Jahresbilanz 2007 - Teil 3

Die schnellsten deutschen Marathonläufer

Die Bilanz der deutschen Marathonläufer hinkt deutlich den internationalen Zeiten hinterher – die 50 Schnellsten.

Martin Beckmann

Martin Beckmann wurde in Hamburg schnellster Nichtafrikaner.

Martin Beckmann ist mit einer Zeit von 2:15:22 Stunden schnellster Deutscher in diesem Jahr. Beim Hamburg Marathon im April lief er mit dieser Zeit als 17. und bester Nichtafrikaner ins Ziel. Seine Halbmarathonzeit lag bei 66:49 Minuten und er peilte damit eine persönliche Bestleistung um 2:14 Stunden an. Beckmann konnte aber letztendlich seine Bestzeit von 2:15:06 Stunden aus dem Jahr 2004 nicht verbessern. In der internationalen Marathon- Bestenliste liegt er mit dieser Leistung weit abgeschlagen auf dem 482. Platz.

Mario Kröckert, der beim Düsseldorf Marathon in 2:16:07 Stunden auf Rang neun lief, hatte Grund zur Freude, denn in seinem zweiten Marathon blieb er 47 Sekunden unter der Zeit seines ersten Marathons (2:16:54 Stunden). Das ist die zweitschnellste deutsche Zeit 2007. Er wurde aufgrund dieser Leistung für die WM in Osaka nominiert, verletzungsbedingt musste Kröckert aber auf eine Teilnahme verzichten. Dadurch platzte das deutsche Marathon-Team für Osaka und Martin Beckmann und Ulrich Steidl blieb nur noch der Einzelstart. Beckmann stieg bei der Weltmeisterschaft nach 30 Kilometern aus, da er das Gefühl hatte wie ein Backhähnchen gegrillt zu werden. Steidl lief als 37. ins Ziel (2:30:03 Stunden), erlitt danach aber einen Kreislaufkollaps.

Im Oktober 2007 lief Stefan Koch bei optimalen äußeren Bedingungen seinen ersten Marathon und war nach 2:17:17 Stunden klarer Sieger des Essen Marathons. Damit rannte er die drittbeste Marathonzeit eines Deutschen in diesem Jahr. Für Falk Cierpinski ging es bei seinem ersten Marathon in Deutschland darum, seine Bestzeit von 2:21:26 Stunden zu verbessern. Beim Berlin-Marathon lief er als bester Deutscher persönliche Bestzeit und belegte Platz 23 in einer Zeit von 2:19:04 Stunden. Bereits zwei Wochen später siegte er in München mit 2:25:26 Stunden, musste dafür aber nicht an die Reserven gehen. Cierpinski hat sich die Olympiateilnahme 2008 und die Weltmeisterschaften 2009 in Berlin vorgenommen und ist ein Hoffnungsträger für schnelle Marathonzeiten aus Deutschland.

Alexander Lubina, schnellster deutscher 10-km-Läufer des Jahres, lieg in der Marathonbestenliste auf Rang 8.

Bild: Tomas Ortiz Fernandez

Im Frühjahr 2007 belegte Ulrich Steidl in 2:19:54 Stunden einen hervorragenden zwölften Platz beim Boston-Marathon, bei dem ein Unwetter die Zeiten der Läufer stark beeinträchtigte. Drei Wochen später konnte er seine Marathonzeit auf 2:19:47 Stunden verbessern und belegte beim Düsseldorf Marathon wiederum Platz zwölf.

Der fünfplatzierte Marc-Philipp Büttner beim Gutenberg Marathon in Mainz, in dessen Rahmen zum ersten Mal die Deutschen Marathon Meisterschaften ausgetragen wurden, lief mit 2:20:17 Stunden die sechsbeste Zeit des Jahres. Er verbesserte nicht nur seinen Hausrekord um fünf Minuten, sondern konnte sich nach der Vizemeisterschaft 2006 zum ersten Mal den Deutschen Meistertitel sichern. Carsten Eich lief voraussichtlich seinen letzten Marathon in Düsseldorf und beendete seine Karriere mit einem respektablen 13. Platz in einer Zeit von 2:21:22 Stunden und sicherte sich den siebten Platz auf der Bestenliste.

Alexander Lubina, der bei den Deutschen Meisterschaften sein Marathondebüt gab und dort als Joker galt, musste bei Kilometer 29 aussteigen. In Brügge (Belgien) lief er zum ersten Mal die volle Distanz durch und wurde nach 2:21:27 Stunden Vierter. Mit dieser Zeit rangiert er in der deutschen Jahresbestenliste auf Platz acht. Bester Deutscher des Frankfurt Marathons wurde mit Platz 26 Daniel Pickl in 2:23:12 Stunden. Dennis Pyka belegte beim Gardasee Marathon als bester Nichtafrikaner den fünften Platz mit einer Zeit von 2:23:27 Stunden.

16 der 50 Besten liefen ihren Rekord für 2007 in Hamburg und München. Nur fünf Läufer blieben unter 2:20 Stunden, 27 Läufer liefen unter 2:30 Stunden ins Ziel.

Die schnellsten deutschen Marathonläufer 2007:

  1. 2:15:22 Beckmann, Martin (1977) 29.04. Hamburg


  2. 2:16:07 Kröckert, Mario (1978) 06.05. Düsseldorf


  3. 2:17:17 Koch, Stefan (1984) 14.10. Essen


  4. 2:19:06 Cierpinski, Falk (1978) 30.09. Berlin


  5. 2:19:45 Steidl, Ulrich (1972) 06.05. Düsseldorf
  6. 2:20:17 Büttner, Marc-Philipp (1975) 06.05. Mainz
  7. 2:21:22 Eich, Carsten (1970) 06.05. Düsseldorf
  8. 2:21:27 Lubina, Alexander (1979) 08.07. Brügge/BEL
  9. 2:23:12 Pickl, Daniel (1977) 28.10. Frankfurt
  10. 2:23:27 Pyka, Dennis (1972) 23.09. Limone/ITA

  11. 2:25:16 Neuschwander, Florian (1981) 28.10. Frankfurt
  12. 2:25:51 Sauter, Tobias (1983) 05.06. Mainz
  13. 2:26:37 Kreth, Magnus (1976) 14.10. Essen
  14. 2:27:05 Güssow, Christian (1976) 30.09. Berlin
  15. 2:27:21 Schneble, Gerhard (1969) 01.04. Freiburg
  16. 2:27:39 Krantz, Bastian (1979) 29.04. Hamburg
  17. 2:27:54 Brouwer, Philipp (1982) 30.09. Berlin
  18. 2:28:00 Schu, Stephan (1977) 06.05. Mainz
  19. 2:28:07 Bruns, Thomas (1978) 29.04. Hamburg
  20. 2:28:40 Jost, Sebastian (1982) 14.10. München

  21. 2:28:48 Diehl, Marco (1969) 02.09. Forchheim
  22. 2:29:00 Nawrocki, Philipp (1977) 07.10. Köln
  23. 2:29:03 Frei, Max (1977) 01.04. Freiburg
  24. 2:29:10 Bartholome, Thomas (1969) 14.10. München
  25. 2:29:30 Langer, Thomas (1969) 14.10. München
  26. 2:29:41 Häntzschel, Steffen (1981) 28.10. Frankfurt
  27. 2:29:50 Rolfes, Volkmar (1970) 01.04. Zürich/SUI
  28. 2:30:00 Baumann, Dieter (1965) 28.10. Frankfurt
  29. 2:30:09 Bayer, Thomas (1971) 30.09. Berlin
  30. 2:30:33 Ahrenberg, Mathias (1980) 31.03. Ueckermünde

  31. 2:30:35 Czarnietzki, Martin (1980) 06.05. Düsseldorf
  32. 2:30:53 König, Stefan (1977) 01.04. Freiburg
  33. 2:30:58 Sterzinger, Andreas (1978) 14.10. München
  34. 2:31:02 Oelert, Dennis (1980) 29.04. Hamburg
  35. 2:31:14 Hakenes, Christoph (1973) 09.09. Münster
  36. 2:31:18 Velten, Sascha (1974) 29.04. Hamburg
  37. 2:31:22 Hermes, Guido (1964) 14.10. München
  38. 2:31:33 Rodewald, Peter (1984) 14.10. München
  39. 2:31:34 Collet, Andre (1971) 07.10. Köln
  40. 2:31:40 Ouahioune, Hakim (1963) 28.10. Frankfurt

  41. 2:31:54 Schneider, Dieter (1968) 29.04. Hamburg
  42. 2:31:55 Hellmann, Andreas (1984) 16.09. Karlsruhe
  43. 2:31:56 Lafrenz, Fabian (1966) 29.04. Hamburg
  44. 2:32:04 Richter, Sascha (1970) 14.10. München
  45. 2:32:17 Rothe, Felix (1974) 06.05. Mainz
  46. 2:32:25 Wex, Alexander (1976) 14.10. München
  47. 2:32:31 Scherr, Hanspeter (1968) 01.04. Freiburg
  48. 2:32:58 Ebel, Thomas (1965) 29.04. Hamburg
  49. 2:33:08 Folger, Bernd (1976) 28.10. Frankfurt
  50. 2:33:13 Bier, Dietmar (1970) 06.05. Mainz

Falk Cierpinski

Bild: Norbert Wilhelmi

Falk Cierpinski gewann den München Marathon nur zwei Wochen nach seiner Bestzeit in Berlin.