Die Jahresbilanz 2010

Die deutschen Topläuferinnen auf der Marathonstrecke

Drei Jahre lang führte Irina Mikitenko die deutsche Marathonbestenliste an, jetzt löste Sabrina Mockenhaupt sie ab.

Berlin-Marathon

Sabrina Mockenhaupt lief beim Berlin-Marathon die schnellste Zeit einer deutschen Läuferin im Jahr 2010.

Bild: Norbert Wilhelmi

Drei Jahre in Folge führte Irina Mikitenko die deutsche Jahresbestenliste über die Marathondistanz an, zweimal war sie gar die schnellste Marathonläuferin der Welt. Daran konnte sie 2010 jedoch nicht anknüpfen. Nachdem sie im Frühjahr in London verletzungsbedingt aussteigen musste, lieferte sie im Herbst beim Chicago-Marathon mit 2:26:40 Stunden immerhin ein grundsolides Comeback ab. Doch eine andere Deutsche war in diesem Jahr schneller. Mikitenkos Dauerkonkurrentin Sabrina Mockenhaupt steigerte in der Regenschlacht von Berlin ihre persönliche Bestmarke um eine Sekunde auf 2:26:21 Stunden.

„Miki“ und „Mocki“ sind die Aushängeschilder des deutschen Laufsports. Ihre Zeiten sind erweiterte internationale Klasse. So blieb Mikitenko auch nur deshalb der erneute Gesamtsieg in der World-Marathon-Majors versagt, weil mit der Russin Liliya Shobukhova eine derzeit übermächtige Gegnerin die internationale Szene dominiert. Nach einen holprigen Saisonstart mit dem Aus in London und der verpassten EM-Qualifikation über 10.000 Meter scheint die deutsche Rekordhalterin jedoch wieder auf dem aufsteigenden Ast zu sein.

Mockenhaupt hatte dagegen ein starkes Jahr, wurde bei der EM in Barcelona Sechste im 10.000-Meter-Lauf. Das Wetter verhinderte eine bessere Zeit beim Berlin-Marathon, wo sie gute Vierte wurde. Steigerungspotential für das nächste Jahr ist erkennbar, wenn sich die rheinische Frohnatur erst einmal vollständig auf die Straße konzentriert.

Hinter den beiden Spitzenläuferinnen nimmt die Leistungsdichte jedoch spürbar ab. Auf Platz drei der Jahresbestenliste folgt bereits die zweifache Deutsche Meisterin Bernadette Pichlmaier. In München stellte sie ihre persönliche Bestleistung von 2:35:26 Stunden ein. Viel schneller wird sie aber wohl nicht mehr werden. Schließlich ist Pichlmaier bereits 41 Jahre alt.

Die Zukunft könnte der 20 Jahre jüngeren Katharina Heinig gehören. Die Tochter der ehemaligen Weltklasseläuferin Katrin Dörre-Heinig legte bei ihrem Marathondebüt mit 2:46:04 Stunden ein Fundament, auf das sich aufbauen lässt. Nachwuchs scheint jedoch dünn gesät: sieben Läuferinnen aus den Top 10 der Saison sind bereits älter als 30 Jahre.

Top-Highlight-Foto: Wolfgang Heise

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