Frühjahrs-Marathonrennen

Die Marathon-Läufe in London, Paris, Wien und Boston

Hoch her geht es bei den Marathon-Läufen in Paris, Wien, Boston und London.

Fate Tola

Fate Tola kehrt als Vorjahressiegerin nach Wien zurück.

Bild: photorun.net

Am gleichen Tag wie der Rotterdam-Marathon werden auch die Rennen in Paris und Wien gestartet. Beide wurden vom internationalen Leichtathletik-Verband(IAAF) in die höchste Kategorie der Straßenläufe eingestuft und haben somit den „IAAF Gold Label“. In Paris ist Albert Matebor (Kenia) der schnellste Mann im Feld. Er war im vergangenen Jahr in Frankfurt Dritter mit 2:05:26. Gemeinsam mit seinem Landsmann Benjamin Kiptoo (2:06:29) könnte er den drei Jahre alten Kursrekord von Vincent Kipruto (2:05:47) angreifen. Im Rennen der Frauen gelten Tirfi Beyene (Äthiopien/Bestzeit: 2:22:44) und die Kenianerin Salina Kosgei (2:23:22), die das Rennen bereits im Jahr 2004 mit 2:24:32 gewonnen hatte, als Favoritinnen.

Gleich sechs ehemalige Sieger kehren zum Vienna City Marathon zurück. Der schnellste Läufer im Feld ist Gilbert Kirwa (Kenia), der 2009 in Wien mit 2:08:21 Stunden siegte und sich dann ein halbes Jahr später bei seinem Sieg in Frankfurt auf hervorragende 2:06:14 Stunden steigerte. Das ist nach wie vor seine Bestzeit. Mit John Kiprotich (Kenia), der vor einem Jahr in 2:08:29 gewann und sich inzwischen auf 2:07:08 verbesserte, sowie Fate Tola (Äthiopien), die im vergangenen Jahr in Wien ihre Bestzeit von 2:26:21 erreichte, sind beide Vorjahressieger erneut im Rennen. Henry Sugut (Sieger 2010), Luke Kibet (beide Kenia/2007) und die Rumänin Luminita Talpos (2007 und 2008) sind die weiteren ehemaligen Sieger, die am 15. April wieder am Start stehen. Bei den Männern ist der Kursrekord von Abel Kirui (Kenia), der 2008 mit 2:07:38 gewonnen hatte, ein realistisches Ziel.

Auch in Boston steht am traditionellen Montags-Termin ein Kenianer im Mittelpunkt: Titelverteidiger Geoffrey Mutai. Im vergangenen Jahr sorgte er mit dem schnellsten Marathonlauf aller Zeiten an der US-Ostküste für Furore. Aufgrund der Streckenbeschaffenheit (Punkt-zu-Punkt-Kurs und insgesamt abfallend) können seine 2:03:02 Stunden jedoch nicht als Weltrekord anerkannt werden. Geoffrey Mutai hat bei seinem New York-Sieg Anfang November sein Boston-Ergebnis bestätigt. Er gewann auch in Big Apple und ist nun der erste Läufer, der beide Streckenrekorde hält (2:05:06 in New York). Siegt Geoffrey Mutai erneut, hat er wohl gute Chancen auf das Olympiaticket.

Doch Geoffrey Mutai ist nur einer von acht Läufern, die mit Bestzeiten von unter 2:06:30 in Hopkinton an den Start gehen werden. Gebre Gebremariam (Äthiopien), erreichte im vergangenen Jahr als Dritter in Boston nach 2:04:53 das Ziel. Mit ihm und Robert Kiprono Cheruiyot (Kenia), der vor zwei Jahren in der damaligen Streckenrekordrekordzeit von 2:05:52 gewonnen hatte, sind Läufer im Rennen, die den hügeligen und schwer zu laufenden Kurs gut kennen.

Die Veranstalter des Boston-Marathons, des ersten World Marathon Majors (WMM)-Rennens des neuen Jahres, haben auch ein erstklassiges Frauenfeld verpflichtet. Die Vorjahressiegerin Caroline Kilel (Kenia), die dort 2011 mit 2:22:36 ihre persönliche Bestzeit erreichte, ist dabei nur die viertschnellste Läuferin im Rennen. Aselefech Mergia (Äthiopien/2:19:31), Galina Bogomolova (Russland/2:20:47) und Mamitu Daska (Äthiopien/2:21:59) gehören zur starken Konkurrenz. Insgesamt neun Läuferinnen gehen mit Bestzeiten von unter 2:23:30 ins Rennen.

Das bestbesetzte Frühjahrs-Marathonrennen wird einmal mehr in London gestartet. Gleich zehn Athleten mit Bestzeiten von unter 2:05:30 Stunden gehen in Greenwich an den Start. Drei von ihnen liefen schon unter 2:05 und alle kommen aus Kenia: Weltrekordler Patrick Makau, der die Marke in Berlin im vergangenen September auf 2:03:38 geschraubt hatte, der Frankfurt-Sieger Wilson Kipsang, der im Oktober am Main den Weltrekord nur um vier Sekunden verpasst hatte, und der Londoner Titelverteidiger und Kursrekordler Emmanuel Mutai (2:04:40). Sieben weitere Athleten haben Bestzeiten von unter 2:06 Stunden, darunter der amtierende Weltmeister Abel Kirui (Kenia/2:05:04). Für die Kenianer ist der London-Marathon zu einer Art Ausscheidungsrennen für die Olympischen Spiele geworden. Der Beste von ihnen am 22. April wird mit großer Sicherheit einen der drei Olympia-Startplätze erhalten.

Bei den Frauen gehen an der Themse drei Läuferinnen ins Rennen, die bereits unter 2:20 Stunden gelaufen sind: Vorjahressiegerin Mary Keitany (Kenia) trifft auf Irina Mikitenko (SC Gelnhausen) – beide haben mit 2:19:19 exakt die gleiche Bestzeit – und ihre Landsfrau Florence Kiplagat, die in Berlin 2011 mit 2:19:44 gewann. Doch diese drei treffen auf zahlreiche weitere hochklassige Konkurrentinnen. Gleich zehn Läuferinnen mit Bestzeiten von unter 2:23 Stunden stehen auf der Startliste, darunter auch die Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien/2:21:30).

Die einzige deutsche Läuferin, die bei einem der World Marathon Majors (WMM)-Rennen an den Start geht, ist Irina Mikitenko. In London kann die zweifache Siegerin des Rennens (2008 und 2009) ohne Druck laufen, denn sie ist bereits für Olympia nominiert. Nach ihrem überzeugenden Frankfurter Marathon-Comeback nach einer Babypause wird Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken) im Frühjahr keinen Marathon laufen und sich stattdessen auf das olympische Rennen konzentrieren. Nach dem Verzicht von Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) auf einen Marathon-Olympiastart in der Folge eines Ermüdungsbruches ist theoretisch noch ein Startplatz offen. In Düsseldorf werden Melanie Kraus (Bayer Leverkusen) bei einer Art Comeback und Anna Hahner (Run2Sky.com) bei ihrem Debüt versuchen, die nicht allzu hoch gesteckte Norm von 2:30 Stunden zu unterbieten.

Bei den Männern hat noch kein deutscher Läufer die Olympia-Norm von 2:12:00 Stunden erfüllt. André Pollmächer (Rhein-Marathon Düsseldorf), der mit einer Bestzeit von 2:13:09 Stunden bisher am dichtesten an die London-Marke herangekommen ist, wird es ebenso wie Jan Fitschen (TV Wattenscheid/2:15:40) in Düsseldorf versuchen. Falk Cierpinksi (SG Spergau/2:13:30) und Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen/2:13:42) starten am gleichen Tag in Hamburg.

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