Amsterdam-Marathon

Chebet siegt in Amsterdam, Gelana bricht Streckenrekord

Der Kenianer Wilson Chebet gewann den Amsterdam-Marathon mit 2:05:53 Stunden, die Äthiopierin Tiki Gelana siegte in 2:22:08 Stunden.

Tiki Gelana überraschte in Amsterdam mit einer Weltklassezeit.

Tiki Gelana überraschte in Amsterdam mit einer Weltklassezeit.

Bild: photorun.net

Zum zweiten Mal binnen einer Woche gab es in den Niederlanden einen Marathon, der Weltklasseresultate produzierte. Der Kenianer Wilson Chebet gewann eine Woche nach dem Eindhoven-Marathon in Amsterdam mit 2:05:53 Stunden, während die Äthiopierin Tiki Gelana den größten Erfolg ihrer Karriere errang: Sie siegte mit einem Streckenrekord von 2:22:08 Stunden und ist damit zurzeit gut im Rennen um einen äthiopischen Startplatz bei den Olympischen Spielen in London 2012. Bei fast idealen Wetterbedingungen – trocken, sonnig und kühl – beteiligten sich alle Wettbewerbe zusammengerechnet 35.000 Läufer an der Veranstaltung.

Die Spitzengruppe der Männer schlug von Beginn an ein Tempo ein, das auf einen Streckenrekord deutete. Der Äthiopier Getu Feleke hatte das Rennen vor einem Jahr mit 2:05:44 Stunden gewonnen. Nun wurde die Halbmarathonmarke nach 62:38 Stunden erreicht. Auch an den folgenden Kilometerpunkten waren die afrikanischen Topathleten gut im Zeitplan. Die Entscheidung fiel dann nach 35 km, als sich Wilson Chebet mit einer Tempoverschärfung aus der Spritzengruppe lösen konnte. Der Sieg war ihm nicht mehr zu nehmen, doch jenseits der 40-km-Marke wurde der Kenianer deutlich langsamer und verpasste daher den Kursrekord am Ende noch knapp. Hinter Wilson Chebet (2:05:53) blieben noch fünf seiner Landsleute unter 2:07 Stunden: Debütant Laban Korir lief hochklassige 2:06:05 und Rang drei belegte Eric Ndiema mit nur zwei Sekunden Abstand. Nicholas Manza (2:06:34), Elijah Keitany (2:06:53) und Paul Biwott (2:06:54) liefen auf die Plätze vier bis sechs.

„Ich bekam am Ende Magenprobleme und hatte Schmerzen in den Füßen, daher habe ich die Zeit verloren und den Streckenrekord verpasst“, erklärte der 26-jährige Wilson Chebet, der in diesem Jahr bereits den Rotterdam-Marathon im April in 2:05:27 Stunden gewonnen hatte. Vor einem Jahr war er in Amsterdam sein Debüt über die 42,195 km gelaufen und hatte dabei Platz zwei mit 2:06:12 belegt.

Im Frauenrennen sorgte die erst 23-jährige Tiki Gelana für die große Überraschung des Tages. Vor zwei Jahren war die Äthiopierin ihr Marathondebüt in Dublin gelaufen, nachdem sie zuvor als Bahnläuferin über 10.000 m eine Bestzeit von 31:27,80 Minuten erreicht hatte. In Irland belegte sie 2009 Rang drei in 2:33:49. Im vergangenen Jahr steigerte sich Gelana dann in Los Angeles als Vierte auf 2:28:28. Nachdem sie 2011 bisher kein internationales Rennen gelaufen war, gelang ihr nun in Amsterdam ein Durchbruch.

Mit ihrer Zeit von 2:22:08 Stunden verbesserte Tiki Gelana im Amsterdamer Olympiastadion den neun Jahre alten Streckenrekord ihrer Landsfrau Gete Wami um elf Sekunden, nachdem sie auf den letzten 10 km einen deutlichen Vorsprung herausgelaufen hatte. Eyerusalem Kuma (Äthiopien) belegte mit 2:24:55 Rang zwei vor Lornah Kiplagat. Die aus Kenia stammende Holländerin Kiplagat schaffte mit 2:25:52 die Olympiaqualifikation.