LA-WM aktuell

Athleten bei der Weltmeisterschaft: Tobias Sauter

Tobias Sauter startet für das deutsche Team bei der LA-WM über Marathon. Wir stellen ihn vor.

Thomas Sauter startet bei der LA-WM in Berlin

Thomas Sauter startet bei der LA-WM in Berlin über die Marathondistanz.

Bild: photorun.net

Die Geschichte des Marathonlaufes ist gespickt mit Kuriosa, Tragödien und Triumphen wie keine andere leichtathletische Disziplin. Auch noch in der heutigen Zeit produziert das Rennen über 42,195 km Dramen und Überraschungen. So schaffte es zum Beispiel 2004 beim London-Marathon eine Hobbyläuferin, sich für das britische Olympiateam zu qualifizieren: Tracey Morris steigerte ihre Bestzeit damals um über eine Stunde auf 2:33:52 Stunden und fand sich im Athen-Team neben Weltrekordlerin Paula Radcliffe wieder. Sie war in Griechenland sogar vor dem Superstar im Ziel, da Radcliffe aufgab.

Der Vergleich zu Tracey Morris passt nicht ganz, aber es gibt eine Ähnlichkeit: Tobias Sauter (SG Spergau) wird als fünfter Mann des deutschen Marathon-Teams bei den Weltmeisterschaften in Berlin an den Start gehen. Wer ist Tobias Sauter? Der 25-jährige Marathonläufer hat keinen klassischen Vereinshintergrund sondern kommt ursprünglich aus der Gruppe der ambitionierten Freizeitläufer. Seit dem vergangenen Herbst allerdings ist Waldemar Cierpinski sein Trainer und spätestens seitdem arbeitete Tobias Sauter professionell für das Ziel WM-Teilnahme. „Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden“ – diesen Spruch des Schriftstellers Hermann Hesse hat Tobias Sauter als Slogan auf seine Webseite gestellt, passend zur aktuellen Entwicklung seiner Karriere.

Mit 2:17:27 Stunden, mit denen sich Tobias Sauter in Düsseldorf Anfang Mai als Neunter für die WM qualifizierte, spielt man im internationalen Männermarathon natürlich noch lange keine Rolle. Das wissen Tobias Sauter und Waldemar Cierpinski nur zu gut. Doch es ist der bisherige Weg des Läufers aus Leonberg bei Stuttgart, der weitere deutliche Steigerungen erhoffen lässt.

Als Kind und Jugendlicher spielte Tobias Sauter, der im Stuttgarter Raum groß geworden ist, zunächst Fußball und Tennis. Mit Laufen hatte er lange Zeit nichts im Sinn. „Mein erster Lauf war ein 5-km-Rennen in Stuttgart. Damals musste ich Gehpausen einlegen“, erzählt Tobias Sauter, der bei diesem Lauf immerhin schon 14 Jahre alt war. Doch der Ehrgeiz hatte ihn gepackt, zumal er weder im Fußball noch im Tennis richtig Erfolg hatte. Marathon hat ihn damals schon fasziniert, im Fernsehen verfolgte er die großen City-Läufe. „Es war schnell klar für mich: ich wollte Marathon laufen. Doch als 15-Jähriger ließ mich kein Veranstalter laufen.“ Mit 16, kurz vor seinem 17. Geburtstag, lief er dann sein Debüt beim Frankfurt-Marathon. „Ich hatte für eine Zeit um 3:30 Stunden trainiert und war dann nach 3:16 im Ziel“, erzählt Tobias Sauter, der damals Trainingspläne aus RUNNER'S WORLD nutzte. Damit hatte er Erfolg, denn bei seinem nächsten Marathon in Hamburg lief er als 17-Jähriger bereits 2:52 Stunden. 2006 war Tobias Sauter bei 2:26:54 angekommen. „Ich wusste immer, dass ich mich noch weiter steigern kann.“

An die Möglichkeit der Qualifikation für eine Weltmeisterschaft hat Tobias Sauter zum ersten Mal im Sommer 2007 gedacht. In Essen machte er im Oktober 2008 den nächsten Schritt und blieb erstmals unter 2:20 Stunden (2:18:24). Bereits zuvor hatte ihn Waldemar Cierpinski kontaktiert und eine Zusammenarbeit angeboten. „Diese Möglichkeit konnte ich mir natürlich nicht nehmen lassen“, sagt Tobias Sauter, der seitdem auch mit dem in der Nähe wohnenden Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) kooperiert. Gemeinsam mit Falk Cierpinski (SG Spergau) waren die beiden in diesem Jahr in den Trainingslagern.

Der Wechsel zum Cierpinski-Klub SG Spergau und die Unterstützung seiner Eltern ermöglichen es Tobias Sauter, der Sportmanagement studiert, sich zurzeit voll auf das Laufen zu konzentrieren. Waldemar Cierpinski will die drei deutschen Läufer behutsam aufbauen. Die WM in Berlin ist der nächste Schritt, dann wird sich der Blick auf die EM in Barcelona 2010 richten. Das Fernziel heißt aber Olympia 2012 in London.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net