Dubai-Marathon 2012

Duell zwischen Kenia und Äthiopien

Martin Lel will Kenias Marathondominanz fortsetzen und gilt als Favorit beim Dubai-Marathon. Bisher siegten dort meist Äthiopier.

Aselefech Medessa Mergia

Aselefech Medessa Mergia darf als Vorjahressiegerin in Dubai starten, nachdem der äthiopische Verband die Sperre zurückgenommen hat.

Bild: photorun.net

In den vergangenen Jahren war der Dubai-Marathon ein Rennen, bei dem meistens die Äthiopier die Schlagzeilen lieferten – allen voran Superstar Haile Gebrselassie, der dort dreimal in Folge gewann (2008 bis 2010). Bei der 13. Auflage am Freitag, 27. Februar 2012, spricht jedoch nicht so viel für die Äthiopier. Denn im vergangenen Jahr dominierten die Kenianer das internationale Marathongeschehen wie nie zuvor. Sie gewannen alle wichtigen Rennen – inklusive der Weltmeisterschaften – und erzielten reihenweise Weltklassezeiten.

Dieser Trend dürfte sich am Freitag in den Vereinigten Arabischen Emiraten fortsetzen. Einer der Favoriten aus Kenia ist Martin Lel, der in den Jahren von 2003 bis 2007 in London beziehungsweise New York insgesamt fünfmal triumphierte. Danach hatte er lange Zeit mit Verletzungen zu kämpfen, doch 2011 meldete er sich zurück mit einem zweiten Platz in London in 2:05:45 Stunden. „Ich hoffe, der Freitag wird ein großer Tag für mich. Ich habe gesehen, wie Haile hier sehr stark gelaufen ist. Und wenn wir dieses Mal eine Gruppe von starken Athleten haben, hoffe ich, dass ich eine sehr gute Leistung zeigen kann“, erklärte der Kenianer, der sich unter anderen mit dem Vorjahressieger David Barmasai (Kenia) auseinandersetzen muss.

Doch leicht machen wollen es die Äthiopier ihren Erzrivalen in Dubai nicht. Es sind gleich vier Läufer von ihnen mit Bestzeiten zwischen 2:06:30 und 2:06:40 im Rennen. Neben Tadesse Tola sind dies Chala Dechase – beide liefen schon 2:06:33 –, Markos Geneti (2:06:35) und der Olympia-Vierte Deriba Merga (2:06:38). Für die Äthiopier ist das Rennen um die drei olympischen Startplätze im Gegensatz zu den Kenianern noch völlig offen. Sie werden versuchen, möglichst schnelle Zeiten zu laufen.

Im Gegensatz zu den Männern gab es im Frauenrennen noch nie eine kenianische Siegerin in Dubai. Eine Debütantin will das am Freitag ändern. Lucy Wangui Kabuu überzeugte 2011 über die Halbmarathondistanz. Zunächst gewann sie in Newcastle den größten Halbmarathon der Welt in hochklassigen 67:06 Minuten, dann steigerte sie sich als Siegerin in Neu-Delhi um zwei Sekunden auf 67:04. Sehr optimistisch zeigte sich die 27-Jährige in Dubai am Mittwoch: „Ich habe gut trainiert und denke, dass ich 2:18 bis 2:19 Stunden laufen kann.“ Das wäre eine Sensation, und damit würde sie sicherlich gewinnen. Doch weniger überraschend wäre, wenn eine der beiden Äthiopierinnen – Asselefech Mergia oder Mamitu Daska – vorne liegen würden. Mergia ist die Titelverteidigerin, Daska gewann das Rennen vor zwei Jahren. Beide gehörten übrigens zu jenen Athleten, die der äthiopische Verband vor knapp einer Woche gesperrt hatte, weil sie nicht beim Verbands-Training erschienen waren. Doch nun dürfen sie doch in Dubai starten. Die Funktionäre haben die Sperre zurückgenommen.

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