Sprintfinish

Atsede Baysa gewinnt Chicago-Marathon 2012

Auf den letzten zehn Kilometern gelang Atsede Baysa ein "Comeback" in die Spitzengruppe und setzte sich dort dann durch.

Atsede Baysa gewinnt Sprintfinish beim Chicago-Marathon

Atsede Baysa feierte in Chicago den größten Sieg ihrer Karriere.

Bild: photorun.net

Liliya Shobukhova hatte mit ihren drei Siegen in Serie ein Stück Chicagoer Marathongeschichte geschrieben. An der Halbmarathonmarke, die die neunköpfige Spitzengruppe nach 1:11:15 Stunden passiert hatte, lief sie ganz vorne und war noch im Rennen um einen möglichen vierten Triumph. Doch bei Kilometer 30 platzte der Traum der Russin, deren letztes erfolgreiches Rennen der Chicago-Marathon 2011 gewesen war. Seitdem war sie nur noch einmal an den Start gegangen: Beim olympischen Marathon in London stieg die zweimalige World Marathon Majors-Siegerin (Serie 2009-2010 und 2010-2011) aufgrund von Magenproblemen aus.

Nun verlor Liliya Shobukhova in Chicago an Boden und lag nach 30 km auf Rang sechs, fünf Sekunden hinter der vierköpfigen Spitzengruppe. Diese wurde angeführt von der Kenianerin Lucy Kabuu, die im Januar in Dubai mit 2:19:34 Stunden das zweitschnellste Marathon-Debüt aller Zeiten gelaufen war, und der Äthiopierin Fatuma Sado. Außerdem liefen Caroline Rotich und Rita Jeptoo in dieser Gruppe.

Mit einem „Comeback“ lief dann die spätere Siegerin zurück in die Spitzengruppe. Atsede Baysa hatte zwischenzeitlich den Kontakt zur Spitze verloren. An der 30-km-Marke lief sie neben Liliya Shobukhova, und ihr Rückstand betrug noch fünf Sekunden. Doch im Gegensatz zur Russin holte die Äthiopierin auf und schaffte den Anschluss. Während Fatuma Sado zurückfiel, war Atsede Baysa nach 35 km vorne dabei. Caroline Rotich war die nächste, die den Kontakt verlor, doch an der 40-km-Marke (2:14:45) waren immer noch drei Läuferinnen zusammen: Jeptoo, Baysa und Kabuu.

Während Lucy Kabuu gut einen Kilometer vor dem Ziel den Anschluss verlor, kämpften Rita Jeptoo und Atsede Baysa bis zum letzten Meter um den Sieg bei dem prestigeträchtigen Rennen. Im engsten Frauen-Finish in der Geschichte des Chicago-Marathons setzte sich die 25-jährige Äthiopierin schließlich in 2:22:03 mit einer Sekunde Vorsprung durch. „Hier zu gewinnen, das ist ein Traum, den ich mit Worten gar nicht beschreiben kann“, erklärte Atsede Baysa, die zunächst zeitgleich mit Rita Jeptoo gewertet wurde. Beide Läuferinnen hatten ein Ergebnis von 2:22:04. Dass später die offizielle Zeit der Siegerin auf 2:22:03 korrigiert wurde, hat für Atsede Baysa eine besondere Bedeutung: Denn damit hat sie ihre Bestzeit um eine Sekunde unterboten. Beim zuvor größten Erfolg ihrer Karriere war sie als Siegerin des Paris-Marathons vor zwei Jahren 2:22:04 gelaufen. In diesem Jahr hatte sie Rang acht in Dubai und Platz neun beim London-Marathon belegt. Chicago war nun das Pflaster ihres größten Triumphes.

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Kebede läuft Streckenrekord, Baysa gewinnt Sprintfinish in Chicago