New York Marathon

Dramatik hoch zwei beim New York Marathon

Im vibrierenden New York sorgten packende Zweikämpfe für spektakuläre Szenen bei den Männern und Frauen.

Paula Radcliffe

Paula Radcliffe gewinnt beim Marathon-Comeback in New York.

Bild: photorun

Über 39000 Starter aus über 100 Nationen starteten zu Frank Sinatras "New York, New York" durch die fünf Stadteile New Yorks. Nach einem stürmischen Samstag, an dem der erst 24-jährige Ryan Hall überlegen mit 2:09 Stunden die amerikanischen Olympiaauscheidungen für 2008 gewann, herrschten fast ideale Laufbedingungen am Sonntag Vormittag. Die Sonne schien bereits zum Start und tausende Zuschauer vor allem in Brooklyn und in Manhattan sorgten für phantastische Stimmung.

Mit viel Spannung wurde die Frauenentscheidung erwartet: Mit separatem Start und ohne Pacemaker bestimmte Paula Radcliffe das Rennen von der Spitze. In dem ersten Marathon seit Geburt ihrer Tochter sorgte die Britin vom Start in Staten Island weg für Tempo, das zu Anfang auf eine 2:18-h-Endzeit hinauslief. Allein Berlin-Marathonsiegerin Gete Wami (Äthiopien) hielt mit. Die Äthiopierin hing scheinbar angriffsbereit stets an Radcliffe, die sich schließlich erst auf den letzten fünfhundert Metern lösen konnte und mit 2:23:09 Stunden siegte. Gete Wamis (2:23:32 h) zweiter Platz sicherte ihr gleichzeitig den Gesamtsieg in der World Marathon Majors-Wertung, einer Kombinationswertung der fünf weltweit größten Marathons, der 500.000 Dollar wert ist (den Jackpot bei den Männern hatte der Kenianer Robert Cheruiyot bereits vor dem Finale der WMM-Serie sicher). Die Lettin Jelena Prokopcuka kam nach ihren beiden Vorjahressiegen in New York mit großem Abstand als Dritte ins Ziel (2:26:13 Stunden).

Ähnlich spannend und mit der exakt gleichen Dramaturgie auf dem Schlussstück wie bei den Frauen fiel die Entscheidung bei den Männern. Der Kenianer Martin Lel und der Marokkaner Abderrahim Goumri liefen Schulter an Schulter bis zum Columbus Circle. Erst auf den letzten 500 Metern konnte sich Lel von Goumri mit einem langen Schlussspurt absetzen. Mit 2:09:04 Stunden feierte Lel seinen zweiten New-York-Sieg nach 2003. Goumri folgte nach 12 Sekunden als Zweiter (2:09:16 Stunden). Der Südafrikaner Hendrick Ramaala wurde Dritter in 2:11:25 Stunden. Das Männerrennen war anders als bei den Frauen lange Zeit von einer Spitzengruppe von 16 Läufern bestimmt, darunter vier ehemalige New York Sieger. Erst ein energischer Antritt Henrik Ramaalas zu Beginn der zweiten Streckenhälfte ließ das Männerfeld auseinanderreißen.

Martin Lel kurz vor dem Ziel.

Bild: photorun