US-Marathon-Trials

Drama bei den US-Olympia-Trials in New York

Der Start zum vermeintlich größten Marathon-Fest in der Geschichte New Yorks geriet zum tödlichen Drama.

Einen Tag vor dem New York City Marathon standen am Samstag auf einer Rundstrecke im Central Park die US-Trials der Männer auf dem Programm. Rund 150 Läufer kämpften um die drei amerikanischen Startplätze für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr in Peking. Nie zuvor standen die US-Marathon-Trials derartig im Blickpunkt wie jetzt in New York. Doch dann wurde das Rennen überschattet. Kurz nach Kilometer acht brach der 28-jährige Ryan Shay zusammen. Trotz sofortiger medizinischer Hilfe und einem umgehenden Transport in ein nahe gelegenes Krankenhaus, konnte dort nur noch der Tod des Marathonläufers festgestellt werden.

„Wir sind erschüttert und beten für seine Frau und seine Familie. Sein Tod ist ein großer Verlust für den Sport“, erklärte der Chef von USA Track and Field, Craig Masback. Ryan Shay hatte 2003 die US-Meisterschaften im Marathon gewonnen. Er war zudem mehrfacher US-Marathonmeister über Strecken zwischen 10.000 m und dem Halbmarathon.

Sieger der Trials im Central Park wurde Ryan Hall. Der 25-jährige Kalifornier dominierte das Geschehen, lief nach 2:09:02 Stunden ins Ziel und kassierte dafür 60.000 Dollar. Die Zeit war ein US-Trials- und -Meisterschaftsrekord. Hall, der nach einer ersten Hälfte von 66:17 Minuten den zweiten Teil in 62:45 absolvierte, hatte in diesem Jahr bei seinem Debüt in London bereits für Aufsehen gesorgt. Damals lief er 2:08:24 und wurde Sechster.

Ryan Hall, Dathan Ritzenhein (rechts) und Brian Sell (links) freuen sich über die Olympia-Qualifikation.

Bild: photorun

Im Central Park, wo am Sonntag auch das Ziel des New York City-Marathons sein wird, sicherten sich außerdem Dathan Ritzenhein (2:11:07) und Brian Sell (2:11:40) die Tickets für Olympia in Peking. Der frühere Weltrekordler Khalid Khannouchi (Ex-Marokkaner/2:05:38) lief als Vierter 2:12:34 und verpasste damit die Qualifikation ebenso wie der Silbermedaillengewinner von Athen 2004: Meb Keflezighi wurde Achter in 2:15:09.

Das Olympia-Qualifikationsrennen der Frauen findet im kommenden April im Rahmen des Boston-Marathons statt. Auch dort gibt es einen Tag vorher ein separates Rennen.