Historisches Rennen

Athen-Marathon-Jubiläum fernab der Krise

Am Sonntag, den 11. November 2012, will Athen mit dem 30. Jubiläum des Marathons endlich mal wieder für erfreuliche Schlagzeilen sorgen.

Athen-Marathon feiert Jubiläum

Das Ziel des Rennens liegt im historischen Panathinaikon-Stadion.

Bild: photorun.net

Für die Griechen gibt es zurzeit wenig Grund zum Feiern. Mit immer neuen Einschnitten müssen sie aufgrund der prekären finanziellen Situation leben. Proteste, Straßenschlachten und Streiks bestimmten das Bild in den vergangenen Tagen. Am Sonntag will sich Athen
anders präsentieren: Zum 30. Mal findet der Athen-Marathon statt. Die Veranstalter hoffen, dass in der Innenstadt viele Zuschauer die traditionelle Strecke säumen.

Wer in Athen läuft, rennt auf historischem Pflaster – das ist der Anreiz für die Teilnehmer des Rennens. Denn natürlich hat Griechenland bezüglich des Marathons eine weit größere Geschichte als die 30 Jahre des Rennens. 1896 wurde hier im Rahmen der ersten Olympischen Spiele der Marathon gestartet, der auf Anhieb zu einem der herausragenden Wettbewerbe der Spiele wurde und heute nach wie vor ist.

Die Athener Strecke führt damals wie heute von der Kleinstadt Marathon über die Hügel nach Athen, wo das Rennen im alten Panathinaikon-Stadion endet. Es ist die olympische Arena von 1896. Aufgrund der historischen Vergangenheit ist der Athen-Marathon sicherlich eines der reizvollsten Rennen über die klassische Distanz.

Der Nachteil des historischen Kurses von Marathon ist natürlich das schwere Profil der Strecke. Schnelle Zeiten sind bei dem Rennen nicht möglich. Die ersten 10 Kilometer sind relativ flach, doch dann folgen rund 21 km – also die Hälfte der Gesamtdistanz – mit sehr hügeligem Terrain bevor es nach Athen hinunter geht.

Zu den Favoriten zählt am Sonntag Raymond Bett. Der Kenianer hatte den Athen-Marathon bereits vor zwei Jahren gewonnen und hat den Vorteil, dass er die Strecke kennt. Er sagt, er sei besser in Form als bei seinem Sieg vor zwei Jahren. Damals stellte er mit 2:12:40 Stunden einen Veranstaltungs-Rekord auf, der im vergangenen Jahr vom Marokkaner Abdelkerim Boubker auf 2:11:39 verbessert wurde. Den Streckenrekord hält der Olympiasieger von 2004: Der Italiener Stefano Baldini gewann damals in der Athener Hochsommer-Hitze mit 2:10:55 Stunden.

Raymond Bett ist optimistisch vor dem Athen-Marathon.

Bild: photorun.net

„Die Vorbereitungen liefen für mich besser als vor zwei Jahren. Ich habe viel Tempotraining gemacht und viele Hügelläufe absolviert“, erklärt Raymond Bett, der in Iten trainiert, wo viele kenianische Weltklasseläufer leben. Bisher hat Raymond Bett eine Bestzeit von 2:11:32 Stunden, die er 2009 in Utrecht erreichte. „Ich trainiere mit starken Läufern, das ist ein Vorteil“, sagt Raymond Bett. „Wenn das Wetter am Sonntag gut ist, können wir den Streckenrekord brechen. Vor zwei Jahren war es heiß, im vergangenen Jahr hat es geregnet.“ Die Vorhersagen deuten auf Temperaturen zwischen 15 und 19 Grad Celsius. Das könnte etwas zu warm sein. Doch hinderlicher bei der Jagd nach Bestzeiten dürfte ein starker Gegenwind sein, der erwartet wird.

Es sind einige Läufer im Rennen, die schnellere Bestzeiten als Raymond Bett vorweisen können. Darunter sind die Kenianer Alex Kirui (2:09:38) und Japhet Korir (2:10:50) sowie der Äthiopier Mesfin Hailu (2:09:50). Sein Debüt läuft in Athen Hamid El Mouaziz. Der Marokkaner ist der jüngere Bruder des ehemaligen London-Marathon-Siegers Abdelkader El Mouaziz. Hamid lief im vergangenen Monat in Holland bei einem Halbmarathon 61:15 Minuten.

Bei den Frauen gilt Sviatlana Kouhan als Favoritin. Die Weißrussin hat drei ihrer fünf Marathonrennen gewonnen. Im englischen Brighton siegte sie im Frühjahr mit einer persönlichen Bestzeit von 2:29:37 Stunden. 2010 lief Sviatlana Kouhan ihr Marathondebüt in Athen und wurde Dritte.

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