, meine Bestzeit weiter verbessern zu können“, erklärte Duncan Kibet und antwortete auf eine Frage bezüglich des Duells mit Haile Gebrselassie: „Ich weiß nicht wie er trainiert hat und er weiß es umgekehrt ebenso wenig über mich. Insofern müssen wir abwarten und sehen, wie sich das Rennen entwickelt. Aber ich will versuchen, sein Tempo mitzugehen.“

Eine so starke Steigerung auf 2:04:27 Stunden hatte Duncan Kibet, der vom Italiener Claudio Berardelli trainiert wird, selbst nicht erwartet. Doch er weiß auch, dass er noch schneller laufen kann. „Mein Trainingspartner James Kwambai wurde am vergangenen Sonntag beim Rotterdam-Halbmarathon in 59:09 Minuten Dritter. Das ist ein gutes Zeichen“, erklärte Duncan Kibet, der einst in der Schule mit dem Laufsport begann. „Damals lief ich mit meinen beiden Brüdern für die Schule bei Wettkämpfen.“

Doch als 16-Jähriger erlitt seine Karriere einen Knick, denn er brach sich bei einem Unfall in Eldoret das Bein. „Ich dachte, das wäre das Ende meiner Karriere, aber dann haben mich Moses Tanui und Moses Kiptanui überzeugt, dass ich weiter laufen sollte. Ich hatte am Anfang Angst, dass ich mir noch einmal das Bein brechen könnte“, erzählte Duncan Kibet, der im Jahr 2004 bereits zweimal bei kleineren Marathonrennen in Frankreich startete: Damals lief er 2:19:42 Stunden in La Rochelle und 2:20:39 beim Marathon de la Liberte. Als echte Marathonrennen zählen diese allerdings für Duncan Kibet nicht. „Ich war damals jeweils Tempomacher. Und als ich meine Aufgabe erfüllt hatte, war niemand da, der mich mit dem Auto mitnahm. Also joggte ich weiter bis ins Ziel!“