Frankfurt-Marathon 2011

Drei kenianische Sieger kehren zurück

Beim Frankfurt-Marathon 2011 werden die kenianischen Sieger der vergangenen drei Jahre aufeinandertreffen. Der deutsche André Pollmächer will das Olympiaticket lösen.

Robert Cheruiyot

Robert Cheruiyot, hier bei seinem Sieg in Boston 2010, startet beim Frankfurt-Marathon.

Bild: photorun.net

Drei große kenianische Sieger hatte der Frankfurt-Marathon in den vergangenen drei Jahren: Robert Cheruiyot gewann 2008 in 2:07:21 Stunden, Gilbert Kirwa folgte ein Jahr später mit 2:06:14 und Wilson Kipsang triumphierte 2010 in 2:04:57. Alle drei Ergebnisse waren jeweils Streckenrekorde. Nun treffen diese drei Weltklasseläufer beim 30. Jubiläum des Rennens am 30. Oktober aufeinander.

Robert Cheruiyot war nach seinem sensationellen Debüt-Sieg in Frankfurt auch in Boston enorm erfolgreich: 2010 triumphierte der mittlerweile 23-jährige Kenianer auf der schwierigen Strecke in einer persönlichen Bestzeit von 2:05:52 Stunden. „Robert will jetzt unbedingt in Frankfurt dabei sein, obwohl sein Management auch andere, finanziell lukrativere Angebote hatte“, sagte Christoph Kopp, der Sportliche Leiter des Frankfurt-Marathon, und fügte hinzu: „Und ich bin ganz sicher: Er wird vorne mitmischen.“ Wie auch im Jahr 2009 in Frankfurt, als Cheruiyot beim Rekordlauf von Kirwa in 2:06:23 Stunden Zweiter wurde.

Eine Legende des Frankfurt-Marathons ist der mittlerweile 36-jährige Wilfred Kigen. Der Sieger in den Jahren 2005 bis 2007 wird in der Mainmetropole seinen wahrscheinlich letzten Marathonlauf absolvieren und sich noch einmal mit der Weltklasse messen. Siegchancen hat der Kenianer nicht – aber die mehreren hunderttausend Zuschauer entlang der Strecke werden dem Routinier bei seiner fünften Frankfurt-Teilnahme sicherlich einen gebührenden Abschied bereiten. „Dass wir die Gewinner der Jahre 2005 bis 2010 allesamt präsentieren können, passt natürlich optimal zum 30. Geburtstag unseres Marathons“, sagte Renndirektor Jo Schindler.

Mächtig Druck machen in Frankfurt wird auch der 30-jährige Äthiopier Deriba Merga.und dabei zum zweiten Mal innerhalb von acht Monaten auf Kipsang treffen. Deriba Merga, der Boston-Marathon-Sieger des Jahres 2009, hatte den Kenianer bereits Anfang März beim Lake Biwa Marathon in Japan herausgefordert und erst nach 39 Kilometern den Kontakt verloren. Kipsang gewann in der Kursbestzeit von 2:06:13 Stunden, Merga kam als Zweiter genau drei Minuten später ins Ziel. Seinen persönlichen Rekord (2:06:38) ist der Äthiopier als Sechster des London-Marathons 2008 gelaufen. „Deriba Merga ist ein Frontrunner, der als Pacemaker für Frankfurt allererste Wahl ist“, sagt Kopp. Wobei Deriba Merga natürlich nicht als Tempomacher an den Start gehen wird, sondern natürlich durchlaufen möchte – und seine Siegchance suchen wird. „Dass es beim Frankfurt-Marathon einmal zum Duell zweier Boston-Gewinner kommen wird, hätte ich vor einigen Jahren nicht für möglich gehalten. Das ist ein Beleg für die sensationelle Entwicklung der Veranstaltung“, sagte Jo Schindler. Die ewig junge Auseinandersetzung Kenia gegen Äthiopien verspricht auch in der Börsenmetropole Hochspannung. Und die internationale Extraklasse des Männerfelds dokumentiert die erweiterte Startliste: Acht Männer sind bereits unter 2:08 Stunden gelaufen.

Mit Jan Fitschen (TV Wattenscheid) und André Pollmächer (Rhein-Marathon Düsseldorf) wollen sich in Frankfurt zwei deutsche Läufer für die Olympischen Spiele 2012 qualifizieren. Zu dem „deutschsprachigen Paket“ gehört zudem Günther Weidlinger, der seinen österreichischen Rekord von 2:10:47 Stunden deutlich verbessern möchte. Für Pollmächer, der vor drei Jahren in Frankfurt als Debütant den 18. Platz (2:14:18) belegt hatte, ist es der vierte Karrierestart über die klassische Distanz. Und das Ziel des 28-Jährigen ist klar definiert: Pollmächer greift in Frankfurt die deutsche Olympianorm von 2:12 Stunden an. „Er ist gut in Form und absolviert derzeit große Umfänge“, sagte Christoph Kopp. Bislang hat sich noch kein deutscher Marathonläufer das Olympiaticket gesichert, wobei Pollmächer als aussichtsreichster Kandidat gilt.

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