Rekordlauf

Betrüger beim London-Marathon?

Buster Martin läuft als 101-jähriger Altersrekord im Marathon. Doch war die Geschichte am Ende nur ein Werbegag?

Seine Leistung schien so einzigartig, dass die Organisatoren des London-Marathons ihn im vergangenen Jahr zwei Tage vor dem Rennen im Rahmen einer Pressekonferenz vorstellten: Buster Martin wollte beim London-Marathon ins Guinness-Buch der Rekorde laufen. Als 101-Jähriger hätte er den Altersrekord für Marathonläufer gebrochen. Doch wie die Londoner ,Times’ berichtet, handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Schwindel. Nach den Recherchen der Zeitung war Buster Martin, der mit einer Zigarette im Mund vor den Fotografen posierte, nämlich ,erst’ 94.

Wie alt ist Buster Martin? Offenbar nicht alt genug für das Guinness-Buch der Rekorde.

Im Guinness-Buch wird der Grieche Dimitrion Yordanidis als ältester Marathonläufer geführt. Er war 1976 in Athen als 98-Jähriger nach 7:33 Stunden im Ziel.

Nach gut zehn Stunden war Buster Martin beim London-Marathon 2008 die 42,195 km gelaufen. Zweifelsfrei ist das immer noch eine außergewöhnliche Leistung für einen 94-Jährigen, aber eben kein Rekord. So wurde der Brite nicht in das Guinness-Buch aufgenommen. Die Guinness-Verantwortlichen hatten recherchiert und von der britischen Volks-Krankenkasse National Health Service (NHS) interessante Auskunft erhalten: Demnach hatte Buster Martin, dessen authentischer Vorname Pierre Jean ist, dem NHS selbst mitgeteilt, dass er am 1. September 1913 geboren wurde und nicht im Jahr 1906.

War die Geschichte am Ende nur ein Werbegag? Wie die ,Times’ berichtet, startete Buster Martin für eine Klempnerfirma, bei der er angeblich angestellt ist und deren Namen auf seinem Trikot und seinem Trainingsanzug prominent zu sehen war. Dieses Unternehmen hatte die Guinness-Buch-Verantwortlichen vor dem London-Marathon bezüglich des Rekordlaufes informiert, konnte jedoch keine Unterlagen vorweisen, die das vermeintliche Geburtsdatum des angeblich in Frankreich geborenen Buster Martin beweisen. Der Läufer erklärte demnach, er habe in Frankreich auch geheiratet, jedoch sei seine Frau in den 50er Jahren verstorben. Eine Heirats- oder Sterbeurkunde konnte Martin nicht vorweisen. Recherchen der ,Times’ nach Geburtsnachweisen seiner angeblichen Kinder verliefen ebenfalls im Sande. Angesprochen auf die Kontroverse um sein Alter erklärte Buster Martin der Londoner Zeitung: „Ich weiß, wie lange ich lebe. Es gibt immer Gerüchte von Menschen, die neidisch sind.“

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net

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