Äthiopischer Doppelsieg

Beirut-Marathon eint sogar politische Gruppen

Mohamed Temam, eigentlich Pacemaker, und Etaferahu Tarekegn sorgten für äthiopischen Doppelerfolg in Beirut.

Pacemaker Mohamed Temam siegt beim Beirut-Marathon 2010

Mohamed Temam gewinnt den Marathon in Beirut.

Bild: Blom Bank Beirut Marathon

Mohamed Temam und Etaferahu Tarekegn sorgten für einen äthiopischen Doppelerfolg beim Beirut-Marathon. Temam, der eigentlich als Tempomacher ins Rennen gegangen war, siegte bei warmen Temperaturen von bis zu 25 Grad Celsius in 2:16:43 Stunden, seine Landsfrau war nach 2:41:15 im Ziel. Das Erstaunliche an dieser Veranstaltung sind aber natürlich nicht die Leistungen der Eliteläufer, sondern es ist die Tatsache, dass es in Beirut überhaupt einen Marathon gibt.

Beirut war lange Zeit geprägt von der Gewalt im Mittleren Osten. In Zeiten eines unsicheren Friedens wurde die Stadt während der letzten zehn Jahre neu aufgebaut, obwohl es immer wieder Bombenanschläge gibt. Vor zwei Jahren musste sogar die Strecke des Marathons kurzfristig verändert werden, nachdem sie durch einen Bombenanschlag an einer Stelle nicht mehr zum Laufen geeignet war.

Aber, so erklärt May El Khalil – die Geschäftsfrau, die das Rennen gegründet hat – die unterschiedlichen politischen Gruppierungen im Libanon unterstützen den Blom Bank Beirut-Marathon allesamt. „Ich habe mich nie auf eine politische Seite gestellt. Ich habe immer mit allen Gruppierungen gesprochen – von der Hisbollah bis zu den christlichen Gruppen. Diese Herangehensweise hat ihnen gezeigt, dass es hier für niemanden eine Gefahr gibt. Im Sport gibt es eine Einheit, die wir hier im Libanon mit diesem Rennen demonstrieren“, erzählt May El Khalil. 35 Mitglieder der UN-Truppen im Libanon (UNIFIL) waren am Sonntag am Start. Außerdem gab es ein 3-km-Rennen für Parlamentarier. „Im Parlament gehen sie sich gegenseitig an die Gurgel, bei uns laufen sie zusammen.“ Kurzfristig entschied sich sogar der Ministerpräsident des Libanons zu einem Start. Saad Hariri rannte am Sonntag beim parallel zum Marathon veranstalteten 10-km-Rennen.

Hinter Mohammed Temam wurde dessen äthiopischer Landsmann Abere Chane in 2:17:30 Stunden Zweiter. Rang drei belegte James Macharia (Kenia) mit 2:18:20. Bei den Frauen gab es ebenfalls einen äthiopischen Doppelsieg: Etaferahu Tarekegn gewan vor Mihiret Anamo, die nach 2:44:04 im Ziel war. Rang drei belegte Irina Kazuboskaya (Russland/2:46:05).

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