Singapur Marathon

Der Hase lief als Sieger ins Ziel

40000 meldeten für die vier Distanzen des Singapore Marathons. 14000 davon entschieden sich für die 42,195 Kilometer.

Elija Mbogo

Elija Mbogo gewann seine Marathonpremiere - eigentlich war er nur als Pacemaker vorgesehen.

"Ich wurde verpflichtet, um für Amos das Tempo zu machen. Aber 8 km vor dem Ziel fühlte ich mich stark genug, dieses Rennen zu gewinnen" erläuterte Elija Mbogo und dieses Gefühl täuschte den Kenianer nicht. In 2:14:23 Stunden erreichte er als Erster die Ziellinie auf der Saint Andrews Road gegenüber dem alten Parlament. So siegte in der asiatischen Metropole der Tempomacher! Für Amos Matui, den Sieger der letzten beiden Jahre, blieb in 2:14:25 Stunden diesmal nur der zweite Platz.

25000 US-Dollar erhielt der Sieger für die Anstrengungen im tropischen Klima. Bei den Frauen siegte die Äthiopierin Alem Ashebier in 2:37:08 Stunden vor der Kenianerin Edith Masai (2:38:06). Die schnellen Gazellen vom afrikanischen Kontinent, die die Männer- und Frauenwertung an der Spitze dominierten, hatten in Singapur den Vorteil, dass sie den größten Teil des Rennens in der Dunkelheit bei noch erträglichen Temperaturen zurücklegen konnten. Denn der Start erfolgte in diesem Jahr bereits um 5.30 Uhr. Hell wurde es gegen 7.00 Uhr und dann stiegen die Temperaturen schnell an. Bei der Singapur- typischen, extrem hohen Luftfeuchtigkeit wurden so die letzten Kilometer zu einer großen Strapaze.

In zwei großen Schleifen führte der Marathonkurs die Läufer durch die Stadt. Start und Ziel lagen mitten im Zentrum. Hier bildeten die imposanten Hochhäuser der hypermodernen Wirtschaftsmetropole die Kulisse. Von der Auftaktschleife bekamen die Läufer wenig mit, da sie durch die Dunkelheit liefen. Auf diesen ersten Kilometern war es im Feld beinahe andächtig still. Die erste Unterhaltung im Läuferfeld habe ich nach sieben Kilometern gehört, Spiridon Frankfurt stand auf einem der T-Shirts und das Gespräch fand in deutsch statt.

Alem Ashebier aus Äthiopien gewann vor Edith Masai.

Nach zwölf Kilometern erreichte das Rennen wieder die Hochhausschluchten der City, um dann zum East Coast Park zu führen. Hier dominierte für 14 Kilometer das Grün des Parks und der Blick auf das Meer. Erst auf den letzten beiden Kilometern liefen die Aktiven wieder durch das Singapur prägende Hochhaus-Panorama.

Die Crew des Marathons hatte die Organisation hervorragend im Griff. Sowohl der Start der Teilnehmer-Massen als auch die Versorgung unterwegs war optimal. So gab es alle anderthalb Kilometer eine Wasserstelle, die meisten von ihnen boten zusätzlich Elektrolytgetränke an. Power Bar Gel gab es nach 30 Kilometern und immer wieder hielten die Streckenposten Sprühdosen oder Salben bereit. Die sollten bei Muskelschmerzen oder -krämpfen helfen.

Viele Bands und Cheerleader-Gruppen sorgten für Stimmung und feuerten die Läufer mit unheimlich viel Enthusiasmus an.So fiel es weniger ins Gewicht, dass kaum Zuschauer an der Strecke standen. Insgesamt unterstützte nach offiziellen Angaben die extrem hohe Zahl von 5000 Helfern die Läufer, eine Zahl, die durchaus korrekt sein dürfte. Ob es allerdings nötig ist, alle zehn Meter einen Helfer zu postieren, der den Läufern mit einer roten Flagge den Weg zeigt, mag dahingestellt sein, aber diese Helfer waren immerhin meist mit riesigen Eifer bei der Sache und feuerten die Läufer kräftig an.

Das internationale Flair des Stadtstaates Singapur spiegelt sich auch in seinem Marathon wider. 2500 der 40000 Teilnehmer kamen aus 53 Ländern. Dabei ist der Singapur Marathon in der internationalen Marathonszene ein Spätstarter. Die Premiere fand 2002 mit gerade einmal 6000 Teilnehmern statt. Beim sechsten Mal waren es schon 40000, die siebte Auflage findet am ersten Dezembersonntag 2008 statt.

Die große RUNNER'S WORLD Bildergalerie zum Marathonevent finden Sie hier.