Frankfurt, Chicago, Amsterdam und Eindhoven

Bekele läuft in Chicago, Gabius in Frankfurt

Spannend wird es auch bei den Marathons in Frankfurt und Chicago. Beide Veranstaltungen warten mit Topathleten auf.

Kenenisa Bekele

Weltrekordhalter über 5.000 und 10.000 Meter: Kenenisa Bekele.

Bild: photorun.net

Chicago und Frankfurt hatten in den vergangenen Jahren immer wieder bemerkenswert breite Spitzenfelder bei den Männern am Start. Dieses Mal wählten die Veranstalter eine andere Herangehensweise, die eher der des Berlin-Marathons entspricht. Sie konzentrieren sich auf einige wenige Athleten.

Kipchoge könnte Bekele in Chicago gefährlich werden

In Chicago dürfte dies allerdings auch mit dem Startgeld des Superstars Kenenisa Bekele zu tun haben. Bereits in Paris, wo der äthiopische 10.000- und 5.000-m-Weltrekordler im April sein Debüt lief und mit 2:05:04 Stunden einen Streckenrekord aufstellte, lag angesichts der übrigen Besetzung der Schluss nahe, dass der Äthiopier einen großen Teil des Athletenbudgets ganz alleine kassiert haben dürfte. Nun also startet Bekele in Chicago, wo er den Streckenrekord von Dennis Kimetto (2:03:45) unterbieten möchte. Damit liefe er zwangsläufig auch ein Tempo, das im Bereich des Weltrekordes liegt.

Bekeles härtester Konkkurrent könnte ausgerechnet einer sein, der ihn in einem großen Rennen schon einmal geschlagen hat: Eliud Kipchoge besiegte den Äthiopier im Pariser WM-Finale 2003 über 5.000 m und wurde damals Weltmeister. Jetzt treffen die beiden erstmals im Marathon aufeinander, wobei Kipchoge hier mehr Erfahrung hat. In Berlin steigerte sich der Kenianer vor einem Jahr hinter Weltrekordler Kipsang auf 2:04:05. Damit ist seine Bestzeit genau eine Minute schneller als die von Bekele.

Bei den Frauen kommt es in Chicago zum Aufeinandertreffen der Vorjahressiegerin Rita Jeptoo (Bestzeit: 2:18:57) mit ihrer kenianischen Landsfrau Florence Kiplagat, die 2013 den Berlin-Marathon gewann und dann in diesem Frühjahr einen Weltrekord über die Halbmarathondistanz aufstellte (65:12 Minuten).

Erstklassig besetztes Feld auch beim Frankfurt-Marathon

Nicht nur in Chicago sondern auch in Frankfurt könnten die Äthiopier in diesem Herbst für Furore sorgen. Race-Direktor Jo Schindler und der für die Topathleten zuständige Christoph Kopp haben jene beiden Äthiopier verpflichtet, die neben Bekele im ersten Halbjahr 2014 für Aufsehen sorgten. In seinem Marathondebüt in Dubai war Tsegaye Mekonnen im Januar mit 2:04:32 Stunden dabei sogar noch gut eine halbe Minute schneller als der große Bekele in Paris. Mekonnen stellte einen inoffiziellen Junioren-Weltrekord auf und wirkte in der Schlussphase des Rennens so stark, dass noch deutlich mehr von dem erst 19-Jährigen zu erwarten ist. Mit einer Bestzeit von 2:04:50 reist Getu Feleke nach Frankfurt. Nach gesundheitlichen Problemen meldete er sich im Frühjahr mit einem famosen Streckenrekord in Wien zurück (2:05:41).

Auch die schnellste Läuferin auf der Frankfurter Startliste kommt aus Äthiopien: Die zweimalige Berlin-Marathon-Siegerin Aberu Kebede hat eine Bestzeit von 2:20:30. Sie wird unter anderen auf die Kenianerin Sharon Cherop treffen (2:22:28).

Der erst 19 Jahre alte Tsegaye Mekonnen zählt zu den Favoriten des Frankfurt-Marathons.

Bild: photorun.net

Arne Gabius gibt Marathondebüt in Frankfurt

Aus deutscher Sicht im Blickpunkt stehen wird in Frankfurt Arne Gabius (LAV Stadtwerke Tübingen). Nach einem sehr viel versprechenden Halbmarathon-Debüt in New York im März, wo Gabius in 62:09 Minuten in einem internationalen Topfeld Rang acht belegte, macht er jetzt den folgerichtigen Schritt zum Marathon. Frankfurt ist dabei sicherlich ein deutlich besseres Pflaster als zum Beispiel New York. Gabius geht mit großen Zielen in seinen ersten Marathon – er möchte an eine Zeit von 2:10 Stunden heranlaufen.

Ein weiterer äthiopischer Weltklasseläufer startet in Amsterdam: Ayele Abshero (Bestzeit: 2:04:23) trifft dabei auf zwei starke Kenianer: den zweifachen Marathon-Weltmeister Abel Kirui (2:05:04) und Wilson Chebet (2:05:27), auch bekannt unter dem Namen „Mr. Amsterdam“. Zum dritten Mal in Folge gewann Chebet vor einem Jahr in Amsterdam und verbesserte dabei seinen eigenen Streckenrekord auf 2:05:36.

Eine Woche zuvor, am 12. Oktober, wird der Eindhoven-Marathon gestartet. Hier wird der Kenianer Leonard Komon sein Debüt über die klassische Distanz laufen. Komon, der den 10-km-Weltrekord hält, lief im Frühjahr in Berlin das schnellste Halbmarathon-Debüt aller Zeiten. Er gewann das Rennen in 59:14 Minuten. Komon trifft in Eindhoven auf seine Landsleute Jonathan Maiyo (2:04:56) und Jafred Kipchumba (2:05:48).

Das Frauen-Elitefeld ist weder für Amsterdam noch für Eindhoven bisher bekannt.

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