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Die Marathon-Höhepunkte im April

Der April steht im Zeichen des Marathons. Ob in Boston, London, Paris oder Hamburg - das Marathon-Frühjahr verspricht, spannend zu werden.

Boston-Marathon 2015 - Fotos
Boston-Marathon

Kurz vor dem Ziel beim Boston-Marathon 2015.

Bild: Norbert Wilhelmi

An vier Marathon-Sonntagen im April erlebt der internationale Laufsport eine Kette von hochklassigen Veranstaltungen über die klassische Distanz, die zu den spektakulärsten Straßenrennen des Jahres gehören. Dabei bilden einmal mehr der London- und der Boston-Marathon die Höhepunkte. Doch auch die Läufe in Paris, Hamburg, Rotterdam, Wien und Hannover weisen sowohl internationale Spitzenfelder auf und begeistern zugleich als Massen-Event mit zigtausend Läufern und Zuschauern. Über 180.000 Athleten haben sich alleine für diese sieben Rennen registriert, mehrere Millionen Zuschauer werden dort an den Strecken erwartet. Einmal mehr sieht London den bestbesetzten City-Marathon des Jahres. Der aktuell wohl stärkste Marathonläufer der Welt, Eliud Kipchoge (Kenia), trifft in einer Art Olympia-Generalprobe an der Themse auf eine Reihe von absoluten Weltklasseläufern, darunter auch Äthiopiens Superstar Kenenisa Bekele. In London wird auch Deutschlands neuer Marathon-Star Arne Gabius an den Start gehen. Boston steht London kaum nach und hat bei den Männern gleich ein halbes Dutzend Athleten im Rennen, die Bestzeiten von unter 2:05 Stunden vorweisen können. Für viele Topläufer geht es bei den Rennen in den nächsten Wochen auch um die Qualifikation für den Marathon bei den Olympischen Spielen in Rio im August.

Ein breites Spitzenfeld startet beim Boston-Marathon.

Bild: photorun.net

Boston-Marathon trumpft mit Elitefeld auf

Der Boston-Marathon ist der Klassiker im Frühjahr schlechthin. Für das 120. Rennen von Hopkinton nach Boston haben sich für den 18. April trotz anspruchsvoller Qualifikationszeiten 30.000 Läufer angemeldet. Die Elitefelder haben eine außergewöhnliche Breite in der Spitze: Zehn Männer mit Bestzeiten von unter 2:06 Stunden stehen auf der Startliste, ebenso wie ein Dutzend Frauen, die bereits schneller als 2:25 gelaufen sind. In dieser Hinsicht übertrumpft Boston sogar London.

Titelverteidiger Lelisa Desisa ist Favorit

Streckenrekordler Geoffrey Mutai (2:03:02 Stunden) kehrt nach Boston zurück. Allerdings konnte der Kenianer zuletzt nicht mehr an seine besten Zeiten anknüpfen. Seine Landsleute Sammy Kitwara (2:04:28) und Wilson Chebet (2:05:27) sind aktuell stärker einzuschätzen. Doch als Favorit muss wohl Titelverteidiger Lelisa Desisa (Äthiopien/2:04:45) angesehen werden. Auch der Junioren-Weltrekordler Tsegaye Mekonnen (Äthiopien/2:04:32) kann sicherlich ganz vorne mitmischen. Gewinnt einer der beiden Äthiopier dürfte er eine Chance haben, für Olympia nominiert zu werden.

Auch bei den Frauen ist mit Caroline Rotich (Kenia) die Vorjahressiegerin dabei. Zu ihren Gegnerinnen zählt die Olympiasiegerin Tiki Gelana (Äthiopien), die wohl nur mit einem Sieg und einer sehr guten Zeit noch eine Chance auf ein Rio-Ticket hätte. Auch in die deutsche Frauen-Nominierung für Rio kann noch einige Bewegung kommen. Erhält Fate Tola (Äthiopien/Eintracht Braunschweig) rechtzeitig die deutsche Staatsbürgerschaft wäre sie derzeit die schnellste deutsche Läuferin während des Qualifikationszeitraumes (2:28:24). Mit einer guten Leistung auf der schweren Strecke von Boston und der deutschen Staatsbürgerschaft würde an Fate Tola kein Weg vorbeiführen.

Lelisa Desisa beim Boston-Marathon

Bild: photorun.net

Kann Lelisa Desisa seinen Titel verteidigen?

Daten und Favoriten

World Marathon Majors (WMM)-Rennen
IAAF Gold Label Race
Meldezahl: 30.000
Meldungen noch möglich: Nein
Internetseite: www.baa.org
Siegprämie: 150.000 Dollar
Gesamtpreisgeld (ohne Zeitprämien): 746.000 Dollar

Streckenrekorde:
2:03:02 – Geoffrey Mutai (KEN/2011)
2:18:57 – Rita Jeptoo (KEN/2014)

Topathleten und Bestzeiten

Männer: Geoffrey Mutai (KEN/2:03:02), Sammy Kitwara (KEN/2:04:28), Tsegaye Mekonnen (ETH/2:04:32), Lelisa Desisa (ETH/2:04:45), Yemane Adhane Tsegay (ETH/2:04:48), Getu Feleke (ETH/2:04:50), Wilson Chebet (KEN/2:05:27), Hayle Lemi Berhanu (ETH/2:05:28), Stephen Chebogut (KEN/2:05:52), Deribe Robi (ETH/2:05:58), Wesley Korir (KEN/2:06:13), Michael Kipyego (KEN/2:06:48), Paul Lonyangata (KEN/2:07:14), Jackson Kiprop (UGA/2:09:32), Cuthbert Nyasango (ZIM/2:09:52)

Frauen: Tiki Gelana (ETH/2:18:58), Buzunesh Deba (ETH/2:19:59), Tirfi Tsegaye (ETH/2:20:18), Mamitu Daska (ETH/2:21:59), Atsede Baysa (ETH/2:22:03), Flomena Cheyech Daniel (KEN/2:22:44), Tadelech Bekele (ETH/2:22:51), Jelena Prokopcuka (LAT/2:22:56), Valentine Kipketer (KEN/2:23:02), Caroline Rotich (KEN/2:23:22), Joyce Chepkirui (KEN/2:24:11), Fatuma Sado (ETH/2:24:16), Purity Cherotich Rionoripo (KEN/2:25:09), Fate Tola (ETH/2:25:14), Lamei Sun (CHN/2:27:55)

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