Verletzungsbedingt

Bitteres Olympia-Aus für Hendrik Pfeiffer

Verletzungsbedingt verzichtet Hendrik Pfeiffer auf den Olympia-Marathon. Julian Flügel müsste ins Marathon-Team nachrücken.

Hendrik Pfeiffer in Düsseldorf

Großes Pech für Hendrik Pfeiffer: Verletzungsbedingt verzichtet der Läufer auf den Olympia-Marathon.

Bild: photorun.net

Der Traum vom Marathon-Olympia-Start ist für Hendrik Pfeiffer geplatzt. Erst Ende April hatte sich der Läufer des TV Wattenscheid beim Düsseldorf-Marathon noch überraschend für die Spiele qualifiziert. Dort lief er trotz widriger Bedingungen 2:13:11 Stunden und etablierte sich als deutsche Nummer drei hinter Arne Gabius (LT Haspa Hamburg Marathon/2:08:33) und Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg/2:12:50). Jetzt muss er verletzungsbedingt passen. Für ihn wird nun sicherlich Julian Flügel (Asics Team Memmert) ins Olympia-Team rücken, der bereits als Ersatzmann nominiert war. Nach dem entsprechenden Vorschlag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) erfolgt die offizielle Nominierung durch den Deutschen Olympischen Sport-Bund (DOSB).

Der 23-jährige Hendrik Pfeiffer hatte die Qualifikation geschafft, obwohl er unmittelbar vor dem Lauf noch an Muskelproblemen im Bereich des Schienbeins laboriert hatte. In der Folge kamen dann Achillessehnenprobleme hinzu. Ein richtiges Training war lange Zeit nicht möglich. Erst im Vorfeld der Europameisterschaften in Amsterdam, wo Hendrik Pfeiffer am vergangenen Sonntag im Halbmarathon an den Start ging, schien es wieder aufwärts zu gehen. Doch beim EM-Rennen kamen die Probleme zurück und zwangen den Läufer zur Aufgabe nach rund 10 km. Hendrik Pfeiffer hat zusätzliches Pech, weil er sich nun einer Operation unterziehen muss, die von seiner Krankenkasse nicht übernommen wird. Er muss die Kosten selber tragen.

Obwohl die Enttäuschung enorm ist, kann Hendrik Pfeiffer nach seinem starken Rennen in Düsseldorf optimistisch in die Zukunft schauen. Der 23-Jährige wird während seiner weiteren Karriere sicherlich noch gute Olympia-Chancen haben. Dass er rechtzeitig auf seinen Start verzichtete, um einem anderen Läufer den Olympia-Traum zu ermöglichen, und nicht versuchte, als „Olympia-Tourist“ in Rio zu laufen, um dann auszusteigen, spricht sehr für Hendrik Pfeiffer. „Eine solche Entscheidung zu treffen ist ganz stark - Respekt“, sagte Arne Gabius.

Das Pech von Hendrik Pfeiffer sollte das Glück von Julian Flügel sein. Der 30-Jährige, der für das Asics Team Memmert startet, hatte sich als Halbprofi in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und unterbot dann beim BMW Berlin-Marathon im vergangenen Jahr mit 2:13:57 Stunden die später angepasste deutsche Olympianorm. Nach Verletzungsproblemen im Frühjahr hatte Julian Flügel bei der EM im Halbmarathon am Sonntag gezeigt, dass er wieder auf einem guten Weg ist. Er lief dort 65:18 Minuten.

„Das ist natürlich ein Ding, wenn ich jetzt doch noch nach Rio komme - wer hätte das gedacht“, sagte Julian Flügel, der sich aber nicht zu früh freuen wollte. „Ich bin noch ein bisschen zurückhaltend, denn die offizielle Bestätigung steht noch aus“, erklärte der 30-Jährige, der bereits vor zwei Wochen gesagt hatte, dass er bereit wäre für einen Marathon-Start in Rio. Im August steht für Julian Flügel noch ein anderes großes Ereignis an: Er wird zum ersten Mal Vater. Als Termin wurde bei seiner Frau der 27. August errechnet - sechs Tage nach dem Olympia-Marathon.

Entwarnung bei Arne Gabius nach EM-Aus

Entwarnung gab es währenddessen für Arne Gabius. Nach seinem Halbmarathon-EM-Aus aufgrund einer Blockade im Beckenbereich ließ sich der deutsche Marathon-Rekordler inzwischen untersuchen. Es handelte sich aber lediglich um eine Reizung am Becken. „Ich habe ein paar Tage Pause gemacht und reise nun morgen ins Trainingslager nach St. Moritz. Meine letzten Trainingsergebnisse hatten gezeigt, dass ich auf einem guten Weg bin“, sagte ein wieder optimistischer Arne Gabius.

Olympische Spiele 2016 in Rio:

Olympia- und EM-Aus für Sabrina M...