Frankfurt-Marathon 2015

Die beiden schnellsten deutschen Frauen im Interview

Mona Stockhecke verbesserte sich beim Frankfurt-Marathon 2014 auf 2:33:50 Stunden. Diese Zeit will sie 2015 unterbieten.

Frankfurt-Marathon 2014 - Die Fotos
Mona Stockhecke Frankfurt-Marathon 2015

Im Februar lief die in den USA lebende Mona Stockhecke beim New York Halbmarathon.

Bild: photorun.net

Mona, wir erreichen Sie in den Vereinigten Staaten. Sind Sie ausgewandert?

Mona Stockhecke: Ich bin dank eines wissenschaftlichen Mobilitätsstipendiums des Schweizer Nationalfonds seit Februar beruflich in den USA. Als Wissenschaftlerin an dem „Large Lakes Observatory" der Universität von Minnesota in Duluth darf ich mich in den kommenden zwei Jahren damit beschäftigen, wie Klima- und Umweltveränderungen in Kenia und Äthiopien über die letzten vier Millionen Jahre die menschliche Evolution und Migration nach Europa beeinflusst hat. Die Zusammenarbeit mit den europäischen, insbesondere Schweizer Kollegen und Instituten ist eng, so dass ich weiterhin beruflich in Europa sein werde.

Ihr Herbst-Marathon findet nun wieder in Frankfurt statt. Mit welchem Ziel werden Sie an der Startlinie stehen?

Mona Stockhecke: Ich habe dieses Jahr sportlich eine echte Holperpartie hinter mir, ausgehend von Komplikationen mit einer Nasennebenhöhlenoperation im Winter, gefolgt von einem Eisenmangel im Frühling. Es hat mich physisch wie auch psychisch gefordert, meine sportlichen Ziele weiterzuverfolgen, gerade weil ich mich parallel an ein neues Umfeld und eine neue Umwelt gewöhnen musste. Als ich im Sommer merkte, dass die Schlaglöcher auf der Piste tatsächlich geflickt waren und ein intensives Training erlaubten, konnte die Marathonvorbereitung beginnen. Diese verlief für mich bisher nach Wunsch. Mein Ziel für Frankfurt ist, dort anzuknüpfen, wo ich im vergangenen Herbst aufgehört habe und eine neue Bestzeit zu laufen.

Wie beurteilen Sie Ihre Chancen, in Frankfurt Deutsche Meisterin zu werden?

Mona Stockhecke: Exzellent! Natürlich bleibt Marathon ein Marathon und ich habe großen Respekt. Wenn ich allerdings meinen Tag erwische, dann ist alles möglich.

Ist das Frankfurter Rennen nach Ihrer Vorgeschichte ein besonders wichtiges, auch für den weiteren Verlauf Ihrer Karriere?

Mona Stockhecke: Primär ist es eine Etappe auf meinem Weg. Das Rennen wird meinen Status quo aufzeigen, was maßgeblich für die Planung in 2016 sein wird.

Hat sich Ihre Doppelbelastung von Leistungssport und voller Berufstätigkeit in den USA verändert?

Mona Stockhecke: Die Erwartungen sind beruflich sicherlich nicht kleiner geworden und haben sich etwas verändert. Allerdings hat auch der Sport in den USA und gerade an den High-Schools einen viel höheren Stellenwert. Die sportliche Infrastruktur an der Uni ist hervorragend. Da wird sehr viel Wert drauf gelegt und die Rahmenbedingungen vereinfachen es für mich, Sport und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Allerdings ist es nicht leicht, eine Trainingsgruppe auf meinem Niveau zu finden. Aber insgesamt sind die Leute hier sehr sport- und laufverrückt und die Natur um mich herum einladend. Mittlerweile komme ich jetzt langsam von Entdeckungs- und Orientierungsphasen zu dem Punkt, an dem das Normale das Neue ersetzt.

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