Gilbert Kirwa

Auf dem Weg zu 2:04 Stunden?

Der Sieger des Frankfurt-Marathons, Gilbert Kirwa, will bald den Marathon in 2:04 Stunden laufen. Ein Portrait.

Gilbert Kirwa:  Frankfurt  Marathon

Es geht aufwärts: Gilbert Kirwa posiert mit der Frankfurter Frauen-Siegerin Agnes Kiprop vor der Börse.

Bild: Norbert Wilhelmi

Gilbert Kirwa gelang beim Commerzbank Frankfurt Marathon am Sonntag der größte Triumph seiner noch jungen Läuferkarriere. Der 23-jährige Kenianer gewann das hochklassige Rennen in einer Kursrekordzeit von 2:06:14 Stunden und sortiert sich damit in der Liste der schnellsten Läufer aller Zeiten auf Rang 17 ein.

Gilbert Kirwa stammt aus Embu, er lebt und trainiert jedoch in Eldoret. Das ist das Zentrum der kenianischen Weltklasseläufer. Er ist noch nicht lange außerhalb Kenias bei großen Straßenläufen unterwegs. Dass er überhaupt die Chance hatte, bei einem großen Rennen außerhalb seiner Heimat zu starten, verdankt er auch seinem Trainingspartner und Freund Jason Mbote, der am Sonntag als Zwölfter in 2:11:30 Stunden ins Ziel kam.

2008 war Gilbert Kirwa zunächst als Tempomacher für Jason Mbote beim Seoul-Marathon an den Start gegangen – auf speziellen Wunsch seines Trainingspartners. Es war sein erstes Rennen außerhalb Kenias. Die Tempoarbeit machte er bis Kilometer 33 so gut (Mbote rannte als Zweiter Bestzeit mit 2:07:37), dass ihn sein
holländischer Manager Gerard van de Veen, der unter anderen auch den dreifachen Frankfurt-Sieger Wilfred Kigen betreut, nach Wien schickte. Dort fand im April ein in dieser Konstellation einmaliger Marathon statt, denn die Veranstalter ließen im Elitefeld ausschließlich Debütanten laufen. Gilbert Kirwa gewann, nachdem er zeitweise sogar auf Kurs für einen neuen Streckenrekord in Wien (2:07:38) gelegen hatte, doch am Ende wurde es zu warm. Nach beachtlichen 2:08:21 Stunden war er im Ziel an der Hofburg. Im Sommer stellte der Kenianer dann auch persönliche Bestzeiten über 10 km (28:04 Minuten) und im Halbmarathon auf (61:52).

Nach seinem Sieg beim Wiener ,Debütantenball’ hatte Gilbert Kirwa erklärt: „Mein Ziel ist es, eines Tages 2:04 Stunden zu laufen. Ich will Schritt für Schritt zu einer solchen Zeit kommen. Ich denke, das ist möglich für mich, wenn ich weiterhin gut trainieren kann.“ In Frankfurt bestätigte er diese Aussage. Einen ersten großen Schritt in diese Richtung machte er dann im Rennen am Sonntag. Eine Zeit unter 2:06 könnte schon im nächsten Jahr möglich sein für Gilbert Kirwa, der erst vor vier Jahren mit ernsthaftem Lauftraining begonnen hatte. Im nächsten Jahr wird der Kenianer bei einem der großen Frühjahrs-Marathonrennen starten, im Herbst würde er gerne seinen Titel in Frankfurt verteidigen.

Nach seinem Sieg in Wien kaufte er sich von seinem Preisgeld ein Stück Land in Eldoret, wo auch seine Eltern und Geschwister inzwischen wohnen. In Frankfurt kassierte er für den Streckenrekord in einer Zeit von unter 2:07 Stunden 95.000 Euro. „Jetzt werde ich anfangen ein Haus zu bauen und werde meiner Familie helfen“, kündigte Gilbert Kirwa an.

„Gilbert ist ein sehr ruhiger Mensch, der aber genau weiß, was er will“, beschreibt Gerard van de Veen den Frankfurt-Sieger. „Am Sonnabend habe ich ihn gefragt, was er erreichen möchte und er sagte: ,Ich will eine persönliche Bestzeit laufen.’ Dann fragte ich ihn: ,Und was noch?’ Und er antwortete: ,Ich will gewinnen.’ Nur zwei Dinge, aber er hat beides erreicht.“

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net

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