Berlin macht den Anfang

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Haile Gebrselassie bei seinem Marathon in Berlin 2009.

Bild: photorun

Berlin macht am Sonntag den Anfang mit einem Duell zwischen Haile Gebrselassie und dem Titelverteidiger Patrick Makau. Der Kenianer ist ein großer Herausforderer für den Weltrekordler. 2010 steigerte er sich auf 2:04:48 Stunden und war damit der schnellste Marathonläufer des Jahres. Er hat zweifelsohne das Potenzial, den Weltrekord zu brechen. Die Frage ist, ob dies in einem Rennen gegen Haile Gebrselassie möglich ist. Die beiden werden voraussichtlich neben einigen Tempomachern alleine auf weiter Flur sein. Dass das Rennen dabei frühzeitig taktisch wird, weil keiner den anderen zum Weltrekord ziehen möchte, damit ist jedoch nicht zu rechnen. Denn sowohl Gebrselassie als auch Makau brauchen eine Weltklassezeit, um eine Chance zu haben, die Qualifikation für den Olympia-Marathon in London 2012 zu erreichen. Nur drei Startplätze stehen pro Land zur Verfügung und die Konkurrenz ist speziell in Kenia enorm. Eine Zeit über 2:05 Stunden dürfte kaum reichen.

So stark wie noch nie in der Geschichte des Berlin-Marathons, die 1974 im Grunewald begann, ist das Frauenfeld am Sonntag besetzt. Paula Radcliffe wird erstmals bei einem Straßenlauf in Deutschland an den Start gehen und nach Verletzungsproblemen sowie der Geburt ihres zweiten Kindes (im September 2010) ihren ersten Marathon seit November 2009 laufen. Damals musste sich die britische Weltrekordlerin (2:15:25) in New York mit Platz vier begnügen. Die 37-Jährige ist fit und könnte bei guten Wetterbedingungen eine Zeit um 2:20 Stunden anpeilen. Man darf gespannt sein, inwieweit Irina Mikitenko (SC Gelnhausen) die Weltrekordlerin gefährden kann. Doch es ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Halbmarathon-Weltmeisterin des vergangenen Jahres, Florence Kiplagat, für eine Überraschung sorgt. Die Kenianerin stieg bei ihrem Marathon-Debüt im Frühjahr in Boston aus, zeigte aber im Sommer hochklassige Form. Sie gewann einen Halbmarathon am Wörthersee (Österreich) bei großer Hitze in 68:02 Minuten. Acht Läuferinnen stehen zurzeit mit Bestzeiten von unter 2:28 Stunden auf der Berliner Startliste. Sechs von ihnen blieben bereits unter 2:26.

Einen Angriff auf den Weltrekord planen die Veranstalter des Chicago-Marathons. Dabei setzen sie nach seinem spektakulären Boston-Debüt auf Moses Mosop. Zu beachten sein wird auch Ryan Hall (USA), der sich nach seinem starken Boston-Rennen (Vierter in 2:04:58) den amerikanischen Rekord sichern möchte. Der aus Marokko stammende Khalid Khannouchi war 2002 in London 2:05:38 gelaufen – eine Zeit, die damals Weltrekord bedeutete. Bei den Frauen spricht in Chicago viel für Liliya Shobukhova. Als Erste möchte die Russin das Rennen zum dritten Mal in Folge gewinnen. Gelingt ihr dies, hätte sie auch die WMM-Wertung zum zweiten Mal in Folge gewonnen. Zudem peilt Liliya Shobukhova ihre erste Zeit unter 2:20 Stunden an.

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