Ostermontag

Boston-Marathon will Zeichen setzen

Ein Jahr nach dem Terroranschlag will der Boston-Marathon mit 36.000 Läufern, seinem bisher zweitgrößten Teilnehmerfeld, und einem sehr hochklassigen Elitefeld Zeichen setzen.

Boston-Marathon

Ein starkes Spitzenfeld geht am Montag in Boston ins Rennen.

Bild: photorun.net

36.000 Läufer beim Boston-Marathon

Ein Jahr nach den Terroranschlägen will der Boston-Marathon am Ostermontag Zeichen setzen: Mit dem zweitgrößten Teilnehmerfeld seiner Geschichte und einem sehr hochklassigen Starterfeld, das dem des London-Marathons nicht viel nachsteht. Rund 36.000 Läufer wurden für die 118. Auflage des Rennens von Hopkinton nach Boston zugelassen – das sind etwa 10.000 mehr als im Vorjahr und nur etwas weniger als beim 100. Jubiläum. Damals, im April 1996, wurden 38.708 Athleten zugelassen. Für viele Jahre blieb das 96er-Rennen der größte Marathon aller Zeiten.

Mit dem Äthiopier Lelisa Desisa und der Kenianerin Rita Jeptoo sind beide Titelverteidiger wieder im Rennen um die 150.000-Dollar-Siegprämie. Mehr Geld für Platz eins gibt es im Marathon nur in Dubai, wo 250.000 Dollar gezahlt werden. Der schärfste Konkurrent für Lelisa Desisa, der im vergangenen Jahr vor allem mit seinem Debüt-Sieg in Dubai mit 2:04:45 und dann nach Boston auch mit einem zweiten Platz beim WM-Marathon in Moskau für Furore sorgte, dürfte aus Kenia kommen: Dennis Kimetto ist jener Mann, dem man vielleicht von allen zurzeit am ehesten zutrauen kann, den Marathon-Weltrekord seines Landsmannes Wilson Kipsang (2:03:23) zu brechen. Kimetto kam im vergangenen Jahr bei seinem Sieg in Chicago mit 2:03:45 schon ziemlich dicht an die Bestzeit heran. Auf der hügeligen Boston-Strecke ist jedoch nicht mit derartigen Zeiten zu rechnen, zumal der abfallende Punkt-zu-Punkt-Kurs nicht rekordkonform ist. Bei dem Traditionsrennen geht es vielmehr um den prestigeträchtigen Sieg.

Sechs weitere Läufer gehen mit Bestzeiten von unter 2:06 Stunden ins Rennen: Gebre Gebremariam (2:04:53), Markos Geneti (beide Äthiopien/2:04:54), Ryan Hall (USA/2:04:58), Wilson Chebet (Kenia/2:05:27), Tilahun Regassa (2:05:27) und Shami Abdulahi Dawud (beide Äthiopien/2:05:42). Insgesamt 17 Athleten liefen bereits unter 2:10 Stunden. Kein anderer Frühjahrs-Marathon ist in dieser Hinsicht so stark besetzt wie der Lauf in Boston.

Rita Jeptoo startet wieder beim Boston-Marathon

Ebenso wie bei den Männern geht die Titelverteidigerin Rita Jeptoo als Läuferin mit der zweitschnellsten Bestzeit ins Rennen. Die Kenianerin gewann im vergangenen Jahr in Chicago mit 2:19:57. Fünf Sekunden schneller war Mare Dibaba bei ihrem dritten Platz in Dubai 2012. Die Äthiopierin gewann in diesem Jahr Anfang Januar bereits den chinesischen Xiamen-Marathon und lief dort starke 2:21:36. Zwölf weitere Läuferinnen mit Bestzeiten von unter 2:25 Stunden gehen in Boston an den Start. In dieser Hinsicht ist das Rennen wiederum noch breiter in der Spitze besetzt als alle anderen im Frühjahr. Insgesamt 23 Läuferinnen sind bereits unter 2:30 gelaufen – das dürfte einmalig sein bei einem City-Marathon.

Der Boston-Marathon wird begleitet von Sicherheitsmaßnahmen, die es bei einem City-Marathon noch nie gegeben hat. Die Polizeipräsenz wird entlang der Strecke deutlich erhöht. An vielen Punkten müssen sich die Zuschauer auf Sicherheitskontrollen einrichten die mit denen an Flughäfen vergleichbar sind. Gleiches gilt für die Läufer, wenn sie in die Busse steigen, die sie früh morgens von Boston zum Start nach Hopkinton bringen.

Die Favoriten beim Boston-Marathon

Das Elitefeld der Männer:
Dennis Kimetto KEN 2:03:45
Lelisa Desisa ETH 2:04:45
Gebre Gebremariam ETH 2:04:53
Markos Geneti ETH 2:04:54
Ryan Hall USA 2:04:58
Wilson Chebet KEN 2:05:27
Tilahun Regassa ETH 2:05:27
Shami Dawud ETH 2:05:42
Eric Ndiema KEN 2:06:07
Frankline Chepkwony KEN 2:06:11
Micah Kogo KEN 2:06:56
Adil Annani MAR 2:07:43
Paul Lonyangata KEN 2:07:44
Joel Kimurer KEN 2:07:48
Lusapho April RSA 2:08:32
Abdi Abdirahman USA 2:08:56
Mebrahtom Keflezighi USA 2:09:08


Das Elitefeld der Frauen:
Mare Dibaba ETH 2:19:52
Rita Jeptoo KEN 2:19:57
Jemima Jelagat Sumgong KEN 2:19:57
Meseret Hailu Debele ETH 2:20:48
Eunice Kirwa KEN 2:21:09
Sharon Cherop KEN 2:22:28
Caroline Kilel KEN 2:22:34
Desiree Davila Linden USA 2:22:38
Flomena Chepchichir Chumba KEN 2:23:00
Buzunesh Deba ETH 2:23:19
Tatiana Petrova Arkhipova RUS 2:23:29
Aleksandra Duliba BLR 2:23:44
Yeshi Esayias ETH 2:24:06
Philes Ongori KEN 2:24:20
Belaynesh Oljira ETH 2:25:01
Shalane Flanagan USA 2:25:38
Yolanda Caballero COL 2:26:17
Amy Hastings USA 2:27:03
Lanni Marchant CAN 2:28:00
Serena Burla USA 2:28:01
Noriko Higuchi JPN 2:28:49
Adriana Nelson USA 2:28:52
Adriana Aparecida da Silva BRA 2:29:17