Kerstin Metzler-Mennenga

Betrug beim Berlin Marathon

Kerstin Metzler-Mennenga wollte sich durch Betrug für die Olympischen Spiele qualifizieren. Beim Berlin Marathon fiel sie auf.

Nicht einmal die ersten Meter des Berlin Marathon nahm Kerstin Metzler-Mennenga unter die Laufschuhe.

Die Liechtensteinerin Kerstin Metzler-Mennenga war in der ersten Ergebnisliste des Berlin Marathons mit 2:42:21 Stunden aufgeführt. Das reichte zu Platz 17 im Klassefeld des Hauptstadt-Marathons. Doch auf dem Video des Zieleinlaufes ist die Langstrecklerin partout nicht zu entdecken.

Inzwischen hat die 26-Jährige gestanden, dass sie einem anderen Läufer ihren Zeitnahme-Chip mit auf die 42,195 km durch Berlin gegeben hat. Mit diesem Betrug wollte sie sich für die Olympischen Spiele 2008 qualifizieren. Der Betrug war aufgefallen, weil sich der deutsche Läufer mit dem falschen Chip gewundert hatte, dass für Metzler-Mennenga die gleiche Zeit wie für ihn gestoppt worden war, obwohl die Liechtensteinerin nicht mit ihm die Ziellinie überquert hatte. Den Chip hatte er in dem Glauben entgegengenommen, für eine wissenschaftliche Studie Erkenntnisse zu liefern.

Inzwischen hat sie zugegeben, auch bei den Marathonrennen von Hamburg und Frankfurt betrogen zu haben. Der Liechtensteinische Olympische Sportverband (LOSV) reagierte umgehend: Kerstin Metzler-Mennenga wurde auf Lebzeiten von der Teilnahme als Athletin an Europäischen Kleinstaatenspielen sowie Olympischen Spielen für Liechtenstein ausgeschlossen.

Sie war im Sommer bei den Weltmeisterschaften in Osaka in 3:11:45 Stunden als 53. ins Ziel gelaufen. Noch am 6. Oktober hatte sich Kerstin Metzler-Mennenga bei der RUNNER'S WORLD-Redaktion beworben und wollte über das Thema "Laufen und Diabetes" schreiben. Sie sei selbst Diabetikerin und habe gerade beim Berlin Marathon mit 2:42 gezeigt, dass man auch als Diabetikerin Top-Zeiten erbringen könne.